Darf der Arbeitgeber nach einer Kündigung Geld vom letzten Gehalt einbehalten weil im laufenden Jahr zu viel Urlaub genommen wurde?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Wurde der Urlaub "nur" schon genehmigt oder hast Du diesen auch schon genommen und bezahlt bekommen?

Wenn Du ihn genommen hast darf der AG das dafür gezahlte Urlaubsentgelt nicht zurückfordern (§ 5 Abs. 3 Bundesurlaubsgesetz).

Wenn der Urlaub aber noch nicht angetreten ist oder der AG das Urlaubsentgelt noch nicht  bezahlt hat, braucht er dem AN nur das Entgelt für den erworbenen Urlaubsanspruch zu bezahlen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Ursusmaritimus
05.04.2016, 06:58

Richtig! und dies ergab sich erst aus den weiteren Kommentaren des TE......

0
Kommentar von PrincipessaCS
05.04.2016, 07:36

Hallo Hexle, entschuldige, dass scheint ja jetzt hier der entscheidende Punkt zu sein. 

Ich wurde vor Urlaubsantritt vor die Wahl gestellt und "musste" den gebuchten Urlaub antreten oder zu 100% zahlen. Das habe ich dem AG mitgeteilt. Nachdem ich zurück war, war mein ursprünglicher Urlaubsantrag umgestellt: Der zu-viel-Urlaub war jetzt "unbezahlt". Das allein ist doch schon komisch? Was meinst Du?

0

Du hast doch die Antwort schon gefunden, natürlich gilt das Bundesurlaubsgesetz! Darüber geht nichts!

Die Rückforderung des Gehaltes war unrechtmäßig, allerdings darf er eine Urlaubsbestätigung ausstellen wonach du in diesem Kalenderjahr schon XX Tage Urlaub hattest. Dies kann beim Urlaubsanspruch des nächsten AG verrechnet werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung


Ausscheiden in der ersten Hälfte des Kalenderjahrs

Das Urlaubsentgelt für die zu viel gewährten Urlaubstage kann nicht zurückgefordert werden, wenn der Beschäftigte mehr als 6 Monate im Arbeitsverhältnis stand und somit die Wartezeit erfüllt hat und in der ersten Hälfte eines Kalenderjahres ausscheidet (§ 5 Abs. 3 BUrlG).


Ausscheiden in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres

Das Rückforderungsverbot hinsichtlich zu viel gewährter Urlaubstage greift nur bei Ausscheiden in der ersten Jahreshälfte. Somit kann bei Ausscheiden in der zweiten Jahreshälfte das Urlaubsent gilt für zu viel gewährten Urlaub zurückgefordert werden (§ 812 Abs. 1 BGB). Dies gilt
allerdings nur hinsichtlich der über den gesetzlichen Mindesturlaub hinausgehenden Urlaubstage (Urlaub für das Jahr der Beendigung des Arbeitsverhältnisses festsetzen).




Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DerSchopenhauer
05.04.2016, 06:57

"Genehmigung des Urlaubs war die Kündigung nicht bekannt"

Das ist das Betriebsrisiko des Arbeitgebers.

1
Kommentar von Familiengerd
05.04.2016, 12:12

Dann wäre für den von Dir dargestellten Fall "Ausscheiden in der ersten Hälfte des Kalenderjahrs" nur noch zu klären, ob das Urlaubsentgelt auch schon vor dem Urlaub gezahlt (wie es eigentlich sein müsste); denn bei Zahlung nach dem Urlaub kann der Arbeitgeber das Urlaubsentgelt um zu viel genommenen Urlaub kürzen.

1

Wenn Du vor dem 01.07. den Betrieb verlässt, hast Du nur Anspruch auf 1/12 des Jahresurlaubs je gearbeiteten Monat. Somit ist der darüber hinaus genommene Urlaub als unbezahlten Urlaub zu stellen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von PrincipessaCS
05.04.2016, 06:29

Hallo Novos, danke Dir! Steht das auch irgendwo im Bundesurlaubsgesetz?

Ist es dann auch Ok ohne mein Wissen den vorher genehmigten Urlaubs Antrag nachträglich und ohne meine Zustimmung  teilweise in "unbezahlt" zu ändern?

0
Kommentar von Ursusmaritimus
05.04.2016, 06:29

Das wäre der Anspruch, dieser wurde überschritten.....jetzt ist eine Rückforderung gemäss BUG nicht mehr möglich.

Erster Satz richtig, zweiter falsch....

1
Kommentar von Novos
05.04.2016, 06:34

Ergänzung meiner Antwort: Der AG wird eine Urlaubsbestätigung für den zukünftigen AG ausstellen, dass Du X Urlaubstage im Vorgriff erhalten hast, die der neue Betrieb dann nicht gewähren muss.

0

Wie lang warst du dort beschäftigt? Wann wurde "zuviel" Urlaub genommen (erst im lfd. Monat)?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von PrincipessaCS
05.04.2016, 07:07

3 Jahre. Ich habe die Kündigung sechs Wochen vor meinem letzten Tag in der Firma eingereicht, bin in den Urlaub. Das war im Monat vor dem Ausstieg. Dann arbeitete ich noch einen vollen Monat. 

0
Kommentar von PrincipessaCS
05.04.2016, 07:43

Habe das Gehalt im Monat des Urlaubs voll bekommen. Eine Bekannte aus dem Human Ressources Bereich meinte aber, per Rückrechnung geht das noch mehrere Monate später. Und das droht mir jetzt für das letzte Gehalt für den März.

0

Wenn zum Zeitpunkt der Kündigung der Urlaub "nur" genehmigt, aber noch nicht genommen war, muss der Mitarbeiter entweder auf den zuviel beantragten Urlaub oder auf die Bezahlung der Abwesenheit verzichten, wenn er den Urlaub machen will.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von PrincipessaCS
05.04.2016, 06:34

Danke auch für Deine Antwort. Bei der Kündigung wurde ich genau vor diese Wahl gestellt. Ich habe den Urlaub voll genommen da er zu diesem Zeitpunkt schon komplett gebucht war. Ich hatte ja schließlich Monate vorher die Genehmigung dafür bekommen.

0
Kommentar von PrincipessaCS
05.04.2016, 07:39

Also eine echt verzwickte Sache.. Ursusmaritimus, gibt es zu Urlaub angetreten etc. irgendwo was schriftliches?

0

Das würde ich mal bejahen. Du hast ja auch nicht gearbeitet. Beispiel: Ich habe 30 Urlaubstage für 2016, nehme alle im März und kündige zum Ende April.... das wäre ja ein Riesenvorteil für mich, oder ?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von PrincipessaCS
05.04.2016, 06:21

Danke für Deine Antwort. Ja, auf den ersten Blick hast Du recht. Im Bundesurlaubsgesetz habe ich aber was anderes gefunden und das verwirrt mich jetzt: "Hat der Arbeitnehmer im Falle des Absatzes 1 Buchstabe c bereits Urlaub über den ihm zustehenden Umfang
hinaus erhalten, so kann das dafür gezahlte Urlaubsentgelt nicht zurückgefordert werden."

0
Kommentar von DrCyanide
05.04.2016, 09:15

@grisu2101: Nein, es ist kein Vorteil, da du eine entsprechende Urlaubsbescheinigung für den nächsten Arbeitgeber bekommst und dort dann keinen Urlaubsanspruch mehr für das laufende Jahr hast.

0
Kommentar von Familiengerd
06.04.2016, 17:16

@ grisu2101:

Die Antwort ist falsch, wenn der betreffende Arbeitnehmer bereits mehr als 6 Monate im Arbeitsverhältnis war!

Darauf bezieht sich das von PrincipessaCS angeführte Zitat!

0

Was möchtest Du wissen?