Gehören mir die Rechte an meinem Code, wenn ich diesen alleine auf der Arbeit erstellt habe?

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3 Antworten

Du bist und bleibst der Urheber deines Werkes ein Leben lang, danach dein Erben 70 Jahre lang.

Dein Arbeitgeber erwirbt aber ein ausschließliches Nutzungsrecht, wenn du in seinem Auftrag ein Werk schaffst. Siehe UrhG § 31 Einräumung von Nutzungsrechten. Es kann aber jeweils vereinbart werden, dass der Urheber selbst ein einfaches Nutzungsrecht erhält.

Dir steht für jede Einräumung von Nutzungsrechten eine UrhG § 32 Angemessene Vergütung zu. Diese kann dir nicht per Vertrag abgeschwatzt werden - höchstens durch Tarifvertrag (s. Abs. 5) oder durch eine gemeinsame Vergütungsregel (s. § 36).

Wenn du nun für eine Ausbildungsvergütung ein Super-Werk schaffst, könnte es sein, dass die Vergütung nachgebessert werden muss - denn du bist ja Auszubildender, keine reine Produktivkraft!

Gruß aus Berlin, Gerd

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Kommentar von petschkoo
26.04.2016, 23:49

Dazu gilt auch alter Code, der noch von Freizeitprojekten kommt? - Sprich, darf ich den noch nutzen, wie ich mag oder haben sich durch die Nutzung auf der Arbeit davon auch meine Nutzungsrechte beschnitten? Wieso steht das in keinem Vertrag (steht bei mir nicht im Vertrag der Kram mit 69b UrhG) "Angemessene Vergütung" wenn der AG 29/30 einnimmt, und ich 1/30 bekomme ist das angemessen? Zumal ich den ganzen mist alleine geschrieben habe.

Angemessene Vergütung ist entweder ich darf es nutzen oder er gibt mir mind 50% ab. Ohne 1 Zeile code geschrieben zu haben unfassbar - ich war da eh schon sauer, dass es keinen ausbilder gibt oder jemanden der code lesen kann - aber dieses gesetz ist die krönung - erst verschwende ich meine lebenszeit dann lerne ich nix und mega super ich "darf" meinen kram nicht verwenden...

Ich fühle mich von dem gesetz etwas übergangen und werde meinen code dennoch verwenden - wer will das nachweisen, dass dieser code auf der arbeit geschrieben wurde?


Danke auf jedenfall für die super Antwort =)

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Wenn du die Codes in Ausübung deiner Tätigkeit für den Arbeitgeber geschrieben hast, gehören alle Verwertungsrechte dem Arbeitgeber. Der von dir selbst zitierte Paragraph ist da eindeutig. Eine private Verwendung der Codes ist nicht zulässig. 

Anders sähe es aus, wenn du die Codes in deiner Freizeit schreiben und sie dann unentgeltlich im Betrieb einsetzen würdest. Dann dürfte der Arbeitgeber zwar diese Codes nutzen, aber die Verwertungsrechte lägen bei dir. 

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Kommentar von petschkoo
26.04.2016, 21:37

Was sind den genau die "Verwertungsrechte"? Bleib ich nicht automatisch Urheber?

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Dieses "Problem" hatte ich schon mal im Bekanntenkreis, was auch vor Gericht ausgetragen wurde:

Im Endeffekt hat der Arbeitgeber gewonnen, sogar bei Projekten, die ein Angestellter in seiner Freizeit (also nach Feierabend und am Wochenende) geschrieben hat!

Im Grunde lief es darauf hinaus, dass alles was ein Entwickler schreibt, dem Unternehmen zufällt, bei dem er in diesem Zeitraum angestellt ist.

Trotzdem verhalten sich die meisten Firmen hier wohl kulant, und ich würde niemals auf die Idee komme, meinen Angestellen ihren Code zu mopsen. Es sei denn, sie kopieren dreist Firmengeheimnisse. Aber es gibt auch Ausnahmen.

Allerdings habe ich ich nicht näher damit beschäftigt. Hier bekommst du verbindliche Auskünfte von spezialisierten Anwälten für eine Hand voll Euro:

http://www.frag-einen-anwalt.de/

Da du deinen Code aber während der Arbeitszeit in deinem Betrieb geschrieben hast, ist die Sache m. M. n. absolut eindeutig: Die Rechte liegen jetzt beim Arbeitgeber und du müsstest fragen, wenn du deinen eigenen Code für andere Projekte weiter verwenden willst.

Naja, frag auf jeden Fall mal bei einen Anwalt unter obigem Link nach! Alles andere (von mir und von anderen juristischen Laien) sind nur Spekulationen, auf die du dich nicht verlassen solltest!

Viel Erfolg erst mal, aber im Grunde genommen solltest du deinen bisherigen Code abschreiben. Sorry! ><

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Kommentar von procoder42
27.04.2016, 20:05

Bei privaten Programmen sind dir meisten Firmen kulant. Da muss man je nach Vertrag der Firma eine (gegen entsprechende Bezahlung) Beteiligung anbieten oder so.

Firmen wollen "die guten Leute" auch nicht verscheuchen.

Dennis Ritchie oder so hätten die Bell Labs niemals das geistige Eigentum an C abgesprochen.

Imho ist es bei ein Mann Apps die kaum Geld einspielen eh egal (den AG wird das wenig jucken, wman man da Code recycelt)

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