Gegnerische Versicherung zahlt nicht vollen Schaden?

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8 Antworten

Die Versicherung muß lediglich den Zeitwert ersetzen, nicht den Neuwert. Denn Dir wurde kein neuer Reifen beschädigt, sondern ein gebrauchter Reifen.

Welchen Wert hat ein ein Jahr lang gebrauchter Reifen mit immerhin noch sechs Millimeter Profil? Das kann ich Dir leider nicht beantworten, aber dafür gibt es bestimmt irgendwelche Tabellen.

Zudem bist Du keineswegs gezwungen, einen neuen Reifen zu kaufen. Du könntest rein theoretisch einen gebrauchten Reifen kaufen, vollkommen unabhängig davon, ob überhaupt einer irgendwo angeboten wird.

Vor demselben Problem steht übrigens der Besitzer eines Totalschadens: Auto 18 Jahre alt, Restwert lediglich noch 300 Euro (also quasi Schrottwert). Der bekommt im schlimmsten Fall auch nur 300 Euro und darf nun zusehen, wo er eine so alte Möhre noch kaufen kann. Aber das ist sein Problem. Denn der entstandene Schaden besteht ja tatsächlich nur in der vollständigen Zerstörung eines vormals zumindest fahrbereiten Schrotthaufens im Wert von 300 Euro.

Die Versicherung des Gegenseite (des Schadens-Verursachers) hat einzustehn für die Wiederherstellung des unbschädigten Zustands. Daß dieser danach - wegen verbauter Neuteile - besser ausfallen kann, ist dem Gechädigten nicht anzulasten. Richtigerweise und professionell läßt man bei derartigen Schäden eine selbst bestellen Gutachter draufschaun und fordert dann die Versicherung des Unfallgegners zur Übersendung einer Kostenübernahmebestätigung auf. Dann gehts ab in die Werkstatt, hier wird entsprechend ausgeführt, Rechnung gestellt und an den Versicherer direkt zugeleitet. Auch die Gutachterkosten gehören übrigens zur Versicherungsleistung die hier bei eindeutiger Sachlage zu Leistung verpflichtet ist. Oder sagen wir mal, verpflichtetet gewesen wäre. Denn Du hast ja den Scheck angenommen und dich damit praktisch zu diesem Abschlag zur Beilegung des Schaden-Falles (der Ersatzleistung dafür) einverstanden erklärt. Dumm gelaufen! Das nächste Mal bist Du dann wohl schlauer.

Für mein Dafürhalten muss dir die Versicherung nicht nur den Reifen und die Felge bezahlen (also das bloße Material), sondern auch die Reparatur. Es ist ja wohl nicht zuzumuten, dass du als Geschädigter die De- und Montage selbst vornimmst.

Vielleicht kannst du das "auf dem kleinen Dienstweg" mit der gegnerischen Versicherung klären. Du kannst denen ja "durch die Blume" klarmachen, dass du den Wagen, weil du natürlich keinen Sachverstand hast, am besten in eine Werkstatt gibst und dir für die Ausfallzeit einen Leihwagen nehmen würdest. Sag auch, dass du schon mit der Werkstatt gesprochen hättest und das der Meister schon gesagt hat, dass man AUF JEDEN FALL die Reifen achsweise erneuern müsste - wegen der Sicherheit. Und du willst ja sicher unterwegs sein. Dann würdest du die Rechnung einreichen. Das würde die Versicherung erheblich teurer kommen als 250€. Manchmal lassen die sich auf so einen Deal ein.

Du kannst dir auch direkt einen Kostenvoranschlag bei einer Werkstatt kaufen. Am besten ist es, wenn du mit dem Meister gut kannst. Der macht dir dann einen "richtig guten" Kostenvoranschlag, mit dem du dann bei der Versicherung abrechnest. Reparieren musst du es aber dann nicht.

baraba 15.03.2012, 11:54

@kosy3 - die Schadenbegutachtung wird meist von einer beauftragten Werkstätte des Versicherers gemacht. Man kann im Vorfeld selber eine andere Werkstätte heranziehen, entscheidend ist aber das Gutachten der Versicherungswerkstätte. Die arbeitet übrigens nicht FÜR die Versicherung, sondern muss unabhängig begutachten. Und Deine tollen Tips bzgl. Meister "gut kennen" sind alles Wirtshaustischmärchen. Die Versicherer kennen alle Tricks der Kunden und das ist auch gut so.

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kosy3 15.03.2012, 20:15
@baraba

Meist. Ja. Aber bei einem Schaden von 250€ macht bei einer Versicherung normalerweise keiner einen Finger krumm. Bei solchen "Kleinschäden" wären allein schon die Spesenabrechnung eines Sachverständigen, der rauskommen müsste höher als der Schaden. In dieser Höhe, überlässt es die Versicherung oft dem Versicherungsnehmer einen Kostenvoranschlag einer Werkstatt seiner Wahl vorzulegen.

Von sog. Versicherungswerkstätten habe ich noch nie etwas gehört. Wie läuft das? Wie kommen die denn an das Auto. Der Versicherungsnehmer kann ja wohl kaum dazu verpflichtet werden, sein Auto selbst dort vorzuführen. Holen die das dann ab? Wer kommt für die km auf? Oder wird der Wagen auf einem Hänger abgeholt? ... Und das alles für einen solch geringen Schaden?

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es ist schon nicht in ordnung das die MWSt nicht erstattet wird. die muss die versicherung auf jeden fall für den reifen zahlen. in deutschland bekommt man keine reifen ohne mwst zu zahlen wenn sie neu sind. gebrauchte kann die versicherung nicht annehmen weil da nicht garantiert werden kann das sie nicht defekt sind im innern.

krebsbln 14.03.2012, 20:54

naja ne ich bekomm ja die MwSt dann wieder sobald ich den Schaden eingereicht habe und die Rechnung nachzeige ... mir geht es eher darum das der Reifen so abgewertet wird und ich aber trotzdem per Gesetzt gezwungen werde mir einen neuen zu kaufen da ich ja sonst nicht durch den TÜV komme :/

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imager761 14.03.2012, 21:10
@krebsbln

Welches Gesetz zwingt dich, Neureifen zu fahren? Der TÜV jedenfalls nicht, solange Karkasse und Felge unbeschädigt sind, keine altersbedingten Risse auftreten und die Mindestprofiltiefe vorhanden ist, ist das aus deren Sicht mangelfrei.

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Tut mir Leid für dich,ist aber gängige Praxis.Du kannst doch nicht für einen Reifen der schon etliche Km gelaufen ist Neupreis verlangen.Es wird immer nur Zeitwert gezahlt.

Schnapp dir nen Anwalt und verlange Schadensersatz!

Wenn dein Wagen durch den Unfall Schrott wäre, würdest du dann auch den Neuwert von der gegnerischen Versicherung fordern...?

Rufe sie an und sagen Ihnen, dass der Schaden zu ersetzen ist.

Frage sie, ob das ohne RA möglich ist.

Wenn nicht, dann nimm einen Anwalt. denen zahlen die auch.

Die versuchen es immer. Meist klappt es.

Eine elegante Methode ist es, das reparieren zu lassen und bei der Werkstatt eine Abtretungserklärung zu unterschreiben.

Scaver 14.03.2012, 21:32

Die Versicherung muss nur den entstandene Schaden zahlen und das tun sie ja auch. Der entstandene Schaden ist der Wert des geschädigten Objekts zum Zeitpunkt der Schädigung und NICHT der Neuwert!

Da bringt auch ein Anwalt nichts!

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baraba 15.03.2012, 11:51

@Findelkind : wie kommst Du zu so einer Empfehlung ?

Abgesehen davon, dass Du den Fragesteller auf eine völlig falsche Fährte führst ist es wohl nicht ratsam, bei so einem Betrag einen Anwalt anzudrohen. Das kostet den Versicherer einen Lacher. Die versuchen nichts, sondern sind einfach im Recht. Und Deine sogenannte elegante Methode ist reiner Unsinn. Du hältst Dich wohl für sehr klug - gell?

@krebsbin - Ich würde Ihnen raten schlicht und einfach den zuständigen Schadenreferenten aufsuchen und um eine Kulanzlösung bitten. Wenn man das höflich und halbwegs mit Benehmen rüberbringt, hat man gute Chancen. Weil dem Versicherer drohen, noch dazu wenn er im Recht ist, ist meist wenig aussichtsreich, aber ein ordentliches Gespräch bei diesen kleinen Summen kann durchaus Erfolg haben.

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