Gehaltsvorstellung eines Quereinsteigers in die Buchhaltung?

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4 Antworten

Als Buchhaltungsfachkraft wäre ein Monatsgehalt im Bereich zwischen 2000 und 2300 Euro leider nicht unrealistisch. 2500 wäre schon recht hoch.

Sicher kannst du auf deine allgemeine Berufserfahrung bauen und auf deine sicher vorhandenen guten Zeugnisse und Benotungen in Linkedin usw verweisen sowie hervorragende Arbeitsproben und -nachweise vorlegen, die ein Monatsgehalt von 2500 oder mehr in deinen Augen rechtfertigen.

Bedenke aber, dass dir mit 40 die Zeit davon rennt. Und dass zu hohe Gehaltsforderungen der Ablehnungsgrund Nummer 1 ist, wenn es um qualifizierte Jobs geht.

Mein Rat, ganz subjektiv: Sei beim Gehaltswunsch bescheiden. Wenn es zu einem Vorstellungsgespräch kommt, kannst du immer noch das Gehalt thematisieren und dich dann zwar flexibel zeigen, aber auch deine Vorstellung artikulieren, dass du erwartest, nach der Probezeit oder einer angemessenen Zugehörigkeit zum Betrieb ein höheres Gehalt zu bekommen. Verbinde dies mit der Frage nach den Aufstiegsmöglichkeiten.

Und: Bewerbe dich auf alles, von dem du glaubst, dass du es kannst. Nur mal so als Hinweis, auch die Vertreiber von Handy-Spielen benötigen Buchhalter, auch Internetagenturen brauchen Leute, die das können, was du gelernt hast. Schau dich mal in weiterem thematischem Radius um. Da ist viel möglich!

infix 28.10.2016, 01:17

Hi und danke. Kurz ein Feedback dazu: eine Bewerbungstrainerin empfahl, niemals unter die 30000€ zu gehen. Ich merke halt, was ich mir schon gedacht hatte: die Vorstellungen gehen auseinander. Du schreibst, ich könnte bescheiden sein und das Thema dann im Vorstellungsgespräch thematisieren. Meinst Du damit: im Anschreiben keine konkreten Zahlen nennen, sondern auf ein etwaiges Vorstellungsgespräch verweisen, falls es zustande kommen sollte etc? Oder schon eine Zahl nennen, die aber gering ist und dann im Vorstellungsgespräch diese erhöhen oder was genau? Sorry, habe es nicht ganz verstanden. Danke Dir auch für die Tipps, wo man sonst noch gebraucht werden könnte als Buchhalter. 

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OnkelSchorsch 28.10.2016, 01:39
@infix

Doch, gib ganz konkrete Zahlen an. Larifaritypen will niemand einstellen.

Ach ja, "Bewerbungstrainerin". Guter Witz. Bei wievielen Stellen hat die sich wohl bisher erfolgreich beworben? Frag mal nach. Ich halte von diesen Schwätzern gar nichts.

Zu Zahlen:
Informiere dich, was in deinem Job in deiner Region verdient wird. Das ist in dem Rahmen, wie ich es oben schrieb. Wenn du dann als älterer Berufsanfänger dich gleich oben positionierst, nun, dann kannst du dir sicher selber ausdenken, was ein Personaler denkt, wenn er die Bewerbung liest. "Was ist das denn für einer? Keine Erfahrung aber will gleich Maximalgehalt? Nee danke, solche Typen brauchen wir nicht".

Also gib einen realistischen Gehaltswunsch als Anfangsgehalt (!) an. Beim persönlichen Gespräch kannst du dann nach Aufstiegsmöglichkeiten fragen. Naja, und wenn dir die eventuell nur gebotenen 2200€ monatlich nicht reichen, dann lehne halt ab.

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infix 28.10.2016, 02:12
@OnkelSchorsch

"Bewerbungstrainerin". Guter Witz. Ha, richtig so. Nein, die Dame schreibt seit 8 Jahren keine Bewerbungen mehr, sofern ich weiß. Ich habe neulich jemand anders, eine professionelle Bewerbungsschreiberin, mit einem Anschreiben beauftragt und zahlte kräftig dafür. Schrott. Absoluter Schrott mit Sätzen wie "Ich kann x zuverlässig, arbeite effizient und bin zuverlässig". Nichtssagendes geistiges Gefurze, welches ich meide. Tja, selber schuld. Zurück zum Thema: Danke für die Erklärung, damit kann ich was anfangen. Sorry, falls das jetzt penetrant wird, aber wie formuliert man so was: auf 6 Monate runtergerechnet? Wenn ich angeben will, dass ich z.B. in der Probezeit für etwa 2200 arbeiten würde, schreibe ich trotzdem aufs Jahr rechnet aus? Ist verwirrend, oder? Klingt es net komisch, wenn ich z.B. schreibe: "zwischen 13200 und 14000 brutto in der Probezeit"? Danke Dir trotzdem!

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OnkelSchorsch 28.10.2016, 14:06
@infix

Schreibe deine Gehaltsvorstellung als Monatsgehalt.

Etwa in der Art wie "Bezüglich des Gehaltes denke ich, dass in der Probezeit ein Monatsgehalt im Bereich von etwa 2300 € angemessen sein könnte".

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einen Lehrgang als Buchhalter ist kein Beruf sondern eine Weiterbildung. Ich sehe in Dir einen absoluten Anfänger in Sachen Buchhaltung, und würde mit 2200 beginnen. Nach oben steigerungsfähig nach Leistungen und Verantwortungsbereich. Ein Finanzbuchhalter der alles abdeckt ist deutlich mehr wert als ein Debitorenbuchhalter. Das kann ich im ERP auch machen ohne Buchführungskenntnisse zu haben.

Einem Bilanzbuchhalter würde ich Anfangs maximal 3000 geben.

Tipp: Bewerbe Dich bei Steuerberatern. Die suchen immer händeringend Fachleute und dort kann man eine Menge lernen.

infix 28.10.2016, 01:08

Grüß Dich, danke für die Tipps und die Sachlichkeit. Tatsache ist, dass ich qualifikatorisch zwar Finanz- und Lohnbuchhaltung kann, aber wie besprochen Anfänger bin. Sorry, "absoluter Anfänger" klingt mir dann doch ein bisschen zu gefährlich, einen "absoluten Anfänger" würde ich auch an nix ranlassen eigentlich :) Was die 2200 angeht: Ja, damit kann ich zunächst einmal auf jeden Fall leben, München hin oder her. Was den BiBu angeht, gestatte mir eine kurze Anekdote: ein Bekannter aus dem Kurs hat, nachdem wir mit dem Kurs fertig waren und eben weil er bereits 8 Jahre in der Fondsbuchhaltung gearbeitet hatte (alles "on the job" gelernt), gleich mit dem Bilanzbuchhalter bei der IHK begonnen. Die IHK verlangt ja die mindestens 6 Jahre Berufserfahrung ohne staatlich anerkannten kaufmännischen Abschluss, sonst keine Zulassung zur Prüfung. Er hatte mir gesagt, ohne 4500 brutto im Monat werde er nicht arbeiten, wenn er mit der Bilanzbuchhaltung fertig ist. Du schreibst, Du würdest einem Bilanzbuchhalter anfangs nie mehr als 3000€ zahlen. Krass, denke ich.

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Sei doch diplomatisch und biete einem potentiellen Arbeitgeber an, in der Probezeit (3-6 Monate) dich völlig nach den gehaltsvorstrllungen des AG zu richten, - nicht zuletzt um dich auch einarbeiten zu können- aber nach der Probezeit möchtest du dann schon Verhandlungen über ein Gehalt führen, das dir auch eine Perspektive bietet!

Dann wirst du sehen was du deinem boss wert bist, hast erstmal nen Job und kannst dich ggfs aus einer ungekündigten Stelle besser bewerben, als als Quereinsteiger ohne echte Berufserfahrung!

Und rede nicht vom Monatsgehalt ! Nenn dein Jahres- brutto!

In der Probezeit zummeinarbeiten fände ich 2000-2500 ok, nach der Probezeit 500€ mehr angemessen (also ca 35-36000/Jahr)

infix 28.10.2016, 01:22

Danke Dir. Was Du so beschreibst, finde ich gut, es löst gleichzeitig mehrere Probleme bei mir, damit ich mich eigentlich aufs Wichtigste konzentrieren kann, also die Bewerbungen an sich. Das mit den 35000-36000€ dann am Ende klingt mehr nach München, wäre mir aber zu viel, es sei denn ich wäre Lohnbuchhalter mit ein paar Jahren drauf. Danke nochmals und schönen Abend noch

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3000 Euro im Monat würde ich verlangen 

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