Geht man mit einer Psychose zum Psychotherapeuten oder zum Psychiater?

6 Antworten

Hey goldstaender2,

da Psychosen und psychotische Erkrankungen (wie Schizophrenie) fast immer medikamentös behandelt werden, ist der Gang zum Psychiater ein Muss und je nach Ursache der Psychose ist auch eine Psychotherapie beim Psychotherapeuten oft eine gute Wahl.

Organisch bedingte Psychosen, denen beispielsweise ein neurologisches Defizit zugrunde liegt, behandelt man oft mit Psychopharmaka und versucht, die körperliche Ursache zu beheben - das kann eine Infektion, eine Nebenerkrankung wie Demenz, ein (medizinisches) Trauma oder auch ein Hirntumor sein.

In dem Falle verläuft die Behandlung durch die Gabe von sogenannten Antipsychotika, die die Symptome lindert und einer entsprechenden Behandlung der Ursache (Tumoroperation, Behandlung der Nebenerkrankung, etc.).

Bei nicht-organisch bedingten Psychosen, bei denen eine psychosoziale Ursache wie Gewalt in der Kindheit oder ungünstige Umwelteinflüsse ursächlich sind, ist eine Psychotherapie häufig angebracht. 

Zwar sind nicht-organische Psychosen oft chronisch, jedoch können nur mit Kenntnis über die genauen Ursachen die Situationen vermieden werden, in denen die psychotischen Symptome auftreten. Oft müssen daher lebenslang Medikamente eingenommen werden, um prophylaktisch einen Rückfall vorzubeugen.

Schnell sieht man, dass es gar nicht so einfach ist, zu entscheiden, ob ein Psychotherapeut oder ein Psychiater in dem Falle die bessere Wahl ist. Da eine Medikation jedoch in aller Regel unumgänglich ist, bietet sich der Psychiater (Facharzt für Psychiatrie) auf jeden Fall für eine erste Intervention an (der psychologische Psychotherapeut darf keine Medikamente verschreiben).

Die meisten Psychiater sind ohnehin ärztliche Psychotherpeuten, also erwischt salopp gesagt gleich das Doppelpack in einer Person, wenn man sich an den Psychiater wendet. Falls der Psychiater keine Psychotherapie anbietet oder keine Therapieplätze mehr frei hat, kann er ja zu einem geeigneten Psychotherapeuten weiter überweisen.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Es geht um meinen Vater. Er leidet seit vielen Jahren an einer Psychose und Schlafmangel. Leider weigert er sich zum Arzt zu gehen, weil er seine eigenen psychotisch bedingen "Gründe" für seinen Schlafmangel hat.

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@goldstaender2

Warum möchte er denn nicht zum Arzt? Grundsätzlich ist das natürlich seine Entscheidung, denn solange er keine Gefährdung für sich selbst oder andere darstellt, liegt es bei ihm, ob er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen möchte oder nicht.

Denn gerade im psychiatrischen Bereich funktioniert es ohne Initiative des Patienten einfach nicht. Normalerweise sind an einer Psychose Betroffene allerdings einem großen Leid ausgesetzt und setzen sich in nicht-akutpsychotischen Phasen nicht gegen mögliche Hilfe, daher wundert mich das Verhalten Deines Vaters etwas.

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@Willibergi

Er ist einfah 100%ig überzeugt von seiner Sichtweise, und er ist grundsätzlich skeptisch gegenüber Ärzten, genauso wie er allen Menschen gegenüber skeptisch ist und immer das Schlimmste vermutet. Das Einzige was ihn interessiert ist seine Religion (Jehova). Selbst in seiner Gemeinde hat er oft Probleme gehabt. Aber jetzt habe ich ihm einen Tausch angeboten. Er spricht einmal mit einem Arzt, wo ich ihn hinschicke und ich lasse mich dafür von seinen "Brüdern" besuchen. Er hat zugesagt, hoffentlich hält er sein Wort. Warum erzähle ich dir das? Keine Ahnung.

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@goldstaender2

Nun, wie gesagt, wenn er selbst keine Hilfe in Anspruch nehmen möchte, ist das sein gutes Recht. Ist zwar merkwürdig, aber wenn das der Fall ist, liegt es bei ihm. Man kann ihn nicht zu seinem Glück zwingen.

Aber wenn Du ja jetzt mit ihm vereinbart hast, dass er sich mal einem Arzt anvertraut, ist das ja schon mal ein wichtiger und guter Schritt. Ich wünsche Dir, dass er das auch wirklich einhält und dem Arzt von seinen Symptomen erzählt und dann eine ordentliche Behandlung seiner Psychose erzählt. 

Das wäre toll - sowohl für Dich, als auch für ihn.

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@goldstaender2

Psychose ist das wahrscheinlich noch nicht. Nur wegen dem Schlafmangel würde ich deinen Vater erstmal zu einem Hausarzt schicken.

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Zum Psychiater oder Neurologen.

Eine Psychose muss i.d.R. (mindestens begleitend) medikamentös behandelt werden und dazu sind Psychotherapeuten (per se) nicht befähigt und befugt.

Wenn du unsicher bist, zunächst mal zum Hausarzt, er wird dich an den richtigen Kollegen überweisen. Überweisung brauchst du glaube ich sowieso....???

Überweisungen braucht man fast nie. Und wenn dann nur für Kliniken oder so. Ich geh immer direkt zum Arzt, wo ich hinmöchte, ohne den Umweg des Hausarztes. Wieso auch, ist doch Zeitverschwenung.

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@goldstaender2

Hey goldstaender2

Mal wieder eine Selbstdiagnose erstellt? 

Für einen Termin beim Psychiater/Psychologen wartest du damit viele Monate-und das zu recht. 

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@LouPing

Alles Gerüchte. Ich hab noch nie mehr als ein paar Wochen gewartet, egal bei welchem Arzt oder Therapeuten ich war. Psychotherapeut (angeblich wartet man da ja Monate. Da hab ich bisher maximal eine Woche gewartet), Augenarzt, Urologe, Hautarzt. Die längsten Wartezeiten hatte ich beim Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen. Ich wohne aber auch in Berlin, hier gibt es viel Auswahl. Und auch wenn ich beim falschen Arzt lande, wird er mir sagen wo ich hin muss. Aber wenigstens besteht die Chance, dass ich mir einen Weg (zum ominösen Hausarzt) spare. Und beim falschen Arzt bin ich in weniger als 5% der Fälle. Hausärzte sind unnötig. Meine hundertprozentige Meinung.

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@goldstaender2

Hey goldstaender2

Das ist nicht die Antwort auf meine Frage ob es sich mal wieder um eine Selbstdiagnose handelt.

Das gleiche Procedere hast du hier schon mal abgezogen,angeblich hat dir niemand geholfen.

Bei mir bekämst du so Hausverbot. 

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