gedichtanalyse hilfe

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2 Antworten

Hallo,

da mußt du dich unter (google): methoden der Gedichtanalyse:

Gedichte analysieren (Methode der Gedichtanalyse)

norberto42 | 07 Januar, 2006 11:45

Aufgabe bei der Gedichtanalyse ist es, das Gedicht als sinnvolles Klanggebilde zu beschreiben - es genügt nicht, den Inhalt zu reproduzieren und dazu sinn-lose Formelemente zu benennen; es ist vielmehr zu erklären, welche „Bedeutung“ du im Gedicht wahrnimmst. Du sollst das Gedicht als ganzes zur Kenntnis nehmen und mehrmals laut lesen, ehe du dich mit Einzelheiten befasst:

  1. vom Sprecher her: a) Situation: Wer spricht (wann, wo) zu wem über welches Thema? b) Perspektive: Ich-Perspektive (Modalität? Betroffenheit des Sprechers?) oder Sicht eines Unbeteiligten? Wechsel der Perspektive? Hat der Sprecher eine zeitliche Distanz vom Geschehen? c) Sprechweise: der Rhythmus des Gedichtes, also -- Metrum und Taktstörungen (Betonung bestimmter Worte); -- die Pausen; -- innere Gliederung der Sätze; -- das Tempo (neue Gliederung eines Satzes durch Zeilenschnitt; Kadenzen; zeilen- oder strophenübergreifendes Sprechen); d) Sprechakt(e): beschreiben, bitten, anklagen, reflektieren, erzählen, inneres Gespräch führen... [-> Wortfeld „sprechen“!]

  2. vom Aufbau des Textes her: a) die Gedichtform: Strophen-, Reim-, Taktform; b) Aufbau des im Text präsenten Sprachgeschehens (vom Sprecher her); gegliedert wird zum Beispiel durch Abwandlung des Themas, der Stimmung des Sprechers, des Adressaten (auf Pronomina und Anreden achten!), des Sprechaktes (manchmal Tempus- oder Moduswechsel sowie durch chronologische oder kausale Zuordnung der einen Äußerung zur anderen.

Zum elementaren Verständnis des Aufbaus eines Gedichts ("das Gedicht als kommunikatives Geschehen zwischen Sprecher und Hörer") findest du den Aufsatz http://norberto42.kulando.de/post/2006/12/25/zuerst

  1. von der Bildlichkeit her: Welche größeren Bilder gebraucht der Sprecher? Was tragen sie zur Eigenart und Bedeutung des Textes bei? (Vgl. dazu die Aufsätze

  2. Wenn man das Gedicht als Klanggebilde sieht (hört!), muss man auch dem Rhythmus eine zentrale Bedeutung beimessen - aus praktischen Gründen sehe ich hier davon ab, weil das im sogenannten Unterricht meistens zu weit ab führte (und kaum ein Schüler ein Gedicht sinnvoll laut sprechen kann).

Danach kann man sich Einzelheiten zuwenden und sie im Rahmen des Ganzen erklären - also erklären, was sie zur Bedeutung beitragen, zum Beispiel - die Sprachebene und Satzbau; - Lautung (Klangfarbe; Lautmalerei) und Reime; - Spiel mit der Erwartung des Lesers: traditionell - originell; - rhetorische Figuren (die wichtigsten sind Wiederholung, Vergleich, Metapher, Kontrast). (In gewisser Weise sind aber diese Einzelheiten bereits in den drei erstgenannten Aspekten enthalten; ja, diese drei Aspekte sind nur sich überschneidende Aspekte des Betrachtens, nicht des Gedichts selbst!)

Oft ist die „ursprüngliche“ Bedeutung von Texten nicht klar festzustellen; man muss auch zwischen möglicher „Aussageabsicht“ [obwohl die bei fiktionalen Texten ja relativiert ist, weil der Autor sich hinter einem fiktiven Sprecher verbirgt!], dem (vermuteten? erforschten?) Verständnis der ersten Leser und dem eigenen unterscheiden! Schwankungen im eigenen Verständnis eines Textes kann man darlegen. Ob ein Gedicht einem persönlich etwas sagt, muss hier zurücktreten - dies gehört in den „Schluss“ der Analyse. Überlegungen dazu, wie Menschen „normalerweise“ denken und handeln, dürfen nicht dazu führen, dass man den Text nicht ernst nimmt; dass der Sprecher vom „Normalen“ abweicht, kann zur Strategie des Autors gehören.

Die entscheidenden Fehler in den Gedichtanalysen meiner Schüler sind leicht zu identifizieren: - dass man nicht vom Sprecher, seiner Situation und seiner Perspektive ausgeht, sondern vom Inhalt; - dass man nicht sieht oder sagen kann, was der Sprecher in seinem Sprechen tut, sondern bloß "sagen" abwandelt (er bringt zum Ausdruck, er meint...); - dass man nicht sieht, wie er spricht (in dem, wovon er spricht), sondern rhetorische Mittel, Pausen, Metrum und Reimformen usw. sucht; - teilweise auch, dass nicht richtig zitiert wird (s. "Zitiertechnik" hier in der Kategorie "Arbeitstechniken").

Beispiele (zu Goethe: Maifest):

  1. "Das ganze Gedicht besteht fast nur aus Enjambements, die das Tempo des Lesens beschleunigen und zum Sprechfluss beitragen. Dadurch wird auch die Euphorie des Sprechers unterstützt." NEIN, die Euphorie des Sprechers äußert sich in dem Tempo, mit dem er beinahe ohne Unterbrechung redet; das nennen wir dann, wenn es gedruckt ist, Enjambements.

  2. "Es gibt das Wortfeld des Lichtglanzes, aus dem Ausdrücke gewählt werden, um den Eindrücken des lyrischen Ichs Ausdruck zu verleihen." NEIN, das lyrische Ich spricht jubelnd von allen Dingen, von denen es angestrahlt wird.

Auswertung: Es gibt zwei Logiken, die Logik des Erke, usw....

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Kommentar von likelyweather
04.10.2011, 15:10

boah dankeschön echt.meine hilfe=)

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Hallo,

erstmal schade, dass Du Dich nicht vorher vorbereitet hast, denn eine Gedichtanalyse ist recht simpel, wenn man die nötigen Voraussetzungen hat. Anhand der Hilfe von Abi-Deutsch, kann man zahlreiche Gedichte einfach und strukturiert zusammenfassung:

http://www.abi-deutsch.de/wie-schreibe-ich-eine-gedichtanalyse

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