Geht hypnose wirklich?

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4 Antworten

Natürlich funktioniert Hypnose - allein schon deswegen, weil die Trance ein völlig natürlicher Zustand ist, in dem wir alle uns mehrfach täglich befinden, z.B. wenn wir auf etwas Bestimmtes focussiert sind. Dennoch ist Hypnose kein lustiges Spielchen oder Showspektakel - auch wenn sie durch diverse TV-Auftritte immer wieder dazu gemacht wird. Hier ist also Respekt geboten, denn so wirkungsvoll die geführte Hypnose auch ist - sie ist kein Spiel "zum Ausprobieren" und bei manchen Menschen auch kontraindiziert. Wenn Ihr demnächst ein Referat über Drogen haltet, müsst Ihr die auch nicht selbst ausprobieren, oder? Wenn überhaupt, dann also nur unter Aufsicht und mit Hilfe eines erfahrenen, seriösen und verantwortungsbewussten Hypnotiseurs oder Hypnosetherapeuten! Sage ich übrigens nicht aus Besserwisserei, sondern als Therapeutin - auch für Hypnose.

Ein Referat über Hypnose - das macht mich neugierig. Das hätte mich als Schüler auch brennend interessiert. Super!

Bezüglich der Erstellung des Referats oder eines Drüberschauens kann ich Euch gerne meine Unterstützung anbieten. Leider gibt es nämlich sehr viel Un-, Halb- und Fehlwissen bezüglich Hypnose. Da viele Menschen durchaus Angst vor Hypnose haben, lassen sie sich zu mitunter heftig verteidigten Falschaussagen hinreißen, was ihnen leider nicht selten den Anschein fundierten Wissens verleiht. Natürlich gibt es auch hier - wie immer unter sog. Fachleuten - konträre Auffassungen, Meinungen, Interpretationen etc.

Also leistet der Hypnose-Therapie keinen Bärendienst, indem ihr Euer Wissen aus Hollywood bezieht, von Show-Hypnosen ableitet oder aus diversen pseudo-wissenschaftlichen Dokumentationen in diversen TV-Programmen gewinnt. Die hier genannten Quellen können sich nicht freisprechen vom Bedarf nach Sensationen und Aufmerksamkeit.

Besser lest gute Fachbücher und fragt den Therapeuten Eures Vertrauens. Auch hier kann man durchaus Sachliches zum Thema Showhypnose erfahren. Vom Showhypnotiseur erfährt man das nicht. Nichtmal im Interview.

Was ich gerne wüßte:

  • Welche Klasse, welche Schulform (welcher intellektuelle Anspruch)?
  • Wie lange soll das Referat sein?
  • Wieviel Zeit wollt Ihr in das Erarbeiten stecken (wieviele Bücher wollt Ihr lesen)?
  • Habt Ihr schon eine Stichpunktsammlung oder Gliederung?

Viel Erfolg, HerzKasper

  • Hypnose-Therapeut
  • Coach
  • Hypnose-Ausbilder

Hallo,

es ist, genauso wie in der Religion, völliger Blödsinn, dass es nicht funktioniert, wenn man nicht daran glaubt oder zweifelt. Es ist immer legitim, zu hinterfragen, was, wieso und weshalb etwas ist, was man nicht sieht.

Da erinnere ich mich an einen Fall in meiner damaligen Praxis. Ein Ehepaar kam zu mir. Sie war völlig verspannt, hatte Magen- und Kopfschmerzen. Er gehörte mehr zu den ruhigeren Typen, zumindest nach außen. Sie war Sekretärin und Hausfrau, er Ingenieur.

Sie wollte nur ihre Verspannungen, sowie die Kopf-und Magenschmerzen los werden und hoffte, das die Hypnose ihr helfen könnte.

Er war sehr skeptisch und glaubte nicht daran, wie er mehrfach betonte.

Sie machte es sich auf meinem Wunsch hin auf der Behandlungsliege bequem und ich legte ihr um den Ring-und Zeigefinger einen lockeren , verbandartigen Stoff um, der mit einem Empfindlichkeitsgerät (man nennt es auch Feedback Gerät) verbunden war. Dieser maß den aktuellen Hautwiderstand.

Der Ehemann sah genau hin und ich zeigte ihm, dass ich das Feedbäckgerät auf den 0 Stand setzte. So war es direkt dem Hautwiderstand seiner Frau angepasst. Ich stellte es auf visuelle und audioelle Alarme ein. Sobald sie sehr aufgeregt wurde, leuchtete eine Birne auf und es gab einen schrillen Ton.

Dann gab ich ihr eine Farbtafel, auf die sie schauen sollte. Und ich begann langsam zu sprechen. Um dem Mann zu zeigen, dass dieses Feedback Gerät funktionierte, sprach ich zu der Frau, die inzwischen die Augen geschlossen und die Farbtafel hat sinken lassen: "...gleich werde ich kurz mit einem Sensor ihren linken Arm berühren. In dem Augenblick, in dem ich ihn berühre, wird ein kurzer Schmerz durch den Arm gehen, der ihn hochreißt und wieder auf die Liege runter drückt. Es ist aber nur kurz..."

Ich hatte noch nicht ganz ausgesprochen, als der Alarm aufleuchtete und einen schrillen Ton abgab. Dem Mann zeigte ich die elektronische Skala und er sah, wie stark diese nach oben hin ausgependelt war.

Dann beruhigte ich die Frau wieder und sagte, dass es nur ein kleines Experiment war, dass nichts passieren wird und sie sich einfach nur langsam in die Entspannung hineingleiten lassen soll...

Und schon zeigt der Sensor einen Abfall bis weit unter Null.

Als ich die Frau wieder weckte, sah sie in das grinsende Gesicht ihres Mannes. Sie schüttelte nur den Kopf und meinte: "..ich weiß nicht, warum du so dämlich grinst. Es geht mir hervorragend. Ich habe keine Kopfschmerzen und auch keine Magenschmerzen mehr.."

Die Hypnose wurde einst von dem deutschen Landarzt Franz Anton Mesmer unter einer anderen Bezeichnung und Theorie ins Leben gerufen. Er arbeitete damals mit Magneten und der Sprache. Da er damit große Heilerfolge zeigte, glaubte er damit eine neue Ära der Medizin eingeläutet zu haben. Aber, genauso wie Samuel Hahnemann, der die Homöopathie entdeckt hatte, wurde auch Franz Anton Mesmer von den Universitäts klugen Professoren zerrissen.

Ein englischer Augenarzt namens James Braid nahm die Lehren von Franz Anton Mesmer aber ernst und entwickelte daraus eine erweiterte Form, die er mit dem griechischen Verb für Schlaf , nämlich hypnos, bezeichnete. James Braid hatte entdeckt, dass man mit dieser Hypnose auch eine Art Anästhesie herbeiführen.

Später befassten sich auch damalige Koryphäen, wie etwa der Chefarzt einer psychiatrischen Klinik , Jean Martin Charcot, damit.

Sigmund Freud, der hier einige Monate assistierte, glaubte dadurch allerdings, dass nur psychisch kranke Menschen und nur bedingt ,zu hypnotisieren seien. Er entwickelte ja seine eigene Methode, die Psycho Analyse, die das Unterbewusstsein im Wachzustand erreichen soll.

Andere Erkenntnisse hatten damals Bernheim und Liebeault, in der so genannten Schule von Nancy - doch die waren offenbar nicht berühmt genug. Das Freud dennoch die Hypnose in seiner eigenen Praxis anwandte, zeigten Aufzeichnungen, die man später gefunden hatte.

In den USA wurde ein Nichtmediziner, Leslie leCron , im 20, Jahrhundert zu einer Art Ikone, weil er mit der Hypnose vielen Menschen helfen konnte. Milton Erickson befasste sich so sehr mit der Hypnose, dass er seinen eigenen Krankheitsverlauf, eine Kinderlähmung, so positiv beeinflussen, dass er Jahre später sogar gehen konnte. Dazu kam es noch, dass er Legastheniker war. Doch auch das löste er mittels Suggestion. (Hypnose) Er studierte Psychologie und Medizin, machte seinen Doktor und wurde so etwas, wie der Hypnose Papst des 20. Jahrhundert.

In Deutschland hat sich die Hypnose auch inzwischen mehr und mehr ihren Platz erobert. Nach dem sich erst nur Hypnotiseure, Heilpraktiker und auch ein paar Psychologen damit befasst und gute erfolge erzielt hatten, entdeckten auch medizinische Fakultäten den Wert dieser suggestiven Methode. Seit einigen Jahren findet man in zahnärztlichen Praxen die Möglichkeit, auch ohne Spritzen, nämlich mit Hypnose "betäubt" zu werden.

Es gibt cds über Selbsthypnose, damit geht es, aber Du dafst Dich dann niht dagegen sperren oder zweifeln, dann funktioniert es nicht

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