Gehaltwunsch in Bewerbung

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5 Antworten

Hi, ich soll in meiner Bewerbund den Gehaltswunsch angeben.

Wenn die Firma es verlangt, solltest du es auch machen. Ansonsten kann es leicht passieren, dass deine Bewerbung wegen "Formfehlern" aussortiert wird und du nie die Chance bekommst, zu erklären, warum du so viel Geld haben willst ... und ob du es vielleicht wert bist. ;)

Mein frühestmöglicher Eintrittstermin steht schon ganz oben im Anschreiben.

Sowas würde ich - zusammen mit den weiteren Angaben (Gehalt, Dienstwagen, Spesen, etc.) - als letzten Absatz aufnehmen. Erst darstellen wer du bist und was du kannst; und dann sagen, was du haben willst, wenn man dich haben will.

Hinter den letzten Satz (über ein persönliches Gespräch,...)???

Davor.


An jene, die glauben, die Forderung nach Gehaltsangaben ignorieren zu können

Das geht im Regelfall in die Hose. Und zwar aus mehreren Gründen:

1) Fehlende Inhalte = Formfehler

Damit bist du bestenfalls noch zweite Wahl. Nicht nur, weil du gleich mal schon vor der Einstellung "(Arbeits-)Anweisungen" deiner (potenziellen) Vorgesetzten ignorierst, sondern auch, weil du damit anzeigst, dass du den Willen hast, das Bewerbungsgespräch komplizierter zu machen, als es sein muss.

Außerdem zeigst du eine weitere wichtige Sache an: Du hast keinen Plan, was du verlangen kannst respektive was du wert bist. Also kann man dich gut im Lohn drücken. Du wirst also, solltest du doch ins Vorstellungsgespräch eingeladen werden, IMMER - und AUSNAHMSLOS (abgesehen von Tariflöhnen) - ein, zwei oder sogar drei Gehaltsstufen niedriger aus der "Verhandlung" kommen...

2) Mit der "Gehaltsverhandlung" bis zum Vorstellungsgespräch warten

Klingt nett. Funktioniert fast nie. Die meisten Leute haben im Vorstellungsgespräch die Hosen gestrichen voll. Sie sind mit 1001 Dingen beschäftigt, zittern, würgen und würden sich am liebsten in einem Mauseloch verkriechen.

Auf der anderen Seite des Tisches sitzen aber Leute, die nicht nur unzählige Verhandlungen geführt, sondern auch noch einen ganzen Stapel weiterer Bewerbungen auf dem Tisch liegen haben.

Das sind die denkbar schlechtesten Voraussetzungen, um jetzt noch - ja, harte(!) - Gehaltsverhandlungen zu führen. Hart, weil die Firma wohl kaum sagen wird: "Hey, sag uns was du haben willst, und wir schlagen da noch 300 Euro netto drauf, weil du so mutig warst, unsere Anweisungen zu ignorieren."

Tatsächlich wird man dann ein "Unternehmens-Gehalt" aufdiktiert bekommen, zu dem die meisten auch noch den Habitus haben: "Wow! So viel?! Das kann ich doch nicht annehmen!"

Es ist also DEUTLICH GESCHICKTER, gleich mal von vornherein die Fronten zu klären und dazu zu stehen, wenn man Geld haben will. Sollte das zu viel sein, wird die Firma einen Gegenvorschlag machen und die Verhandlung beginnt ... schließlich heißt es doch GehaltsVERHANDLUNG, oder nicht?!

Natürlich setzt das voraus, dass man sich vorher erkundigt hat, was man verlangen kann. Wer schon im gleichen Job gearbeitet hat, hat einen Vorteil: Er verlangt einfach ein bisschen mehr, als bei der letzten Stelle. Alle anderen sollten sich umschauen und umhören.

Doch das muss so oder so getan werden, denn spätestens zum Einstellungsgespräch will die Firma wissen, was sie in die Spalte Lohn/Gehalt eintragen soll. Also kann man es auch vorher machen, nicht wahr?!

October2011 24.01.2013, 01:01

Schmunzel

Du hast damit völlig recht. Viele Mitglieder hier auf gutefrage sind aber eher jünger und haben damit kaum Erfahrungen. Die Ausbildungsvergütung lässt sich z.B. eher schlecht nach oben verhandeln.

Dazu kommt noch, dass oftmals Bewerbungsratgeber strikt befolgt werden ohne das man darüber nachdenkt, ob ein bestimmter Rat in ihrer Situation überhaupt einen Sinn ergibt.

October

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kayo1548 24.01.2013, 01:58
@October2011

"die Ausbildungsvergütung lässt sich z.B. eher schlecht nach oben verhandeln"

nein, das wäre wohl keine gute Idee^^ aber andererseits ist das glaube ich eher selten das man für eine Ausbildung seine Gehaltsvorstellungen angeben muss/soll

Und wenn irgendwo ein Festgehalt vereinbart wird kann man da ohnehin schlecht verhandeln, weder in der Bewerbung noch in einem Gespräch. Gibt es ein Angebot auf Verhandlungsbasis, so kann man da natürlich dann in einem Gespräch verhadenln (allerdings sollte einem natürlich klar sein, dass sich das Endgehalt wohl nicht mehr verdoppeln wird)

Das mit den Bewerbungsratgebern ist sowieso eine Sache: in jedem steht ein bisschen was anderes drinnen; das muss ja nichtmal falsch sein, denn es gibt ja teilweise mehrere Möglichkeiten was zu machen. Manche Ratgeber sind allerdings auch veraltet. Man muss da immer auch darauf achten auf dem aktuellen Stand zu sein.

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Unsinkable2 24.01.2013, 09:50
@October2011

Dazu kommt noch, dass oftmals Bewerbungsratgeber strikt befolgt werden

Noch so ein Ding. :)

"Bewerbungstrainer" sind meistens Leute, die mangels guter Bewerbungs- bzw. Verhandlungstechnik keinen anderen Job gefunden haben.

Um es mit Volker Pispers zu sagen:

Sie sind wie Eunuchen: Sie wissen wie es geht.

Im Regelfall kommt noch dazu, dass sie Zirkelreferenzen aufbauen, also aus Büchern zitieren, die wiederum von Büchern zitieren, die wiederum nach Bewerbungstrainings entstanden, deren Wissen wiederum aus Büchern stammt; wobei die Autoren gegenseitig aufeinander als "zuverlässige Quelle" verweisen.

Das ganze Wissen ist dann über viele Jahre durchgängig theoretisiert aufgebaut und lässt JEDEN PRAKTISCHEN BEZUG, also das "echte Bewerben" samt seiner Erfolge und natürlich auch Misserfolge missen.

Und am Ende hat man dann diese kriecherischen Leute, die zu feige sind, sich mit durchgestrecktem Rücken hinzustellen und zu sagen: "Du willst mich haben? Dann kostet es dich so-und-so-viel Geld, einen Dienstwagen und 30 Tage Urlaub. ... denn ich bin es wert, und das wirst du schon bald merken."

Stattdessen heißt's in den Bewerbungstrainings und -ratgebern oft genug: "Kriechen, verstecken, vertuschen, tarnen ... Sieh zu, dass du den Job bekommst ... um jeden Preis!" ... denn das ist das Einzige, was die "Bewerbungstrainer" aus eigener Erfahrung wissen: Wer tief genug kriecht, findet (fast) überall ein Loch; und wenn es nur eine Stelle als Bewerbungstrainer für Langzeitarbeitslose oder leicht zu beeindruckende Azubis ist...

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Hi,

ich würde es relativ weit unten einfügen - schließlich soll nicht der Eindruck entstehen, dass dir das Gehalt am wichtigsten ist ;-)

October

kayo1548 24.01.2013, 00:27

richtig und es geht ja auch erst darum sich, seine Qualifikationen und die Motivation für die Stelle vorzustellen bevor man dann letztendlich seinen Preis nennt;

wenn man jemandem z.b. einen Fernseher verkaufen möchte geht man ja auch erstmal auf die Wünsche des Kunden und die Funktionen des Fernsehers ein bevor man den Preis nennt.

Und letztendlich ist eine Bewerbung ja auch nichts anderes wie eine konkrete Werbung oder ein konkretes Angebot und ein Bewebrungsgespräch ist nichts anderes als ein Verkaufsgespräch

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ich würde es nicht reinschreiben, das ist echt komisch, dass der das verlangt... schrieb doch dass du es für angemessener halten würdest, wenn er dir da zuerst entgegenkomt...

October2011 24.01.2013, 00:11

? Warum sollte das denn komisch sein?

Wenn die Firma für diese Position höchstens 50.000 im Jahr bezahlen möchte macht es keinen Sinn Arbeitnehmer einzuladen, die mindestens 65.000 haben wollen.

October

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MianNYC 24.01.2013, 00:21
@October2011

!?? weil es total unangemessen ist...? ! ? warum schreibst du so komisch?!?

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October2011 24.01.2013, 00:23
@MianNYC

Nein, es ist eben nicht unangemessen und bei Bewerbungen für bestimmte Stellen völlig normal.

October

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kayo1548 24.01.2013, 00:24
@MianNYC

Das ist doch nicht unangemessen; ganz im Gegenteil: je nach Beruf und Position ist das sogar Standard;

dabei kann es auch sein, dass es nicht nur um das Finanzielle geht, sondern auch um die Selbsteinschätzung des Bewerbs bzw. für wie viel er sich und seine Qualifikationen verkaufen möchte (obwohl das ja auch wenn nicht sogar umfangreicher in der restlichen Bewerbung zur Geltung kommt)

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Ich würde das nicht in eine Bewerbung schreiben. Sowas klärt man beim Vorstellungsgespräch.

ReDragon 24.01.2013, 00:04

Richtig, absolut kein Thema für die Bewerbung. Warte auf das Gespräch.

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Resi1993 24.01.2013, 00:08
@ReDragon

Ich hatte Bewerbungstraining und da wurde mir auch gesagt das gehört nicht in eine Bewerbung das gehört wenn überhaupt in ein Vorstellungsgespräch egal ob das in ner Stellenanzeige steht oder nicht

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kayo1548 24.01.2013, 00:09
@ReDragon

es gibt aber viele Firmen die eine entsprechende Angabe in der Bewerbung haben möchten; wenn man dazu aufgefordert wird sollte man das auch hinschreiben.

Wichtig ist hier natürlich ein realistisches gehalt bzw auch eine Gehaltsspanne zu wählen - weder zu hoch noch zu niedrig

Diese Gehaltsvorstellung kommt an Ende des Bewerbungsschreibens; ich würde das aber vor der Schlusslfoskel bringen

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kayo1548 24.01.2013, 00:12
@Resi1993

wenn das in einer Stellenanzeige steht und man ignroiert diese Aufforderung ist das sicher nicht unbedingt vorteiljhaft. Man fragt sich da entweder warum der Bewerber das denn nicht nennen möchte oder man fragt sich ob der Bewerber überhaupt die Stellenanzeige richtig gelesen hat.

nicht zu guter letzt kann das Gehalt auch einen Hinweis darauf geben für wie viel der Bewerber sich verkaufen möchte bzw. ob seine Qualifikaitonen und die angesbtrebte Position in realistischer Relation zu den gewünschten leistungen stehen;

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October2011 24.01.2013, 00:25
@kayo1548

Richtig. Als Bewerber sollte man schon noch wissen, was die eigene Arbeitsleistung wert ist und eine angemessene Gehaltsspanne angeben können.

Wer völlig daneben greift wird in der Regel nicht der Richtige für den Job sein.

October

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October2011 24.01.2013, 00:32
@Resi1993

Resi- bist du 1993 geboren worden? Wenn ja wirst du dich vermutlich nicht auf Stellen bewerben, bei denen es einen echten Gehaltsspielraum gibt.

Wenn man ein paar Jahre Berufserfahrung hat und sich für anspruchsvollere Stellen bewerben kann (da man kein Berufsanfänger mehr ist) sieht es anders aus als für Menschen, die sich auf ihre Ausbildungsstelle oder ersten Job bewerben.

October

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Unsinkable2 24.01.2013, 00:33

Ich würde das nicht in eine Bewerbung schreiben. Sowas klärt man beim Vorstellungsgespräch.

... zu dem es nie kommen wird, weil du schon vorher raus bist, wenn du nicht einmal die Stellenanzeige richtig lesen kannst/willst.

Es kommt gelegentlich vor, dass Firmen ihren "Preisrahmen" abstecken wollen. Das betrifft fast alle Führungsjobs und praktisch jede neu geschaffene oder "wiederbelebte" Stelle.

Im Regelfall dient es der Orientierung des Unternehmens - nicht so sehr dem Aussortieren habgieriger Bewerber. Im Gegenteil: Wer "überraschend viel" haben will und dazu noch einen guten Leumund samt guten Zeugnissen nachweisen kann, ist mehr als interessant und wird im Regelfall auch eingeladen.

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kayo1548 24.01.2013, 00:39
@Unsinkable2

"Wer "überraschend viel" haben will"

wobei überraschend viel nicht heißen sollte übertrieben viel; es sollte schon noch im Bereich der Realität sein (alles andere wirkt ja auch eher bescheiden); Mir ist klar, dass du das weißt - aber als Ergänzung für Leute die das lesen ;)

Wie viel man verlangen kann ist pauschal schlecht zu sagen; manche sagen man sollte vom jetzigen Gehalt 10-15% draufmachen; als Richtwert ist das vllt ok, aber man sollte sich natürlich auch Fragen inwifern sich Position, Aufgabengebiet und Arbeitszeiten verändern. Im zweifelsfall kann man auch eine Preisspanne angeben. Unter Wert sollte man sich (wie in der gesamten Bewerbung) keinesfalls verkaufen .

Das mit dem Preisrahmen abchecken bzw. zu schauen wie die preisliche Lage einer entsprechendne Position ist, ist sicher auch ein guter Grund für manche Unternehmen nach Gehaltsvorstellungen anzufragen - das stimmt.

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October2011 24.01.2013, 00:44
@Unsinkable2

Bei uns in der Firma wurden z.B. bei Bewerbungen auf die gleiche Stelle einmal 42.000 p.a. angegeben (wenig Berufserfahrung) und 65.000 p.a. (4 Jahre Berufserfahrung).

Für die Firma macht es einen Unterschied, ob der neue Mitarbeiter 23.000 im Jahr mehr kostet oder nicht. Ebenso wichtig ist die Berufserfahrung - kommt es darauf an wird man auch den teueren Bewerber bevorzugen, sofern er im Vorstellungsgespräch überzeugen kann.

Wenn ich mich bei Firmen bewerbe passe ich meine Gehaltsvorstellungen auch dem Job und der Firma an.

October

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October2011 24.01.2013, 00:49
@kayo1548

Nu, eine Freundin von mir hatte mit 60.000 viel zu hoch gepokert - und den Job deswegen nicht bekommen. Sie war für den Job einfach zu sehr überqualifiziert und hatte sich da bei der Gehaltsverhandlung vertan.

Nun hat sie bei einer anderen Firma ein Gehalt von 65.000 Euro - da stimmen dann aber ihre Qualifikationen für diesen Job (der nebenbei viel stressiger ist als der andere).

October

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kayo1548 24.01.2013, 00:56
@October2011

Letztendlich ist es ja auch wichtig, dass die Qualifikationen stimmen und überqualifiziert ist je nachdem sogar nachteilhafter sogar schlimmer als unterqualifiziert;

Je höher das Gehalt und die Position desto stressiger ist der Job meistens (im Gegensatz zur Meinung vieler Personen die denken das es da immer einfacher und lockerer wird); wenn aber Qualifikaitonen und die Berufsrichtung generell stimmen und man auch geforderter wird hat man ja je nachdem auch Spaß am Arbeiten (das wäre ja das Ideal^^ denn man verbringt ja ein Großteil des Lebens mit Arbeiten)

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October2011 24.01.2013, 01:08
@kayo1548

Na,

entweder die Firma sucht Menschen, die sie fördern können - dafür aber mit einem Anfängergehalt einsteigen. Oder aber erfahrene Mitarbeiter, die quasi vom ersten Arbeitstag an volle Leistung erbringen können.

Sind mehrere Stellen offen kann es gut sein, dass man nicht den Job bekommt, für den man sich beworben hat- sondern eine andere in der gleichen Abteilung. Oder deine Bewerbungsunterlagen werden an eine andere Abteilung weiter gereicht (das ist mir ständig passiert).

Und jupp, meine Freundin ist arg gestresst weil sie jetzt eine Geschäftsreise nach China machen darf. In der anderen Firma (wo sie zu hoch gepokert hatte) wäre das nicht passiert.

October

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kayo1548 24.01.2013, 01:52
@October2011

Stimmt, beides hat Vorteile;

Jüngere Personen kann man da entsprechend "bearbeiten" im Sinne von formen und bzw ggf auch an das Unternehmen binden, dafür können erfahrene Mitarbeiter gleich ans Werk gehen bzw. brigen fundiertes Wissen mit, das ja auch in die bisherigen Abläufe einfließen kann.

aber wenn man für eine ausgeschriebene Position überqualifiziert ist sieht das schon anders aus also mal extream ausgedrückt: ich bewerbe mich als Arzthelfer/in und habe ein abescghlossenes medizinstudium;

wie gesagt: das ist jetzt stark übertrieben ausgedrückt damit du verstehst worauf ich hinauswill

Wenn mehrere Stellen offen sind kann es natürlich passieren das das entsprechend weitergeleitt wird oder selbst wenn keien entsprechende Stelle geschaltet ist, aber man interessant erscheint und das Unternehmen Interesse hat, kann es auch hier passieren das man trotzdem zu einem gespräch eingeladen wird (Bzw gibt es auch Unternehmen die relativ stark auf Initativbewerbungen setzen, wobei diese imo nicht mehr so "angesagt" sind wie noch vor ein paar Jahren)

Da ist halt die Frage ob einem sowas mit Geschäftsreise Spaß macht oder nicht :D Aber ich denke man sammelt da halt schon Erfahrungen die man so vllt niemals sammeln würde und sieht Dinge die man ansonsten vllt nicht sehen würde; interessant ist das bestimmt ;)

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wenn es verlangt wird, dann muss es auch rein. ich hab das immer so gemacht: "mein frühstmöglicher eintrittstermin ist am XX. mein gehaltswunsch liegt bei ungefähr xxxxxx Euro p. a.".

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