Gegenlektüre Peter Singer Philosophie?

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1 Antwort

Kenne kein Buch, dass sich explizit dahingehend mit Singer auseinandersetzt.

Als Lektüre ist aber bei dem Thema immer gut:

http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv088203.html

Das den deutschen Staat bindende letzte Urteil des BVerfG zu dem Thema.

Da dabei festgestellt wurde, dass ungeborenen individuell Menschenwürde nach Art. 1 Abs. 1 GG haben (das BVerfG hat den ungeborenen keine Menschenwürde verliehen, da zum Verleihen der Menschenwürde niemand Befugnis hat), ist damit streng genommen die Position Singers, der den "Wert" eines Wesens im Wesentlichen/rein nach aktueller/zukünftiger Leidensfähigkeit bzw. Bewusstsein "bemisst" und folglich ungeborene wenigstens in den ersten 10 Wochen der Schwangerschaft als für sich nahezu "wertlos" ansieht, verfassungsfeindlich, da es diesen ungeborenen die Menschenwürde absprechen würde.

Und jede Idee die auf Missachtung der Menschenwürde von irgendeinem individuellen träger dieser hinausläuft ist unvermeidbar verfassungsfeindlich; denn Menschenwürde ist nach GG immer bei jedem vorhanden und der Staat kann sie entweder versuchen zu achten (was seine Pflicht ist) oder sie missachten (was ihm unter allen Umständen verboten ist), es gibt kein drittes.

Ferner sind Singers Ideen natürlich auch deshalb verfassungsfeindlich, da er das, was er Spezizismus nennt, ablehnt, aber das GG ist unabänderlich "spezizistisch", da Art. 1 Abs. 1 GG nunmal formal unveränderlich lautet:

"Die Würde des MENSCHEN ist unantastbar."

während Tiere irgendwo als Hilfskonstrukt zur Förderung des Wohlergehens der Menschen in Art. 20a GG:

"Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen
die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung."

"in Verantwortung für die künftigen Generationen" = da für Menschen die Weiterexistenz von verschiedenem Getier nützlich ist, wird es halt geschützt; aber wenn uns was unterm Strich nur schadet kann es auch ausgerottet werden.

Ist also klar "Spezizismus" in der Verfassung und dieser ist aufgrund Art. 79 Abs. 3 GG auf "ewig" festgeschrieben.

Deshalb ist es auch folgerichtig, dass Singer eher wenig freundlich in D aufgenommen wird; komischerweise versteht er das nicht, aber es ist offensichtlich, sein Gedankengut ist vom GG aus verfassungsfeindlich und das öffentliche Verbreiten von verfassungsfeindlichen Ideen ist in D allgemein nicht gern gesehen.

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