Gedichtinterpretation Aufbau und Wichtiges

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3 Antworten

Für welche Jahrgangsstufe musst du das schreiben?... Hier ein Beispiel - Niveau Klasse 10

Fontane, Die Brücke am Tay

Aufgaben: 1. Formanalyse 2. Inhaltsangabe 3. Sachhintergrund 4. Interpretation 5. Schlussbemerkung

Denkbare Lösung:

Einleitungssatz: .... (fehlt noch)

Formanalyse:

Das eigentliche Gedicht besteht aus fünf Strophen zu je vier Paarreimen (jambischer Tetrameter), außerdem einem Prolog und einem Epilog, der von drei Hexen gesprochen wird (erkennbar am Verweis Fontanes zu "Macbeth" ganz am Anfang des Gedichtes.) Diese Stellen sind als Theaterelemente deutlich erkennbar, weil durch die Bezeichnung der wörtlichen Rede und die Anordnung der Gesprächselemente eine sprachliche Räumlichkeit geschaffen wird. Zu Beginn wird dem Macbeth-Zitat in englisch die deutsche Übersetzung gegenüber gestellt, auf die sich die folgenden Verse beziehen. Innerhalb der eigentlichen fünf Gedichtstrophen gibt es eine Symmetrie, beginnend mit Norderseite, Süderturm und wieder der Norderseite, von der aus die Katastrophe beobachtet wird. Hier spielt Fontane mit den Perspektiven des Erzählens, des Dialogs und der Fiktion.

Inhaltsangabe:

Im Prolog des Gedichtes vereinbaren die Hexen ihren Treffpunkt und die nächste Untat: die neue Brücke soll zerstört werden, möglichst mit dem Zug zusammen. Die Brückenwärter sehen aus dem Haus und erwarten den Zug aus Edinburgh voller Sorge, weil ein starker Sturm tobt. Ihr Sohn Johnnie ist der Lokführer und wird am heutigen Vorweihnachtstag sehnsüchtig erwartet. Während die Eltern warten, denkt ihr Sohn, dass die Technik wohl mit den Naturgewalten fertig wird, doch die Eltern müssen mit ansehen, wie die Lichter des Zuges ins Meer stürzen. Im Epilog machen die Hexen deutlich, dass Menschliches nichts für die Ewigkeit sondern "Tand" ist.

Sachanalyse:

Das 19. Jahrhundert zeichnete sich durch eine Fortschrittsgläubigkeit aus, die noch bis heute andauert, Beispiele dafür finden sich auch noch viel später: in der Titanic-Katastrophe des angeblich - unsinkbaren Schiffes bis hin zu den Folgen des Hurrikans "Katherina", mit denen man eigentlich hätte fertigwerden müssen.

Fontane stammt aus einer Apothekerfamilie und hat lange Zeit als Apotheker gearbeitet, daher ist ihm die humanistische gymnasiale Bildung geläufig. Dazu gehört auch die Kenntnis der Shakesspearschen Dramen und "Macbeth" hat ihn offensichtlich fasziniert.

Als das Unglück von Dundee bekannt wurde (28.12.1879) schrieb Fontane am gleichen Tag dieses Gedicht und hatte als erfahrener Schriftsteller keine Probleme, die mythologischen Aspekte im Macbeth mit den realen Katastrophe zu verbinden. Fontane selber war eher skeptisch gegenüber den fortschrittlichen Neuerungen und dachte vermutlich, dass alle Technik nicht die Probleme der Menschen lösen würde. Die Tay-Brücke war ein relativ hohes, aber filigranes Bauwerk, das dem Wind eine immense Angriffsfläche bog und darum bei den ersten Winterstürmen zerstört wurde.

Interpretation:

Im Text gibt es einige Stellen, die sich sehr genau erklären lassen: Sturmhexen (Norden, Süden, Meer), die Textstelle "am hohen Moor, am Erlenstamm" (der Treffpunkt der Hexen bei "Macbeth" und in den schottischen Sagen), vor allen Dingen die Aussage "Tand... ist das Gebilde aus Menschenhand", eine Formulierung, in der man Fontanes zentrale Idee von der Vergänglichkeit des Menschlichen festmachen kann.

Dramaturgisch verbindet Fontane die übersinnliche Hexenwelt mit der modernen Welt der Technik, den Glauben des Menschen (Johnnie) gegenüber der Macht der Natur (oder der Macht der Hexen oder der Macht Gottes). Sprachlich lässt sich dies belegen bei den Stellen: "Ich komme, trotz Nacht und Sturmesflug...",.... "doppelter Dampf, die bleiben Sieger in solchem Kampf", ..."wir kriegen es unter das Element".

Konsequenterweise straft Gott den menschlichen Größenwahn mit der Vernichtung seiner technischen Werke - ähnlich wie beim Turmbau zu Babel oder dem Untergang von Sodom und Gomorrha (auch da fiel "Feuer vom Himmel")

Schlussbemerkung:

In seinem Gedicht "Die Brück' am Tay" vom 28.12.1879 zeigt Theodor Fontane, dass menschliche Bauwerke und Erfindungen den Mächten der Natur unterlegen sind. Damit nimmt er eine Gegenposition zum Fortschrittsglauben des 19. Jahrhunderts ein.

JulchenPopp 28.10.2012, 16:16

Danke das war hilfreich. Und ja 10. Klasse. :)

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Einleitung: -Name des Autors -wann er es geschrieben hat -wie das Gedicht überhaupt heißt -kurz /in einem Satz sagen, worum es geht

Hauptteil: -Stilmittel aufzählen und interpretieren -Metrum -Reimschema

Schluss: Was hälst du von dem Gedicht?

JulchenPopp 27.10.2012, 18:29

danke das hat geholfen. :)

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