Gegen Spat....

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5 Antworten

Gegen Spat hilft gar nichts. Erst recht nichts homöopathisches. Spat ist eine bestimmte Form einer Arthrose im Sprunggelenk und das ist eine degenerative Erkrankung der Knochen bzw. Knorpel, d.h. hier baut sich Material ab, das keine Maßnahme der Welt wieder aufbauen kann. Dabei kommt es immer wieder zu Entzündungen, während der die Pferde schmerzen haben. Je nach Fortschreiten der Degeneration sind die Pferde mehr oder weniger steif im betroffenen Gelenk - wie halt auch ein Mensch mit Arthrosen.

Was kann man tun, um den Pferden das Leben mit der Krankheit zu erleichtern?

Bewegung, Bewegung, Bewegung. Ich habe inzwischen mehrere Pferde mit Arthrosen bei der Umstellung in Aktivställe begleitet und muss sagen, keine andere Maßnahme bringt mehr als das viele Gehen dort. Alleine, um die Futterstationen, die Tränke, die Weide etc. zu erreichen, gehen Aktivstallpferde rund 20 km am Tag. Würde man das mit ihnen spazieren gehen, wäre man bei strammem Tempo 4 Stunden unterwegs, das kann man ihnen als Mensch nicht anbieten. Ein Boxen-Weide-Pferd kommt auf rund 6 km, wenn die Weide ausreichend groß ist und genug Herdenkollegen zum Laufen animieren, bei Koppelparzellen erreichen sie grad mal 3 km (durchschnittliche Trackingwerte). Stehen hingegen ist absolutes Gift für jeden Arthrosepatienten. Das heißt, selbst 20 km spazieren gehen täglich wäre ein "Tropfen auf den heißen Stein", müsste das Pferd zudem 3 Stunden am Stück oder mehr in der Box stehen. Bei den Aktivstallern sieht man das, wenn die mal länger an einer Raufe bleiben, dass sie ein paar Meter brauchen, um wieder weich zu werden in ihren Bewegungen.

Wärme. Direkt das Gelenk wärmen ist schwierig. Gamaschen ziehen sie gerne aus und zudem erhöht man das Risiko von Sehnenverletzungen, wenn man die Sehnenansätze unter den Gamaschen mit wärmt. Es gibt leider keine Gamasche, der man sagen kann, wärme nur den Knochen und lass die Sehne in Ruhe. Aber eine warme Muskulatur insgesamt ist kein Schaden. Das heißt, die Nebenwirkungen einer Winterdecke sind bekannt und nicht wegzureden, aber die sind noch weitaus geringer als die einer Medikamentengabe. Von daher wäre auszuprobieren, ob eindecken dem Spatertier hilft.

Kur mit einem Futterzusatz, der hilft, Synovia wieder aufzubauen. Es gibt ja eine Menge Futterzusätze, die meisten davon sind aber nur dafür da, die Beschwerden akuter Entzündungen zu lindern (Ingwer- und Muschelkalkpräparate). Zudem muss man mit denen aufpassen, dass sie nicht zu sehr auf den Magen schlagen. Wenige Produkte (ich kenne nur eines davon) hingegen "lehren" den Stoffwechsel, selbst mehr Gelenkschmiere zu produzieren. Wird ein durch die Arthrose rauhes Gelenk besser geschmiert, weil mehr Schmiere da ist, so entstehen Entzündungen nicht so leicht, d.h. ich kämpfe damit nicht gegen das Symptom an, sondern minimiere sein Auftreten. Das gibt man auch nur als Kur, bis der Stoffwechsel wieder entsprechend angeregt ist und kann es wieder absetzen.

Hilft das alles nichts, hat der Tierarzt noch verschiedenes im Medikamentenschrank, dann halt mit Nebenwirkungen, die es abzuwägen gilt.

Wichtig ist auch, zu verstehen, warum Spat entsteht, um sein Fortschreiten in Griff zu bekommen. Erschreckend oft sind Fehler in der Hufbearbeitung (ein Gelenk, das schief Druck bekommt, leidet langfristig einfach) und in der Arbeit mit dem Pferd die Ursache. Durch das Verstehen der Zusammenhänge kann man Rückschlüsse daraus ziehen, wie man dem Tier helfen kann, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen bzw. im glücklichsten Fall aufzuhalten oder eben auch ihm durch gezielte Einwirkung die starke Belastung nehmen, was den Entzündungsschub auch etwas abmildert. Das heißt umgekehrt aber auch, wer ein bisschen Ahnung von der Materie, den biomechanischen Zusammenhängen hat, wird grade einen Spater nicht in Rente schicken, sondern mit ihm täglich entsprechende krankengymnastische Übungen machen.

Wenn du da was geben willst kommst du nicht um einen Tierheilpraktiker herum.

Würde dir beim Tierheilpraktiker aber eher die Akkupunktur empfehlen, er kann damit die Entzündung hemmen, und die Gelenkschmiere anregen.

Homöopathische Mittel helfen nur, wenn man dran glaubt (Placebo-Effekt). Ich bezweifle, dass man ein Pferd dazu bewegen kann, an die Wirksamkeit eines Mittels zu glauben.

Ist der Placebo Effekt auch schon erreicht, wenn der Besitzer daran glaubt?

Ich erzähle dir jetzt etwas: Meine Stute hat immer gerne probleme mit der Nachgeburt, meine Tierheilpraktikerin hat mir ein Homöopathisches Globuli gegeben. Nach der Geburt, keine Wehen mehr bei der Stute - keine Nachgeburt lässt sich blicken. Ich gebe 3 Globuli das Pferd hat eine Wehe, o.k. kann Zufall gewesen sein, warten 20 min., geht nix, 3 Globuli 2 sec. später eine Wehe, o.k. vielleicht wieder Zufall, jetzt wird die Zeit langsam eng und ich gebe alle 5 min Globuli, nach jeder gabe ein Wehe, das ist kein Zufall mehr. Dann wieder 20 min nix geht mehr weiter. Dann ständige gabe von Globuli und die dann Wehe um Wehe auslösen bis die Nachgeburt endlich plups macht.

Warscheinlich hat mein Pferd nur daran geglaubt, oder?

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ich kenn die unterstützende behandlung mit Teufelskrallenwurzeln. Aber es gibt sicher noch andere.

Lindert die Entzündung ein wenig, aber begleitend sollte unbedingt auch alles andere an Möglichkeiten überprüft werden, zumal das Tier grade einen wirklich starken Schub zu haben scheint.

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Homöopathische Mittel helfen in der Regel gar nicht (vom Placebo-Effekt mal abgesehen).

Bei Tieren ist ein Placebo-Effekt bisher nicht bekannt.

Somit ist Homöopathie bei Tieren heraus geworfenes Geld.


Hallo, also erst einmal vorweg: Spat ist nicht heilbar! Es ist ja eine Arthrose im Sprunggelenk. Man kann nur versuchen, das Verknöchern zu verlangsamen bzw. auch zu beschleunigen. Denn nur in den Schüben (akute Entzündung) ist es für das Pferd schmerzhaft. Sind die Gelenke erstmal verknöchert, tut es nicht mehr weh, aber ist sehr steif. Du solltest dein Pferd dringend täglich ganz viel im Schritt bewegen. Mindestens eine Stunde. Vor dem Traben ne halbe Stunde Schritt reiten. Keine zu engen Wendungen reiten. Wenn er allerdings so doll lahmt, hat er wohl einen aktuen Schub. Daher würde ich doch den TA bitten, was Entzündungshemmendes zu spritzen. Und dann schleunigst das Pferd in Bewegung bekommen. Nicht nur rumstehen lassen. Spatpferde haben immer mal nen schlechten Tag. Entweder man reitet drüber weg und es wird besser, oder man reitet an dem Tag eben nur Schritt. Manchen Pferden hilft auch Tildren, damit die Verknöcherung schneller voran geht. Viel Glück.

http://www.pferd.de/threads/373987-spat-krankheitsverlauf-bzw-heilung

Das Pony wird gar nicht mehr geritten, aber sie lahm so sehr, obwohl sie am liebsten noch über die Weide galoppieren würde

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Wenn bei Tieren der Placebo Effekt nicht bekannt ist wiso reagieren die dann darauf?

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