Gehört das zum selbstverletzen?

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Hallo cele2411,

das, was Du mit Deinen Fingernägeln tust, ist sicher eine leichtere Form des SVV bzw. eine Vorstufe davon.Es könnte jedoch dazu führen, dass mehr daraus wird und Du Dir igendwann sichtbare Verletzungen zufügst. Damit das nicht geschieht, wäre es sicher ratsam, wenn Du Dir professionelle Hilfe suchst (falls noch nicht geschehen).

Wie man bei jeder anderen Krankheit einen Arzt aufsucht, sollte man auch eine Depression nicht unbehandelt lassen. Vor allem schwere Depressionen können so sehr in den Alltag übergreifen, dass Hilfe von außen dringend erforderlich ist. Dein Arzt kann Dir verschiedene Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen und Dir helfen, Dir ein genaues Bild Deiner Krankheit zu machen. Hilfe und Unterstützung findest Du auch bei folgenden Adressen und Anlaufstellen:

- Notfall-Seelsorge: Telefon-Hotline (kostenfrei, 24 h), auch Auskunft über lokale Hilfsdienste:

  • 0800 - 111 0 111
  • 0800 - 111 0 222
  • 0800 - 111 0 333 (für Kinder / Jugendliche)
  • Email: unter www.telefonseelsorge.de

Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge hören Dir gut zu, nehmen an Deinen Problemen Anteil und können Dich bei Bedarf auch an entsprechende Einrichtungen verweisen. Du kannst Dich hier zu jeder Tages- und Nachtzeit anonym beraten lassen.

- Hotline, bei der Du Dich über die zur Verfügung stehenden Anlaufstellen informieren kannst: 0800 – 3344533. Sprechzeiten : Mo, Die, Do: 13.00-17.00 Uhr, Mi, Fr: 08.30-12.30 Uhr. 

- Sozialpsychiatrischer Dienst: Er bietet Menschen in psychischen Krisen und deren Angehören Beratung und auch weitergehende Hilfen an. Du kannst die Kontaktdaten beim Gesundheitsamt erfragen. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

- Hompage Deutsche Depressionshilfe - Hier findest Du in einer Suchfunktion die Adressen von Krisendiensten und Sozialpsychiatrischen Diensten in Deutschland. Der Link dazu:

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe/krisendienste-und-beratungsstellen

- Beratungsstellen der Jugendämter, Erziehungsberatungsstellen und Ehe-, Familien-, Lebensberatungsstellen: diese sind in jeder Stadt und Gemeinde Ansprechpartner für die unterschiedlichsten Probleme.

Du kennst wahrscheinlich das Gefühl, tiefer Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit. Du hast auch möglicherweise das Empfinden, dass der Schmerz nie aufhört und hast die Aussicht auf Besserung aufgegeben. Das kommt daher, dass man in eine Art Negativspirale geraten kann, die einen mehr und mehr nach unten ziehen kann. Vergiss jedoch eines bitte nicht, auch wenn es sich momentan anders anfühlt: Deine Situation ist nicht hoffnungslos! Es gibt in der Regel einen Weg aus der Depression!

Doch so wie Deine Depression nicht über Nacht entstanden ist, so wird sie auch nicht über Nacht wieder verschwinden. Doch sei guten Mutes! Viele andere vor Dir haben es geschafft, ihre Depressionen zu überwinden und führen heute wieder ein normales Leben. Ein wichtiger Schlüssel ist die Hoffnung - Hoffnung auf Besserung! Das solltest Du nie aus den Augen verlieren!

Neben der Hilfe durch Ärzte oder Therapeuten kannst Du auch selbst eine Menge gegen Deine Depression tun. Nachfolgend möchte ich Dir einige Strategien aufzeigen, die im Kampf gegen Depressionen nützlich sind.

Es kann z.B. sehr hilfreich und heilsam sein, sich an einen vertrauenswürdigen, einfühlsamen Menschen zu wenden. Es könnte ein guter Freund/Freundin, ein Verwandter oder ein fähiger Berater sein. Wenn Du es lernst, über Deine Gefühle zu sprechen, wirst Du merken, dass allein das schon eine heilende Wirkung hat. Ein Problem zu verleugnen und es nicht zu bearbeiten, macht alles nur noch schlimmer. Dein Gesprächspartner könnte Dir auch dabei helfen, verkehrte Denkmuster zu korrigieren. Dadurch magst Du mit der Zeit einiges aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

In den meisten Fällen sind bei Depressionen auch Minderwertigkeitsgefühle mit im Spiel. Wie kann man diesen Gefühlen geschickt entgegenwirken? Oftmals haben wir in uns eine innere Stimme, die überkritisch ist und uns zu unrecht verurteilt. Das kann zu verzerrten Denkmustern führen, die dann letztendlich in eine Depression münden. Es geht also darum, falsche Denkweisen zu erkennen und gedanklich dagegen anzugehen. Sei Dir immer darüber im Klaren, dass jegliches negatives Denken Dein Selbstwertgefühl Stück für Stück verringert. Anders ausgedrückt: Negative Gedanken nähren die Depression und halten sie am Dasein.

Manche emotionale Probleme reichen bis weit in die Vergangenheit zurück. Es könnte z. B. sein, dass Dir früher jemand, möglicherweise durch unbedachtes Reden o.ä., irgendwie Schaden zugefügt hat. Damit die Sache nicht immer wieder hoch kommt, wäre es ratsam zum Vergeben bereit zu sein. Das bedeutet jedoch nicht, etwas herunter zu spielen oder so zu tun, als sei nichts geschehen. Es geht eher darum, alle negativen Gefühle "fortgehen zu lassen". Wenn man wegen früherer Fehler anderer zu Verbitterung neigt, schadet man sich nur selbst. Schließe, soweit irgend möglich, mit der Vergangenheit ab und grübele nicht immer wieder darüber nach (es sei denn, der entstandene seelische Schaden ist so groß, dass man nicht so einfach darüber hinweggehen kann; dann benötigst Du dringend Hilfe von außen). Dadurch durchlebst Du alles erneut und gibst dem Verursacher die Macht, Dir immer wieder erneut Schmerz zuzufügen.

Da ist noch ein Aspekt, den Du nicht unbeachtet lassen solltest: Es gibt jemanden, dem Du nicht gleichgültig bist und der Dir auf eine Weise helfen kann, zu der kein menschlicher Ratgeber, Helfer oder Arzt in der Lage ist. Ja, ich spreche von Gott. Ich möchte Dir hier zwar keine Predigt halten, doch finden sich in der Bibel trostreiche Aussagen, die Dir vielleicht Mut machen . Sie zeigen, dass Gott ein unvergleichlicher Helfer und Tröster sein kann.

Hier ist ein Text aus der Bibel, der mir persönlich sehr gut gefällt. Er lautet: "Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit" (Jesaja 41:10). Dieser Text macht eines deutlich: Gott liegen die Niedergedrückten sehr am Herzen und er ist bereit, denen zu helfen, die sich an ihn wenden. Wenn Gott auch unsere Krankheiten nicht durch ein Wunder heilt, kann er uns doch zum einen die Weisheit geben, die richtigen Schritte im Kampf dagegen zu unternehmen und zum anderen die Kraft geben, die schlimmen Gefühle zu ertragen und nicht unterzugehen. Das kann ich durch viele eigene Erfahrungen nur allzu gut bestätigen.

Ich wünsche Dir, dass Du Dich nach und nach aus der Umklammerung Deiner Depressionen befreien kannst! Und denke immer daran: Du stehst nicht völlig allein da! Es gibt Hilfe und Unterstützung, die Du auf jeden Fall in Anspruch nehmen solltest. Der Weg aus einer Depression ist zwar nicht nicht unbedingt ganz einfach, doch ist er - gerade auch mit professioneller Hilfe - in den meisten Fällen zu schaffen! Alles Gute und viel Erfolg dabei!

LG Philipp

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Danke für deine ausführliche Antwort... früher war das eher schlimmer bei mir. Ich habe mich geritzt und aufgekratzt. Jetzt ist es ja “nurnoch“ das mit den Fingernägeln.

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Ja, kann man.
Du krallst dir selbst in den Arm, habe ich das richtig verstanden?
Ist es deine Intention Schmerz zu spüren um dich zu beruhigen oder so ähnlich?

Skills gibt es für jede Art des verletzens, was dir hilft, musst du selbst herausfinden.
Im Netz gibt es viele "Erstehilfekästen" in denen verschiedene Skills aufgelistet sind

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Ja ich mache es um mich beruhigen.... Ich drücke halt mein Fingernagel in meine Haut (meist Arm)

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Habe ich auch eine Zeit gemacht. SvV ist es wenn man absichtlich sich Schmerzen zufügt, egal was man dafür am Ende machemt

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Wenn ich einmal das Gefühl habe, "es ist mal wieder soweit", dann habe ich ein Gummiband um mein Handgelenk gemacht um so wieder etwas "zu spüren", damit niemand etwas merkt.

Aufmerksamkeit durch's Ritzen. Soll man ihr helfen?

Hallo.

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Ich weiß, dass man Svv wirklich ernst nehmen sollte. Ich habe selber 3 Jahre drunter gelitten, aber ich fand es nie cool. Ich habe mit ihr schon darüber gesprochen, und sie findet es wirklich nicht schlimm und macht auch keine Anzeichen, auf hören zu wollen. Ich habe auf der einen Seite Mitleid, vielleicht hat sie Probleme, die sie wirklich geheim hält, und durch's Selbstverletzen kurz vergessen will. Aber andererseits bin ich auch ein wenig sauer, da immer mehr Leute, die unter Svv leiden, wegen Menschen wie ihr schlecht dargestellt werden und als "Aufmerksamkeitsritzer" bezeichnet werden.

Sollte ich das vielleicht den Lehrern sagen? Ich meine.. Sie braucht doch Hilfe, oder? Ich habe Angst um sie.. Sie schickt Nachrichten rum wie "Ich werde mich umbringen" et cetera. Was soll ich nur tun? Ich will ihr so unbedingt helfen, da ich selber auch Hilfe gebraucht habe, um da raus zu kommen.

Wie kann ich am schlauesten vorgehen? Ich habe ganz oft mit ihr geredet... Sie findet es wie gesagt nur "cool" und "lustig".

Bitte, bitte, gebt mir Tipps! Ich möchte unbedingt, dass sie gesund wird... :'-(

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Hey Leute. Ich frage mich warum so viele Jugendliche meines Bekanntenkreis denken sie wären depressiv. Ich habe selber starke Depressionen vom Arzt nachgewiesen bekommen. (Ist nun meine 3 Therapie.) Immer wenn ich Gespräche mit Jugendlichen (Klassenkameraden eher gesagt) habe meinen sie, sie würden unter Depressionen leiden. Aber wie kann denn jeder aus meiner Klasse unter Depressionen leiden? Ist das eher eine Modeerscheinung? Das Wort 'Depression' wird meiner Meinung nach verharmlost und einfach so in den Mund genommen.

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