Geheilt nach einmaliger psychotischer Episode?

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3 Antworten

Ich habe zwar mit dem Thema Psychose keine Erfahrungen, wohl aber mit dem Thema Medikamenten- bzw. Drogenabhängigkeit und ich freue mich, zu lesen, dass es jemandem nach so langer Zeit wieder so viel besser geht. Das liest man hier tatsächlich sehr selten, aber vielleicht auch unter anderem deswegen, weil die Menschen, denen es nach einer schwierigen Phase wieder besser geht, nunmal viel seltener Fragen einstellen als Menschen, die sich zur Zeit in einer schwierigen Phase befinden. Dadurch kann es schonmal sehr depremierend und negativ sein, hier eine Frage von einer "verlorenen Seele" nach der anderen zu sehen, davon kann ich ein Lied singen. Aber auch wenn diese Plattform anfangs nicht für solche Fragen gedacht war, halte ich gerade das für etwas, das eine extrem wichtige Funktion dieser Community geworden ist, nämlich Menschen, die verzweifelt oder einsam sind, zu versuchen ein wenig aufzubauen. Du bist von daher eine angenehme Abwechslung. ;)

Ich glaube übrigens, viele Menschen haben nach der Überwindung einer schwierigen Phase einen Schub von Freude und Energie, weil sie häufig geglaubt haben, sie müssten für immer in negativen Gefühlen versinken und dann doch endlich wieder ein Licht am Ende des Tunnels sehen. Vor allem, wenn man eigentlich eine Frohnatur und ein Mensch mit Lebensfreude war bzw. ist und durch die negativen Erfahrungen und Probleme die Gedanken und das Denken lange negativ vernebelt und vertrübt waren, findet man nicht nur Lebensfreude, sondern darin auch sein "wirkliches Ich" wieder, das ist etwas sehr schönes. Viele (bekannte) Menschen, die andere mit ihrer Lebenseinstellung und Sichtweise inspirieren und ermutigen, sind Personen, die sehr schwere Zeiten durchgemacht haben. Dadurch bekommt man nämlich einen Fokus und eine Wertschätzung für das Leben und die eigene Lebensfreude, die den meisten vor so einer Erfahrung einfach fehlt. Kleinigkeiten und triviale Probleme, an denen man vorher verzweifelt ist, ist man dann bereit anzugehen. Die Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen und Stoffen zu erreichen ist ein Befreiungsschlag gegen psychische Zwänge und eine sehr tief sitzende und vorher scheinbar unlösbare Angst. Wer einmal über eine riesige Hürde gehen musste, dem fallen kleine Hürden danach viel leichter. Du solltest diese Einstellung auf jeden Fall beibehalten, du wirst sehen, eine positive Lebenseinstellung macht das eigene Leben und das des Umfelds besser und lebenswerter.

Meine Psychose ist durch Cannabis ausgelöst worden, und kam dann für 5 Monate und die Psychiatrische Anstalt, ich hatte davor eine akute Phase von etwa 5 Monaten, mit den Plussymptomen: Gedankenlesen, Stimmen hören, Wahnideen, Verfolgungswahn, Paranoia und Minussymptome von: Depression, Suizidgedanken und Konzentrationsstörungen.

Bin jetzt noch im Genesungsteil mit dem Medikament Olanzapin mit 5 mg, angefangen habe ich mit 17.5 mg. Jetzt spüre ich eig keine Symptome mehr von der Psychose. Nur eine gewisse Leere weil ich kein Cannabis mehr konsumieren kann, aber das Problem sei nebengestellt, sonst fühle ich mich nach Jahrelanger Depression eig wieder ganz normal. 

Lustig, Ich habe gerade meinen Profiltext verfasst. Dort steht auch was von meiner Psychose drin.

Ich hatte vor einem Jahr mal hier die Frage gestellt, warum es eigentlich so viel Berichte über Psychose-Erkrankungen gibt, aber fast keine über Genesung. Insofern: Danke!

Mir ergeht es leider (noch) nicht so wie dir. Ich habe aber das Gefühl, dass ich den richtigen Weg zum Glück und zur Gesundheit immer mehr sehe.

Lemoncake1 18.01.2017, 22:40

Ich kann dich nur ermutigen.Genauso ging es auch mir:))  Wenn dir dein Gefühl sagt, dass es bergauf geht, dann stimmt es meistens.Wir müssten zwar im Schnitt (nach meiner Beurteilung) etwas selbstaufmerksamer sein, als vlt andere die soetwas nicht durchlebt haben bzw. die keine Veranlagung haben.ABER:Es lohnt sich nie aufzugeben wenn man die richtigen "Rahmenbedingungen" hat (können sogar medikamentös, aber vorallem Persönlichkeits- und auch umfeldsbedingt sein) Auf letzteres hat man in der Regel weniger Einfluss.

aber Ich bin fest davon überzeugt dass dieser Quatsch von wegen "keine Heilung möglich" oder die 1/3 Regel in der Praxis nicht stimmen.Als Psychologiestudentin im ersten Semester weiß ich, dass das alles nur von Studien anhand Daten/Auswertungen stammt, die teilweise schon uralt sind.

Von daher: Du kennst dich am bester als die empirie. Wenn du merkst es wird besser, dann wird es das;))

Lieben Gruß 

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