"Geflüchtete"?

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23 Antworten

Es gibt immer mal wieder Wahnsinnige, die ihre Lebenszeit auf aufregende Dinge wie die Manipulation (Neger-->Schwarze-->Farbige) oder Verstümmelung (BürgerInnen) unserer (Schrift-)Sprache verschwenden. 

Das kann gruselige Ausmaße annehmen. Zum Beispiel, wenn sich Leute über Nacht selber einer Gehirnwäsche unterziehen und dann nur mehr von Myanmar sprechen. Burma? Was ist das? 

Achtung: Neusprechdiktionär.

Fantasiebildungen wie Asylbewerber oder Farbiger sollen dann Begriffe mit negativen Konnotationen ersetzen. 

Nur haben diese Leute nicht verstanden, dass sie – wie du ja selbst herausgefunden hast – damit die Wörter erst zu schlimmen Wörtern machen. Sie bilden sich ein, dass dieses oder jenes ein Schimpfwort oder beleidigend ist und schaffen diese Realität erst im Nachhinein mit ihrer korrekteren Sprache. Plötzlich ist man ein Rassist, weil man spricht wie jeder andere auch.

Wenn eine große Mehrheit in der Bevölkerung rassistisch ist und immerfort von den faulen Negern da unten in Afrika spricht, ändert Schwarze rein gar nichts an diesem Rassismus. 

Die [ Hier politisch korrekte Bezeichnung einsetzen ] da unten sind selber schuld, dass sie so arm sind. Die sind ja auch ein faules Volk.

___________

Die Deutschen und ihre folgsamen Hunde, wir Österreicher, sind ja bekannt für ihre Untertänigkeit. Dass man die Forderungen der Autoritäten mit römischem Einser erfüllen will, ist für mich die einzige Erklärung, wie sich solche Konstrukte auch tatsächlich durchsetzen können.

In den meisten Fällen geschieht das aber zum Glück nicht. Auch wer ›Refugees welcome!‹ schreit, spricht bei einem Bier in der Kneipe von Asylanten und Flüchtlingen, weil so der Sprachgebrauch aussieht. 

Es wird aber immer einige schwache Gemüter geben, die sich – mit einem Grinsen –  in die Reihe der gehirngewaschenen Zombies eingliedern. 

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Kommentar von earnest
11.08.2016, 10:43

Auch ich bin leider ein solch "gehirngewaschenes Zombie" - alldieweil ich das alte Burma mit dem Namen benenne, mit dem die dort lebenden Menschen ihr Land nun seit einiger Zeit bezeichnen.

Als zugegeben "schwaches Gemüt" frage ich dich: Hastest nich 'ne Nummer kleiner? Und 'ne Nummer weniger aufgeregt?

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Kommentar von MarkusGenervt
11.08.2016, 11:00

DANKE ! – bevor Deine Antwort evtl. gelöscht wird, weil Du die bösen Worte wie "BürgerInnen" benutzt hast ;-P

OK, jetzt war ich böse …  >:-))

Schreibt man das jetzt auch so in Österreich? Ist ja hammerkrass! Meine Güte, was ist den bloß aus unserer Gesellschaft geworden.

Bei so was kann ich nicht aufhören, über das "warum" und "wieso" und "wohin" zu denken.

Auf der einen Seite die Faschisten und auf der anderen Seite diese Toleristen. Und die Vernunft wird dazwischen aufgerieben.

Da habe ich doch jetzt Haderer im Kopf ;-)

Grüße nach Österreich :)

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Kommentar von mia68
12.08.2016, 12:41

Wenn eine große Mehrheit in der Bevölkerung rassistisch ist und immerfort von den faulen Negern da unten in Afrika spricht, ändert Schwarze rein gar nichts an diesem Rassismus. 

...so direkt und unmittelbar ändert es vermutlich erst einmal nichts, das mag sein. 

Allein aber der Umstand, dass sich Sprache wandelt, ist auch Ausdruck einer sich stets wandelnden Haltung, eines sich ändernden Bewusstseins! Und diesen Umstand darf man nicht unterschätzen.

Wie sagte grad gestern wieder Mr. Keating im "Club der toten Dichter": "Gedanken können die Welt verändern." Und recht hat er damit.

Siehe auch: "Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten......"

Ganz in diesem Sinne.     

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Kommentar von Almalexian
12.08.2016, 13:31

Nur mal so als kleiner Tipp, in deiner blinden Rage über Belanglosigkeiten: Asylbewerber ist ein ganz normales und schon recht altes Wort dass im Gegensatz zu Asylant für solche Menschen benutzt wird, die noch kein Asyl zugesichert haben sondern noch in der Bewerbung sind. Aber schön wie du dich hier selbst entlarvst, Kudos.

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Ich verstehe dich sehr gut und kann manchmal auch nur den kopf über sowas schütteln, denn wir haben genug andere Probleme aber das ist ein Produkt unsrer Politiker - Grüne z. B. die (aus meiner Sicht) oft unsinnige Änderungen wie z. B. das Universitäten umbenannt werden sollen damit klar daraus hervorgeht das es für männliche und weibliche Studierende gedacht ist (Bullshit halt).

Das umzusetzen kostet hunderte Millionen, denn es ist ja nicht damit getan neue Briefköpfe zu erstellen sondern man muss dann auch bestehende Schriftzüge an Unis umgestalten usw.

Das Flüchtlinge nun Geflüchtet genannt werden hängt einfach damit zusammen das sie, wenn sie hier oder anderswo Asyl erhalten ja nicht mehr auf der Flucht sind und demzufolge anders genannt werden können.

Und das Behinderte jetzt Menschen mit besonderen Befürfnissen genannt werden ist eine andere Art mit dem Begriff Behinderung umzugehen (kann sein das sich die Behinderten dadurch diskriminiert fühlten, ist mir aber nicht bekannt). Ich denke da hat mal wieder irgendeine oder einer zu viel Zeit gehabt und den Quatsch ausgedacht, denn im Grunde ist doch sowieso alles total scheinheilig, denn wer nimmt das denn tatsächlich ernst?

Es klingt allenfalls besser aber deswegen werden sie oder auch Flüchtlinge ja nicht besser behandelt.

Ich meine wenn es so wäre, dann müsste man ja auch in anderen Bereichen Erfolge vorweisen aber ich wüßte nichts zu sagen wo man durch eine Neue Namensgebung irgendwas bewirkt hatte.

Vor allem für so einen Quatsch haben sie Zeit aber bei dem Thema Stalking hatte der Gesetzgeber jahrelang keine stellung bezogen (das Gesetz dazu ist ja noch relativ jung).

Ich nenne Flüchtlinge weiterhin so und Behinderte auch, denn das ganze ist sowieso nur als Aufhänger zu sehen (in der Öffentlichkeit) wo man dann mit großen Gesten, kamerawirksam, große Phrasen labern kann was man tolles geleistet hat.

Bei uns gibt es eine Schirmherrin für ein Hospiz die sofort da war als die Presse Interesse bekundete aber später hat man sie nie wieder gesehen.

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Kommentar von MarkusGenervt
11.08.2016, 02:44

… wie z. B. das Universitäten umbenannt werden sollen damit klar daraus hervorgeht das es für männliche und weibliche Studierende gedacht ist …

o..O  … häää? … wat … wat … wat … wat is' ??? … wat is' ??? … hää? … wat? … wie?

So sah gerade meine erst Reaktion aus!

… (kann sein das sich die Behinderten dadurch diskriminiert fühlten, ist mir aber nicht bekannt) …

Dazu habe ich letztens einen Bericht aus einer Behinderten-Werkstatt/Heim gesehen, in dem die Bewohner auch der "Meinung" waren, dass dieses Wort diskriminierend sei.

Aber mit Verlaub, die wissen doch nicht mal, was das bedeutet. Ich habe selbst mit Behinderten gearbeitet und die haben nur darunter gelitten, dass sie aufgrund ihrer Behinderung diskriminiert wurden, aber nicht, dass sie als Solche bezeichnet wurden. Sonst hätten sie ja auch die ganze Zeit unter ihren Eltern und Betreuern gelitten. Die sind leicht beeinflussbar und ich weiß wohl wo das her kommt. Man sollte solchen Betreuern mal einen Maulkorb verpassen – metaphorisch gesprochen.

der Rest

Absolute Zustimmung.

Danke!

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Hallo!

Das Wort "Geflüchtete" begegnete mir zwar noch nie so wie auch "Menschen mit besonderen Bedürfnissen" --------> aber ich persönlich vermeide den Begriff "Flüchtlinge" sowieso, weil er schlicht negativ konnotiert ist.

Lange galten z.B. Heimatvertriebene aus Sudetendeutschen Regionen bzw. den deutschen Ostgebieten wie Schlesien, Pommern oder Ostpreußen auch als "Flüchtlinge" & werden tlw. in kleinen Dörfern noch immer so behandelt. Schier unglaublich, aber durchaus die Wahrheit. Sprüche wie "oh, der ist Flüchtling aus der Tschechei oder so" werden von Alteingesessenen immernoch benutzt, selbst wenn mancher Heimatvertriebene seit Kriegsende ebenfalls da wohnt.

Das Wort hat einfach einen unangenehmen Nachgeschmack. Auch "Asylant" ist eigentlich nicht angebracht/klingt unschön. Deswegen benutze ich eher die Worte "Asylbewerber" oder "Asylsuchender". Hat nix mit Political Correctness zu tun, aber ich kenne diese abfälligen Bemerkungen über "Tschechei-Flüchtlinge" noch aus meiner Kindheit & fand das immer ganz schrecklich abwertend.

Der Begriff "Behinderte" ist immer noch gebräuchlich & von "Menschen mit besonderen Bedürfnissen" habe ich in dem Kontext noch nie gehört. Würde ich auch nie sagen -------> das Wort "Behinderte" ist weder gehässig noch abfällig. Wenn es die Begrifflichkeit "Menschen mit besonderen Bedürfnissen" echt geben sollte -------> jap, das ist ein perfektes Beispiel für die Unsinnigkeit von politischer Korrektheit & schon deshalb für mich 'nen Grund sowas nicht zu sagen.

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Kommentar von MarkusGenervt
11.08.2016, 18:43

Danke für Deine ausführliche Antwort :)

Wie ich hier schon beschrieben habe, denke ich inzwischen, dass die Wörter "Flüchtling", "Asylant" oder "Behinderter" lediglich durch den diffamierenden Gebrauch dieses Negativ-Image erhalten haben.

Ich meine, dass die Sprache nichts dafür kann, sondern der Mensch, der sie missbraucht.

Wie Anderen und mir ebenfalls auffiel, ändert die Wortneuschöpfung leider nichts an den Einstellungen der Menschen, die diese Wörter missbrauchen. Dann werden eben früher oder später wieder diese neuen Wörter mit einem Negativ-Image behaftet und der ganze Müll geht wieder von vorne los.

Gerade geht mir ein Licht auf, ob es da auch einen Zusammenhang zu dem aktuellen Rechtsruck in der Bevölkerung gibt, nämlich in der Art, dass sich das Denken dieser Menschen nie geändert hat, nur eben die Art und Weise, diese Denke "höflicher" zu formulieren und unauffälliger in den Alltag zu integrieren.

Vielleicht sollten wir nochmal überdenken, ob es ratsam ist, solche Anfeindungen auf diese Weise zu tünchen.

Ein Haus, dessen Mauern verfault sind, hält auch die schönste Farbe nicht mehr zusammen.

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Sprache verändert sich nunmal im Laufe der Zeit. Schließlich sprechen wir ja heute auch nicht mehr so, wie vor 100 oder gar 500 Jahren. Das ist ein ganz normaler Prozess. Allgemein habe ich mit den modernen Begriffen also kein Problem.

Zu Flüchtlingen sage ich neben diesem Wort meist Asylbewerber, da Asylant oft von solchen AfD-Heinis oder anderen Rechten benutzt wird. Damit möchte ich nunmal nicht in Verbindung gebracht werden. Geflüchtete habe ich erst selten gehört.

Zu behinderten Menschen sage ich meist, dass diese geistig oder körperlich eingeschränkt sind, so erfährt man auch gleich um welche Art der Behinderung es sich handeln könnte aber das Wort "Behinderung" ist bei vielen ganz normal noch im Sprachgebrauch drin. Ich schätze mal, dass einige Menschen die vielleicht gering behindert sind (z.B. jemand hat ein Bein verloren) nicht unbedingt so genannt werden wollen, da man sie auf diese Sache reduziert obwohl die Person sonst noch komplett intakt ist. 

Bei Menschen mit andere Hautfarbe sage ich meist das Wort farbig, weil schwarz trifft ja nicht für alle zu. Viele sind auch mehr so hellbraun oder an sich eher bräunlicher und man sagt ja nicht Brauner außer vielleicht ruhig Brauner aber das hat wohl einen anderen Zusammenhang. Negerkuss oder Mohrenkopf kenn ich auch, da man das früher zu den Zeiten meiner Eltern und Großeltern gesagt hat aber ich mag diese Bezeichnungen nicht. Ich sag Dickmänner oder Schaumküsse. Das Wort Negerkuss passt auch nicht wirklich, da sich in den meisten Verpackungen welche mit Zartbitter-, Vollmilch-, und weißer Schokolade befinden.

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Kommentar von MarkusGenervt
11.08.2016, 19:24

Danke für Deinen Input:)

Normale sprachliche Entwicklung fand immer nur anhand der sich ändernden Umwelt, Lebensbedingungen oder allgemeinen Bildungsgrade statt. Sie hat sich aber nie irgend einer Politcal-Correctness-Bewegung unterworfen, weil es so einen Unsinn einfach nie gab.

Ich finde, das Wort "Neusprech" hat Huxley in seinem Roman "1984" schon damals vortrefflich satirisch dargestellt.

Es ändert einfach nicht das Denken – nur die Sprache, die dann immer wieder geändert werden muss.

Wieso machst Du bei geistig und körperlich Behinderten einen Unterschied? Wozu ist das gut? Sind körperlich Behinderte besser dran, als geistig Behinderte oder haben diese einen anderen sozialen Stand?

Wenn ich von "Behinderten" rede, dann deshalb, weil sie in irgend einer Art und Weise eingeschränkt und in unserem alltäglichen Leben dadurch behindert sind. Ein Mongoloider (nicht mal mehr der Thesaurus kennt/nutzt diesen Begriff) hat für mich die gleiche Wertigkeit, wie ein Querschnittsgelähmter, ich selbst oder eine Katze.

Den Unterschied machst du in Deinem Kopf, indem Du Dich diesem Diktat der Pseudo-Korrektheit unterwirfst.

Neger als "Farbige" zu bezeichnen, ist auch die Krönung des Dummfugs. Mal abgesehen, das keiner schwarz oder weiß ist, wäre "schwarz" – was ja den Ursprung des Unwortes "farbig" darstellt – eben keine Farbe, "weiß" hingegen schon. Ganz zu schweigen von der Hautfarbe der Europiden.

Es gibt einfach keine adäquate Alternativ-Bezeichnung. Afrikaner, Afro, Schwarze oder sonst was trifft es eben nicht oder ist bereits mit einer anderen Bedeutung belegt. Mal ganz abgesehen davon ist sowieso das inzwischen böse N-Wort die ursprünglichste aller Bezeichnungen (-> Niger-Gebietfür alle diejenigen ohne Erdkunde-Kenntnisse: das ist eine Gegend in West-Afrika, wo benannter Fluss fließt).

Wie oft soll diese Volks-Gruppe denn noch umbenannt werden?
Wann finden die Menschen endlich eine Bezeichnung, die nicht mehr mit Hass und Ablehnung diskreditiert wird? Wann findet dieser Unsinn endlich ein Ende?

Dieses Beispiel ist keine Ausnahme. Jede negative Wort-Beugung wird wieder eine neue Beugung nach sich ziehen, solange sich in den Köpfen nichts ändert!

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Hallo Lebenserfahrener,

als mehrfach-simultan-praktizierende Erwerbstätige (Multijobber) habe ich sehr vielfältige Gelegenheiten, den Umgang mit Sprache mit mittelprächtigem Erstaunen zu betrachten. Aus dem Hausmeister
ist der Facility Manager geworden, was nur in seltenen Fällen der Realität
entspricht, aber die Putzfrau heißt immer noch so, obwohl Reinigungsfachkraft, Haushaltspflegerin oder auch Cleaning Specialist wertiger klingt. Was eigentlich Call-Center-Agents sind, hat sich mir bis heute nicht wirklich erschlossen, so gesehen ist der Begriff maximal pigmentiert wesentlich eindeutiger, aber überflüssig, wenn Hautfarbe keine Rolle spielt. Oder spielen sollte.

Beim Unterschied von Flüchtlingen und Geflüchteten bin ich mir unschlüssig: Sollen vielleicht Flüchtlinge diejenigen sein, die einen anerkannten Status haben, und Geflüchtete die, die vor irgendetwas weggelaufen sind? Vielleicht ist es das Bedürfnis, mit neu geschaffenen Begriffen die Kenntnis neuer Entwicklungen zu zeigen, vielleicht ist diese Differenzierung nach Sylvester in Köln 2015 entstanden, zur politisch korrekten Umsetzung der Lebenserfahrung et jibt sonne un solche oder vielleicht auch nur um zu zeigen, dass man ein entsprechendes Problembewusstsein hat.

Da ich noch fünf Jahre arbeiten muss und mehr als zehn Jahre arbeiten werde, stellt sich mir die Frage: Bin ich oder wann werde ich Seniorin? Bleibe ich Best-Ager? Oder werde ich zunächst Everjobber und dann Kistenanwärter? Da ist eindeutig noch Raum für neue Wörter...

Na dann - so long, MarkusGenervt, es grüsst binsprachlos

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Kommentar von mia68
12.08.2016, 14:24

Dass es da bisweilen und im Einzelfall die seltsamsten sprachlichen Auswüchse gibt (was irgendwelche vermeintlichen "Manager" und "Agenten" angeht), wird wohl gar keiner anzweifeln wollen.

Dennoch glaube ich, dass es grundsätzlich nicht verkehrt ist, Begrifflichkeiten einem sich verändernden Bewusstsein anzupassen; da lässt sich in meinen Augen bei Weitem nicht jedem sprachlichen "Phänomen" mit einem derartigen Zynismus begegnen.

Was genauer ich damit meine, siehe oben (oder auch unten, je nachdem...).

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Kommentar von MarkusGenervt
12.08.2016, 20:26

Hallo binsprachlos,

Vielen Dank für Deine Antwort. Die ist wirklich witzig :))

vielleicht ist diese Differenzierung nach Sylvester in Köln 2015 entstanden,

Nein, das gab's schon länger. Ich meine, dies bereits so ca. 2013/2014 in der organisierten Freiwilligen-Hilfe für Flüchtlingen (auch so'n Wort-Monster) schon gehört zu haben.

Lies Dir mal meinen neuen Kommentar zur Antwort von mia68 durch.

Bin ich oder wann werde ich Seniorin?

Nein, bleib einfach lustig und toll ;)

Viele Grüße zurück!

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Für "Menschen mit besonderen Bedürfnissen" gibt es ja die besonderen Bedürfnisanstalten. Da sehe ich kein Problem.

Aber "Geflüchteter" statt "Flüchtling"? Das ist bei mir noch nicht angekommen. Ich "ganz alter Mann" bin bei Flüchtling hängen geblieben. Eine Schwägerin ist in der Flüchtlingshilfe tätig. Sie sprach bisher nicht von der "Geflüchtetenhilfe".

Man kann doch nicht einzelne Wörter diskriminieren, nur weil sie von einzelnen Personen mal missbraucht werden! Die Emanzen mit ihren mangelnder Sprachkenntnis haben doch schon genug Schaden angerichtet mit ihrem Wahn, das biologische Geschlecht sein von einem grammatischen Artikel abhängig. 

Und der frz. "Dome des Invalides" in Paris wird vornehm mit Invalidendom übersetzt statt sinngemäß mit "Lazarett".

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Kommentar von MarkusGenervt
11.08.2016, 09:07

Willst Du denn jedes Mal einen halben Roman erzählen, anstatt "Behinderte" beim Namen zu nennen? Das würde mir gewaltig auf den Senkel gehen.

Geflüchtetenhilfe

LACH, der war gut! Aber stimmt, ist schon arg inkonsequent – obendrein.

mit ihrem Wahn, das biologische Geschlecht sein von einem grammatischen Artikel abhängig.

Oh, ja!!! Man, dabei könnte ich unter die Decke gehen, wenn ich einen Text lesen muss, in dem ständig diese völlig kaputte Pseudo-Geschlechtertrennung forciert wird – oft dann auch noch orthographisch völlig falsch! Richtig schlecht wird mir, wenn ich so etwas dann auch noch korrekturlesen muss unter Beibehaltung dieses Unfugs! Das ist doch so was von daneben. Und wenn man dann auf grammatikalische Korrektheit beharrt, wird man gleich noch als Chovi denunziert. Bei soviel Dummheit und Ignoranz platzt mir immer wieder der Kragen.

… und wieder tief durchatmen … :-P

Dome des Invalides

Für "Invalide" fällt den Leuten bestimmt auch noch was ein, wenn jemandem auffällt, dass dies eigentlich "Ungültige" bedeutet.
;-)

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Was ein "Flüchtling" ist, steht in der Genfer Flüchtlingskonvention. Flüchtling zu sein ist ein Rechtsstatus, den man zuerkannt bekommen muss. 

Allein die Tatsache, vor einem Krieg oder einem Bürgerkrieg geflohen zu sein, macht einen noch lange nicht zum Flüchtling, weil es keine politische Verfolgung darstellt. Von daher ist der Begriff "Geflüchteter" durchaus eine passende Abgrenzung.

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Kommentar von mia68
03.09.2016, 12:11

...endlich eine erfreulich sachliche Antwort (möge sich hoffentlich auch der Paukenhauer von ganz da oben mal ansehen).

Ich wusste das nicht.

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Kommentar von MarkusGenervt
03.09.2016, 14:08

@zalto:

Nach Deiner Definition müssen wir also erst mal auf die Motivation und Fluchtursache, die Herkunftsländer, das Geschlecht und die Religion, sowie unsere eigene, sich ständig wandelnde, nationale Rechtssituation schauen, bevor wir entscheiden dürfen, ob es sich um "Flüchtlinge" oder "Geflüchtete" handelt.

Hey, eine herrliche Haarspalterei. Viel Spaß dabei.
Von hinten durch die Brust ins Auge …


@mia68:

Bevor Du hier selbst auf die Pauke haust, empfehle ich Dir, Dich mal selber über die Genfer Flüchtlingskonvention und ihre Wischi-Waschi-Definitionen zu informieren. Da steht nämlich nichts zu einer Kategorisierung der Begrifflichkeiten und sie überlässt vieles einfach den Unterzeichnerstaaten bezüglich den Motivationen, Motivatoren und auch Rechten der Flüchtlinge. Demnach gäbe es dann auch keine "Flüchtlinge" in Nicht-Unterzeichnerstaaten.


Diese Differenzierung ist absurd.

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Ich gehe davon aus, dass seitens Politiker und der heutigen Gesellschaft solche Ausdrücke einfach nicht mehr vertretbar sind. Warum?

Ja, das ist die große Frage, ein Grund ist aber sicherlich, dass wir in dieser so lieben und freundlichen Welt doch nicht als ein Land darstehen "dürfen", das über öffentlich rechtliche Einrichtungen, diese eventuell diskriminierenden Ausdrücke verbreitet.

Abgesehen davon finde ich es höchst anmaßend, das zum Beispiel aus dem Kinderbuch "Die kleine Hexe" (1996) von Ottfried Preußler, der ja 2013 verstorben ist, jetzt noch Änderungen an einzelnen möglicherweise diskrimnierenden Ausdrücke vorgenommen werden.

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Kommentar von MarkusGenervt
11.08.2016, 00:54

… diese eventuell diskriminierenden Ausdrücke …

Nun "eventuell".

Aber weil man nichts genaues weiß, macht man lieber mal alles platt.

Ich kapier's nicht.
Wieso können einige dumme Menschen die Sprache missbrauchen und die ganze "Intelligenzia" zuckt gleich zusammen und beugt dann mal schnell ganz offiziell die Sprache?

Es ist doch so, dass eben gerade durch diese Beugung, diese neutralen Wörter zu Schimpfwörter degradiert werden.

Ja, ich wiederhole mich, aber das geht mir jetzt echt nicht mehr aus dem Kopf. ;-)

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Bei der von dir ausgezeichneten Antwort, lieber Fragesteller, steht sinngemäß, dass es schlussendlich (sprich am Ergebnis - hier: bestehendem Rassismus) keinen Unterschied machen würde, wenn man einen Menschen nun als "Farbigen" und nicht als "Neger" bezeichnet.

Für mein Empfinden stimmt das so nicht.

Sprache ist für mich -im besten Falle- ein sehr fein austariertes Instrument für den eigenen Ausdruck, und somit natürlich: auch für die eigene Haltung den Dingen in dieser Welt gegenüber.

Allein das Benutzen eines Begriffs, der sich von den "landläufig und althergebrachten" verwendeten Begriffen abhebt, diese ggf. sogar ersetzt (Flüchtlinge ---> Geflüchtete), signalisiert für mich daher, dass sich da offenbar jemand inhaltlich mit einer Sache auch eingehender befasst hat. Und sowohl in der Lage ist, die Flüchtlingsfrage etwas differenzierter zu betrachten, als sie auch mit einer angemessenen Begrifflichkeit zu belegen.

Wenn man nur ein einigermaßen gutes Gespür für Sprache hat, dann dürfte einem eigentlich nicht entgehen, dass bei dem Wort "Flüchtling" beispielsweise lediglich die Tatsache der Flucht selbst umschrieben ist; losgelöst von allen begleitenden Umständen, Gründen etc. Sehr eindimensional sozusagen wirkt diese Betrachtungsweise auf mich.

Der Begriff des "Geflüchteten" umfasst hingegen auch das "geflohen SEIN, obendrein VOR etwas/jemandem" ! Da hat also jemand aus eigener Kraft einen Weg hinter sich gebracht, und augenscheinlich dies auch nicht grundlos... Die Aussage hier ist inhaltlich demnach sehr viel weitreichender und auch nuancierter (!) als bei dem obigen Begriff des "Flüchtlings".  

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Es lohnt sich also durchaus, so manch verwendetem Begriff im Einzelfall mal ein bisschen nachzuspüren. Um sich so seiner Wirkung etwas deutlicher bewusst zu werden, sich eben diese zu vergegenwärtigen.         

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Kommentar von MarkusGenervt
12.08.2016, 19:37

Danke für Deinen Input.

Allerdings kann ich immer noch keine Sinnverschiebung feststellen.

Was Du hier für "Geflüchtete" deklarierst, ist – nach Deiner Definition – ebenso auf "Flüchtlinge" anzuwenden. Keiner der beiden Worte assoziiert in irgend einer Weise etwas mit den Gründen oder dem Ort oder sonst irgend welchen Motivationen – lediglich den Zustand "Flucht".

Hingegen bezeichnet "Geflüchteter" (durch die Vorsilbe "ge-") die vollendete Ausgangs-Aktion (wie z.B. Geborener, Gestorbener, Gewinner, Gefangener), aber "Flüchtling" bezeichnet den unvollendeten und andauernden Zustand der Person/des Objekts (wie z.B. Keimling, Rohling, Zwilling, Häftling).

Dass nun heute immer noch "ehemaliger Flüchtling" verkürzt als "Flüchtling" bezeichnet werden, weil es eben kürzer zu sprechen ist, verbessert der Begriff "Geflüchteter" leider auch nicht (doppelte Silbenzahl), zumal er eben grammatikalisch und begrifflich nicht zutreffend ist.

In der Tat ist "Sprache […] ein sehr fein austariertes Instrument".
Es kann auch nicht schaden, sich mal genauer damit zu befassen. Dann kommt auch niemand mehr auf die Idee, sich die Sprache so zurecht zu legen, wie es gerade passt.

Wenn alle dieselben Worte benutzen, aber jeder etwas anderes darunter versteht, ist Babylon wieder perfekt!

Unsere Sprache hat bereits eine feste und präzise Bedeutungen. Nur neue Dinge erhalten auch neue Namen. Es gibt aus gutem Grund klare und feste Regeln.
Wer aber die bestehende Sprache – aus einer Laune heraus – beugt, macht irgendwann jede inhaltliche Kommunikation unmöglich – dann gibt es nur noch sinnloses Geplapper.

Wer Worte wie "Flüchtling" oder "Neger" in diffamierender Weise benutzt, hat bereits die Sprache gebeugt. Diese dann wiederum erneut zu beugen ändert nicht das Geringste an dem, was sich in diesen Köpfen abspielt.

Du kannst Dir neue Begriffe einfallen lassen. Dann werden diese Begriffe irgendwann sogar übernommen. Doch dadurch ändert sich niemals die Denke in den Köpfen derer, die vor Dir bereits eine Sinnverschiebung erreicht haben und diese Sinnverschiebung wird früher oder später erneut in die andere Richtung wieder eintreten. Dann musst Du wieder und wieder neue Wörter erfinden, aber die Ursache dafür wird immer wieder mit geschleppt.

Du honorierst den vorherigen Missbrauch der Sprache, indem Du neue Wörter erfindest und die Alten diesem Missbrauch überlässt.

Wenn Dich der Missbrauch stört, dann unternimm etwas dagegen, aber nicht gegen die wertfreien Worte.

(sprich am Ergebnis - hier: bestehendem Rassismus)

Wie meinst Du das jetzt? Den persistenten Rassismus in den Köpfen der Nutzer oder dass der Tenor dieser Diskussion rassistisch sei?

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Es geht darum Wörter zu finden die die Personen nicht negativ darstellen. Man kann über die Sinnhaftigkeit diskutieren, der Grund ist allerdings nicht ganz von der Hand zu weisen, da beide Wörter mittlerweile auch häufiger in diffamierenden Zusammenhängen gebraucht werden.

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Kommentar von Sandkorn
12.08.2016, 13:26

Und wenn die "neuen Wortschöpfungen" in einiger Zeit durch häufigen Gebrauch genau so "missverstanden/fehlinterpretiert" werden müssen neue Kreationen erdacht werden?

Wie schön, daß D keine anderen Probleme hat.

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Weil die Endung "-linge" das Wort verniedlicht und die Probleme dieser Menschen klein hält.

Denke nur mal an einen Keimling oder einen Schädling - beide sind in der Regel klein.

Allerdings ist das Wort "Flüchtlinge" noch in vieler Munde.

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Manche Begriffe haben eine diskriminierende Bedeutung.

So wurde das Wort "Flüchtling" teilweise als Schimpfwort gebraucht.

"Behinderte" reduziert einen Menschen auf das Behindertsein.

Aber ich bin auch deiner Meinung. Es wird da viel übertrieben.

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Kommentar von MarkusGenervt
11.08.2016, 01:00

Ja, und "Deutscher" reduziert mich dann auf mein Herkunftsland.
LOL – was für'n Kappes ...

Danke für Deine Antwort, das hat mich gerade doch zum Lachen gebracht. :-))
(Ich habe schon verstanden, dass das nicht Deine Meinung ist.)

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Kommentar von MarkusGenervt
11.08.2016, 00:33

Danke für den Artikel. :)

Wenn DAS eine Rechtfertigung (seitens Autoren und Gesellschaft) für diese "Neusprach" sein soll, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Viele empfinden sie als entmenschlichend ...

Ja, was da manche so empfinden, die mit ihrer eigenen Sprache nicht klar kommen, erübrigt wirklich jeden weiteren Kommentar.

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Man muss diese Ausdrücke nicht benutzen - nur weil einige politisch überkorrekt sein wollen.

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Kommentar von abssba1
11.08.2016, 00:18

Behinderte und Flüchtling ist vollkommen politisch korrekt

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"Geflüchtete" ist mir bisher nicht begegnet. 

Anscheinend unterscheiden sich unsere Lese- und Hörgewohnheiten.

Aber einiges finde ich auch albern - wenn zum Beispiel der gute alte Mohrenkopf unbedingt umbenannt werden muss. Oder wenn ein Dicker als "vertkal eingeschränkt" bezeichnet wird.

Gruß, earnest

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Kommentar von MarkusGenervt
11.08.2016, 06:00

Danke für Deine Antwort.

"Geflüchtete" geistert seit einiger Zeit durch Zeitungen und TV-Regional-Magazine.

Nun, für mich bleibt es der "Negerkuss". Selbst meine Freundin nennt ihn auch so und erst als ich sie mal drauf angesprochen hatte, fiel es ihr auf.

Aber "vertikal Eingeschränkte" kannte ich noch nicht. :-D
Ist das jetzt Ulk oder meinen das einige "Eingeschränkte" ;) ernst?

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Ich bin nicht muttersprachig, aber:

Mit dem Wort Geflüchtete könnte man darauf deuten, dass sie nicht nur nach eigene Entscheidung (aus Krieg oder Diktatur) geflüchtet haben, sondern jemand hat sie geflüchtet.

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Kommentar von MarkusGenervt
11.08.2016, 11:03

LOL – das hast Du sehr schön innovativ formuliert :))

Wie niedlich!

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Kommentar von don2016
11.08.2016, 23:45

@kordely...so nach dem Motto : ich bin geflüchtet worden...lg

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Verhaltensoriginell oder verhaltenskreativ ist da noch eine Erwähnung, wenn sich jemand merkwürdig benimmt;-)

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Kommentar von MarkusGenervt
11.08.2016, 00:27

Das kannte ich noch nicht.

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Diverse Änderungen beziehen sich nicht auf die soziale Umgangssprache sonder der gegebenen Amtssprache offiziell zu decken.

Die Eingliederung zur sozialen Umgangssprache ist gegeben. 

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Kommentar von MarkusGenervt
11.08.2016, 18:48

Aber das macht es doch noch schlimmer, wenn gleich schon die Amtssprache aus eben diesen scheinheiligen Gründen gebeugt wird!

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Das Wort "Flüchtling" könnte Assoziationen zu dem Wort "Zergling" wecken, wodurch man darauf aufmerksam werden könnte, dass es sich bei den geflüchteten um eine Invasionsarmee handelt.

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Kommentar von MarkusGenervt
12.08.2016, 18:10

Ich muss zugeben, dass ich von "Zergling" noch nie gehört habe.
Als ich gerade Nachgeschlagen habe, war mir auch klar warum:
Auch wenn ich ein großer Sci-Fi-Fan bin, sind aber die einzigen Spiele für mich am PC nur Solitär & Co.

Ich denke mal, dass auch die meisten dieser "Neusprecher" noch nie von "StarCraft II" gehört haben.

Aber ist schon ein bisschen witzig :)

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Vermutlich weil die Leute das Wort "Flüchtling" schon gar nicht mehr hören können.

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