Geheult wegen homophoben Vater!?

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11 Antworten

Wie lange weiß Dein Vater von Deinem Schwulsein?

Wobei er ja relativ alt zu sein scheint...

Mein Gefühl, wenn ich das lese:

Du hast Deine Erfahrungen - und er hat seine Erfahrungen.

Als Polizist hat er viel miterlebt. Wenig Höhen, aber alle Tiefen, die ein Mensch erleben kann.

Das prägt. Ich stehe hin und wieder bei Todesfallbenachrichtigungen hinter Menschen wie Deinem Vater. Wenn "er" sein Sprüchlein gesagt hat und abrücken darf, bleiben wir noch ein Weilchen.

Glaub mir: Er hat viel erlebt, und er wird Dir und Eurer Familie nicht annähernd gesagt haben, was er alles erlebt hat.

Du wirst Deinen eigenen Weg gehen, und Dein Vater wird Dich dabei unterstützen.

Und er wird vielleicht merken, dass auch er keinen repräsentativen Ausschnitt der Gesellschaft erlebt hat, sondern einen sehr kriminellen Ausschnitt, den man nicht verallgemeinern sollte. Aber er geht erst mal von seinen Erfahrungen aus. Und Du von Deinen. Ich hoffe, dass Du nie Erfahrungen an Deiner eigenen Haut erleben musst, die Dein Vater und seine Kollegen aufklären mussten. 

Ich habe mich (als Hetero) mehr als mein halbes Leben lang mit Homosexualität auseinander gesetzt. Menschen wie Dein Vater haut die Information er einmal um, und sie hoffen, dass Dir die Erfahrungen irgendwann erspart bleiben, mit denen er in seinem Leben konfrontiert war.

Er ist auf dem Weg auf einem Lernprozess. Aber er wird Deinen Weg mitgehen. Da bin ich ganz sicher. Gib ihm etwas Zeit. Und mach trotzdem Dein Ding.

Alles Gute.

Fragant1995 20.03.2017, 22:29

Mehrere Monate - 63 Jahre alt

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nachdenklich30 20.03.2017, 22:43
@Fragant1995

Was erwartest Du von ihm? Die Realität ist hart. Und glaub mir: Er hat seine Erfahrungen.

Ich habe vor ein paar Jahren in der Arbeitslosigkeit Freie Trauungen angeboten und war dazu auch Anbieter auf einer schwulen Hochzeitsmesse.

Im Gespräch meinte ich: Die Gesellschaft sei doch inzwischen sehr tolerant geworden.

Vergiss es, meinte einer an meinem Stand. Solange "schwule Sau" immer noch eines der beliebtesten Schimpfworte auf dem Schulhof ist, kannst Du unsere "liberale" Gesellschaft vergessen.

Und die Kollegen Deines Vaters haben ermitteln dürfen, was das in allen seinen Tiefen bedeutet.

Ich glaube, es ist nicht fair, wenn Du ihm das vorwirfst.

Du möchtest Verständnis für Dich. Aber Du hast schon ein paar Jahre Entwicklung hinter Dir. Darum würde ich sagen: Gib Deinem Vater Zeit. Und hilf ihm, dass er mit Dir andere Erfahrungen machen kann.

Solange er sich Sorgen um Dich macht, steht er hinter Dir. Das ist doch schon mal was.

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nachdenklich30 22.03.2017, 23:12
@Fragant1995

Heute erst wurde der Gesetzesentwurf zur Entschädigung von Menschen, die wegen des Schwulenparagraphen verurteilt wurden, von der Regierung auf den parlamentarischen Weg gebracht worden.

Wenn Dein Vater 63 Jahre alt ist, dann hat er seinen Polizeidienst noch unter dem Schwulenparagraphen begonnen, musste ermitteln und verhaften. Und wenn man sich überlegt, warum sich immer noch kein Bundesliga-Fußballer als schwul geoutet hat, dann kann ich zumindest seine Sorgen verstehen. Hilf ihm, sie etwas zu entkräften.

Ich hoffe, dass der Gesetzesentwurf mit einigen Verbesserungen möglichst schnell beschlossen wird - und dass auch das Deinem Vater hilft, zu Dir zu stehen.

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...lieber Fragatn1995...

ich habe dir ma was kopiert zum Lesen in bezug auf das, was dir hier der MCimist antwortete:

Du solltest dringend in eine Therapie....so beginnen seine verlogenen Worte...

...ich habe dir mal von einer Hochschulgruppe aus Karlsruhe Denkanstöße hier eingebracht und zwar von : Schwule; Lesben, Bi-, Trans-, Intersexuelle;

„Ich will aber unbedingt heterosexuell werden! Wer kann mir helfen?“

Wer jetzt immer noch den Wunsch hat, seine/ihre sexuelle Ausrichtungzu verändern, dem kann man nur raten sich an einen der vom LSVD gelisteten Therapeutenzu wenden, die alle angeben, sich den Problemen von Lesben und Schwulenvorurteilsfrei zu widmen. Wer allerdings hofft, dass diese tatsächlich die sexuelle Ausrichtung verändern können, der wird enttäuscht werden: Führende Psychologen sind der Ansicht, dass sogenannte reparative Therapien nicht nur nicht zum Erfolg führen, sondern potentiell schädigende Wirkung für die Therapierten haben. In einer Studie zum Verhalten von Psychologen, gaben nur 4% der Therapeuten an, sie würden auf Nachfrage versuchen, die sexuelle Ausrichtung eines Patienten zu ändern. Ziel einer sogenannten affirmativen Therapie ist vielmehr, dass der Betroffene seine sexuelle Ausrichtung erforscht, akzeptiert, und in sein Leben integriert.

„Aber ich habe gehört, neuste wissenschaftliche Erkenntnisse behaupten, dass eine Heilung möglich ist.“

Vertreter der sogenannten Ex-Gay-Bewegung behaupten, sie könnten
helfen, eine vorhandene homosexuelle in eine heterosexuelle Orientierung
zu ändern. Wer psychisch halbwegs gesund bleiben will, sollte sich von
derartigen „Behandlungen“ unbedingt fernhalten! Unter beyondexgay.com
wird sehr gut zusammengestellt, welchen Schaden solche „Therapien“
anrichten: Viele Patienten haben nach jahrelanger Behandlung zwar nicht
ihre Homosexualität, dafür aber ihre geistige Gesundheit, ihre Freunde,
ihren Partner, ihren Glauben, ihren Job und jede Menge Geld verloren.
Grund genug, um aktiv gegen Psychologen vorzugehen, die mit solch „wertlosen Therapien Menschenleben zerstören“.

...und auch zwei verschieden Meinungen dazu:

1.)

„Krankheit“, „psychische Störung“ -> falsch, siehe Punkt 1 oben im Artikel

„erfolgreich therapiert“ -> falsch, siehe letzter Punkt oben im Artikel„Nur die Medien wollen uns einreden, dass Homosexualität in der Gesellschaft toleriert werden müsse.“ – > nein, das wollen dir die Homosexuellen einreden, die von dir einfach nur in Ruhe gelassen werden wollen, und ansonsten die gleichen Rechte für sich in Anspruch nehmen, die du für selbstverständlich hälst.

„unsere gesellschaftlicher Struktur, Ethik und Moral vollkommen
zerstört“ -> nein. Homosexuelle gab es schon immer, und wird es auch
immer geben. Das hat nichts mit Ethik und Moral zu tun. Diskriminierung von Homosexuellen (bzw. die Unterlassung dessen) hat aber sehr wohl etwas mit Ethik und Moral zu tun. Siehe auch: „Die Homo-Ehe zerstört die Gesellschaft, weil…“

„die Fortpflanzung der menschlichen Rasse gefährdet.“ -> Die menschliche Rasse wächst pro Tag um etwa 200.000 Menschen.
Das Bevölkerungswachstum ist eines der zentralen globalen Probleme. Und
wer ist daran schuld? Jedenfalls nicht die Homosexuellen…

2.)

Oh Gott, oh Gott! Ich glaube ich bin die Erste hier, die tolerant gegenüber der Homosexualität ist!

Wenn ich lese was ihr alle hierhin schreibt! Homosexualität und

Erbkrankheit, was für ein Schwachsinn! Das ist weder eine Erbkrankheit

noch sonst irgendwie ansteckend.

Es tut mir sehr Leid, dass ihr damit nicht klarkommt, besonders dann,

wenn man selbst „betroffen“ ist. Das ist doch kein Leben wenn man sich

den ganzen Tag selbst anlügt. Versucht euch doch selbst zu akzeptieren.

Ich wanke ehrlich gesagt zwischen den zwei Richtungen, da ich noch jung

bin. Aber ich glaube ich habe trotzdem mehr Grips als einige von euch

hier

..

.lieber Fragant

..., ich weiß ja, daß du dich zu deiner Homosexualität bekennst; ich fand

dein Outing

auch in Ordung; sieh  mal..., das, was dein Vater von sich gibt, ist doch für dich nicht maßgebend; es ist dein Leben, deine Zukunft, deine Liebe, die du ganz sicher noch sehr genießen wirst, mit deinem Partner/Liebling; alles erdenklich Gute, liebe Grüße aus Köln

DiColonna 21.03.2017, 14:20

Das ist genau richtig.
Homosexualität ist weder medizinisch noch psychologisch eine Krankheit.
Therapierten werden muss, wer das nicht einsieht, und damit nicht leben kann.

Ein Patient sagte mir einmal(Therapie wegen etwas ganz anderem)
Ich habe meinen Eltern gesagt: "Ihr wolltet immer einen zweiten Jungen haben, aber ich bin ein Einzelkind geblieben. Jetzt bekommt Ihr demnächst einen Schwiegersohn. Seht es mal von dem Standpunkt."

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don2016 21.03.2017, 14:23
@DiColonna

...der 2. Absatz, wo dein Patient das so sagte, finde ich super; eine passendere, bessere Antwort kann man seinen Eltern nicht geben...sehr gut

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don2016 21.03.2017, 14:29
@don2016

...und vielen Dank für die "hohe Meßlatte"...liebe Grüße

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Fragant1995 25.03.2017, 12:26
@don2016

Ich möchte meine sexuelle Orientierung gar nicht ändern, da wurde was missverstanden :)

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don2016 25.03.2017, 12:39
@Fragant1995

...da kam/war was von dem: MCimist..., ich finde den Text jetzt nicht auf Anhieb; aufgrunddesssen habe ich ja so einiges geschrieben...(sieh mal mene Antwort oben am Anfang)...

..hast du dich gefreut, was ich in PN geschrieben habe ?

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Dein Vater ist Beratungsresistent. Wenn er damit nicht klar kommt ist es seine Sache. Verbiete ihm sich weiterhin in das Thema einzumischen, immerhin bist volljährig. 
Bei so etwas muss man klare Grenzen setzen. 

Ich frage mich nur eines. Wie soll dich jemand damit erpressen? In der Bundeswehr findest du zum beispiel in jeder Gruppe mindestens 1 Homosexuellen. Da sind 10% der Soldaten Homosexuell. 

Dein Vater sollte echt mal seine Augen auf machen und sie nicht vor der Wahrheit verkneifen.

Ich denke, dein Vater meint es gut, und lebt in dem Glauben, dir das ausreden zu können.
Ich wünsche dir sehr, dass er irgendwann seine Einstellung ändern kann, wenn er deinen weiteren Lebensweg mitverfolgt, und allmählich lernt, dass er die Tatsachen nicht ändern kann.
Gruß

Er hat Angst das dir etwas passiert und er will dich davor schützen. 

Das er dabei vollkommen überreagiert merkt er wahrscheinlich nicht. Natürlich spricht da auch die Erfahrung die er als Polizist gemacht hat aus ihm. 

Nimm dir einige Ratschläge zu Herzen. Sei vorsichtig mit Daten im Netz, sollte man sowieso. Man muss nicht allen Leuten direkt sagen, hallo ich bin max und ich bin schwul. Machen heteros ja auch nicht. 

In erster Linie ist es deine sexualität und die geht niemanden etwas an! 

Versuch etwas Verständnis für deinen Vater aufzubringen. Er ist in einer anderen Zeit geboren und durch seinen Beruf natürlich alarmiert 

das es heute noch Ansichten geben tut ist doch eine Sch...ß - aber ich habe dir auch schon auf deine andre Frage geantwortet - Gott sei dank sind heutzutage - sind die Ansichten und die Chancen gegen über Lesben und Schwule Toleranter - auch in der Politik / die Politiker sind heute gegen über uns Toleranter - und ja auch in der Politik muss noch viel gearbeitet werden - das wir auch gleichgestellt werden -

und noch mal wenn ich dir was Raten darf Lebe dein Leben , Liebe das was du möchtest

Trotzdem hoffe ich das du für dein Papa da bist - denn irgend wann braucht er dich bestimmt -

und wenn du jetzt gehen würdest , wie auch immer ( In Wut , Streit ) e4s kann immer was sein das du dann dich später fragen tust ob das was dann Passiert wieder gut gemacht werden kann -  

Das klingt so wie einer der schon viel erlebt hat in der Richtung, aber nicht viel positives, liegt wohl daran das er Polizist ist und die ruft man nicht wenn alles Friede freue Eierkuchen ist. Irgendwann hat man dann eine grundsätzlich negativen Eindruck von bestimmten Personen. ersuche dass mal zu versehen und zeige ihn dass es auch anders laufen kann.   

Ahoi! Dein Vater ist Polizist. "nachdenklich30" hat vollkommen recht. Als Polizist hat man so ziemlich viele Abgründe erlebt. Die Schlechtigkeit der Menschen ist das tägliche Geschäft. Das prägt. Was auch prägt ist der doch recht rustikale Grundton innerhalb der Polizei. Das ist beim Militär nicht anders und kann man auch nicht ändern. Dennoch spricht aus Deines Vaters Worten so wie Du sie mitgeteilt hast keine Homophobie. Nur Sorge um Dich. Nicht weil Du schwul bist, sondern weil Dir dadurch Nachteile entstehen könnten und er Dich davor beschützen will. Wenn ihm einmal klar ist, dass ein Gutteil der Männer in den Pflegeberufen schwul ist, und dass das sogar eher positiv gesehen wird, und Dir dadurch kein Nachteil entsteht, dann wird er schon mal eine Sorge weniger haben. Und wenn Du dann als Freund einen schmucken Polizeischüler mit nach Hause bringst, der vielleicht noch die selbe Aufassung von korrektem Dienst hat wie Dein Vater, ist alles in Butter. Im Ernst, such Dir Mitstreiter in der Familie, die ihm aus ihrer Sicht klar machen, dass Dir beruflich keine Nachteile dadurch entstehen, ganz im Gegenteil. Und die ihm zu verstehen geben, dass sie Dir voll und ganz vertrauen, dass Du keinen "Mist baust" und dubiose Internetaktionen abziehst. Dann wird er in seinem ohnehin vorhandenen Grundvertrauen in Dich bestärkt.

Fragant1995 23.03.2017, 23:18

Der Großteil seiner Familie hat leider was gegen Schwule, dahingegen die Familie meiner Mutter (Eltern geschieden) akzeptiert Homosexuelle. 

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Sorry, aber dein Vater ist nicht homophob. Er hat dich wohl zunächst mal falsch verstanden (in Bezug auf "Gefühl", erklär ihm das mal) und ansonsten hat er einfach nur Angst um dich. Er hat Angst davor, dass du diskriminiert wirst, das ist in keinster Weise homophob, allerhöchstens etwas überängstlich.

Das ist leider ne normale Reaktion...

Bei meinem Coming out hat mein Vater so ähnlich reagiert... Zwar nicht so offen aber gedacht hat er sich das allemal ^^

Das wichtige ist, dass du deinem Vater klar machst wie lange du schon von deiner sexuellen orientierung weißt und dass du dich nicht an ihn gewendet hast um hilfe zu suchen.

Du bist lediglich hier um zu zeigen, dass du so etwas deinem Vater anvertraust. Dummerweise hat er sich das vertrauen gerade kaputt gemacht.

Sag ihm das du sein Verhalten bzw. Schutzinstinkt verstehen kannst jedoch ist es nicht gerade unterstützend. 

Jetzt kannst du noch wahweise n kleinen hinweis auf dein Alter anfügen wie: "Der kleine junge von damals ist inzwischen 21... Ein alter in dem man sich längst für einen Weg entschieden hat".

Hoffe die Antwort konnte dir helfen. Über Kommentare freue ich mich immer ;D

mfg. Pascal

Songzitat für dich oder deinen Vater ^-^

Don't you remember when you were young
And you wanted to set the world on fire?
Somewhere deep down, I know you do
And don't you remember when we were young
And we wanted to set the world on fire?
'Cause I still am and I still do

Make no mistake we are not afraid
To bear the burden of repeating
What they're thinking anyway
Let's raise the stakes
On the bet we made
Let's decide to be the architects
The masters of our fate

Yeah, we still believe in all the things that we stood by before
And after everything we've seen here maybe even more
And I know we're not the only ones we were not the first
Unapologetically we'll stand behind each word

Rise Against - Architects 

Ich denke, er ist der gesellschaftlichen Entwicklung der letzten 20 Jahre irgendwie nicht gefolgt und steckt noch in den 1990ern.

Er macht sich Sorgen um dich.

Seine Reaktion ist sicherlich nicht die, die Du Dir gewünscht hast. Da gibt es positivere.

Aber es gibt auch sehr viel schlimmere.

Was möchtest Du wissen?