Gedächtnisstörung - ernsthafte Sorgen

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5 Antworten

wenn du bei diversen ärzten warst und die sich alle einig waren, dann wirst du wohl unrecht haben. auch wenn du dir nicht vorstellen kannst, dass massive gedächtnisprobleme bei depression möglich sind, ist es trotzdem so. es gibt nicht nur einfach so den begriff der pseudodemenz, sondern es gibt ihn deshalb, weil kognitive leistungsminderung sehr häufig bei depression vorkommt. konzentrations- und gedächtnisprobleme sind sogar (nachrangig) diagnosekriterien für depression.

deine probleme mögen dir schlimm vorkommen. sie sind allerdings noch nicht das schlimmstmögliche: es gibt depressive, die können keine einzige seite lesen oder sind so entnervt, dass sie filme nicht mehr ansehen können.

tu was gegen deine depressive verstimmung, dann wird auch das gedächtnis besser.

Um ein Krankheitsbild festzumachen, mußt Du ganz stark unterscheiden zwischen verschiedenen Arten von Gedächtnisinhalten. Es gibt das Langzeitgedächtnis, Kurzzeitgedächtnis, ein haptisches, optisches, akustisches Gedächtnis und noch viele andere "Spielarten" des Speicherns von Erinnerungen in Deinem Gehirn. Wahrscheinlich haben Deine Ärzte Dir das auch gesagt und Dich entsprechend getestet. Gegen einen allgemeinen Schwund von Gedächtnis spricht zunächst Dein gut formulierter und koodinierter Text. Der spricht auch gegen eine Störung Deiner Konzentrationsfunktion, aber möglicherweise war es Dir besonders wichtig, ihn zu verfassen, so daß Du Dich "extra" konzentriert hast. In Deinem Alter wäre ein wirkliches Gedächtnisproblem - also ein hirnorganisches - eher selten. Möglich wäre es trotzdem. Wenn Dein MRT unauffällig war, kannst Du Dich zumindest in Sachen Hirntumor und ähnlichem beruhigen. Eine grobe hirnorganische Störung wäre einem guten Diagnostiker sicher aufgefallen. Daher würde ich meinen, das Problem wäre eher im psychischen Bereich zu suchen. Es ist gut möglich, daß Du immer noch unter den Nachwirkungen der pubertären Veränderungen stehst, z. B. hormonell und damit auch emotional. Das kann die Konzentration und das Hervorholen von Erinnerungen ziemlich stören. Wenn Du derzeit auch noch unter den Anforderungen der Schule stehst (Abi?) und irgendwelchen Stress hast, würde ich das als wahrscheinlichste Erklärung ansehen. Mithin wäre Dein Problem ein nur temporäres und Deine Sorge unnötig. Nebenbei bemerkt: Depressionen können auch so aussehen und den Eindruck von Demenz hinterlassen.

Dir ist natürlich klar, daß keiner von hier aus ein zutreffendes Urteil fällen oder eine Diagnose abgeben kann. Wir können nur im Trüben fischen. Ich würde an Deiner Stelle ein paar Beratungstermine mit einem guten Psychologen oder Psychotherapeuten oder Psychiater machen. Nicht, weil Du vielleicht psychisch krank wärest, sondern weil Dir ein Spezialist für die Psyche helfen kann, Deine Sorgen, Stress, Überforderung, Emotionen und so weiter auseinanderzudröseln. Wenn Du auf diese Art einen besseren Überblick gewinnst, kannst Du vielleicht leichter aufschlüsseln, in welche Richtung Dein Problem zieht. Mit einem Ü-Schein vom Hausarzt bekommst Du 10 Stunden von der Kasse bezahlt. Da Psychiater Ärzte sind, würde ich einen solchen als erstes konsultieren. Hauptsache ist aber, daß die "Chemie" einigermaßen stimmt. Alles Gute, q.

Hallo, ich danke dir für deine ausführliche Antwort. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit selbst mit dieser Thematik(auch allg. neuropsychologische Erkrankungen u. dergl.), da ich wegen mangelnder Unterstützung von Ärzten u. Psychologen schon länger eigens an Problemen wie Konzentrationsproblemen, Gedächtnisstörungen,.. laboriere. "Unverschämterweise" wurden die Teilbereiche meiner Gedächtnisleistung nicht mit Testverfahren o.Ä. überprüft, sodass ich nur aufgrund eigener Erfahrungen rudimentär-laienhafte Beobachtungen wiedergeben kann. Es betrifft sogut wie alle Inhalte(semantisch, deklarativ, episodisch.. nur beim' prozeduralen Gedächtnis konnte ich keine nennenswerte Änderung feststellen) ich kann gleichsam weniger abrufen, als auch abspeichern. Sowohl Kurzzeit als Langzeit. Mein Arbeitsgedächtnis scheint intakt zu sein(Merkspanne), jedoch habe ich dort leider keine Vergleichswert zu früher. (Mein Arbeitsgedächtnis wurde von einem Psychologen getestet, aber das gehört nicht wirklich zum Gedächtnis im "klassischen Sinn" um es mal lapidar auszudrücken.)

Die Hoffnung, dass es sich bei meinen Gedächtnisproblemen nur um ein temporäres Problem handelt kann und will ich nicht aufgeben. Indes sprechen leider einige Punkte dagegen. Ja, über die Fehlbarkeit von Ferndiagnosen bin ich mir im Klaren. Dennoch bin ich über jede Anregung, Spekulationen zu'r Pathogenese usw. froh.

Ich würde meinen Charakter insofern als gefestigt betrachten, dass ich kein Problem mit mir habe. Mein Umfeld, ein Großteil der Gesellschaft u.Ä. machen mir durchaus zu schaffen.

Ich habe auch vor, in Zukunft ( wieder ) einen Psychologen aufzusuchen. Bisher waren meine Erfahrungen diesbzgl. leider negativer Natur.

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@GeoNaut, Gedächtnisstörungen können mit Depressionen im Zusammenhang stehen. Wie ich unter deinen schon gestellten Fragen gesehen habe, willst du eine Psychotherapie machen. Das ist gut! - und auch immer dann erforderlich. Und ich kann @Schokolinda nur zustimmen: Wenn die Depression besser wird, wird auch dein Gedächtnis besser. :)

bist du schon mal auf eine Apraxie untersucht worden ? könnte der Symptome nach eine sein. Oder google nach dem Begriff Dyspraxie. Diese gibt es in verschiedenen Formen und Schweregraden.

Hallo, nein ich habe keinerlei Symptome, die auf diese Krankheitsbilder hinweisen.

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@GeoNaut

Ich habe dafür drei Jahre studiert, mit diversen Krankheitsbildern wie Dyspraxie usw.

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@xeinefragenochx

Oh, ich wollte natürlich keine voreiligen Schlüsse ziehen! Ich habe lediglich ein paar Interneteinträge dazu durchforstet und keinerlei Übereinstimmung gefunden. Dyspraxie ist demnach, sofern man der Quelle Wikipedia glauben schenken mag, mit Koordinationsstörungen verbunden. Ich würde mich sowohl grob als auch feinmotorisch als "nicht beeinträchtigt" bezeichnen. Apraxie ist dem ähnlich, dort werden jedoch trotz intakter Motorik Bewegungsabläufe falsch initialisiert und ausgeführt.

Ich weiß natürlich, dass es sich um eine stark oberflächliche Beschreibung dieser Krankheitsbilder ist, aber auch von anderen Quellen konnte ich nur diese Symptome entnehmen. Klär mich doch bitte auf, falls ich etwas falsch verstanden habe.

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@GeoNaut

es gibt z.Bsp auch eine kognitive Dyspraxie; Handlungen können nicht in die richtige Reihenfolge gebracht werden , auch alltägliche Handlungen einbezogen. Oder es entsteht der Eindruck , man habe die richtige Reihenfolge vergessen, obwohl man es tausend mal gemacht hat. Ist jetzt nur ein beispiel für verlustig gehende Praxie ,kognitiven Ursprungs. :-))

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@xeinefragenochx

Hallo, Was hast du eigentlich genau studiert, wenn ich fragen darf? Ich habe bisher keinerlei Probleme damit gehabt, Handlungen in eine korrekte Reihenfolge zu bringen. Inwiefern hat diese Erkrankung Auswirkungen auf das Gedächtnis?

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@GeoNaut

Ich vergesse Details, Orte, Begebenheiten.. ganz schlimm und auffällig ist es bei Filmen: Während andere Szenen, Dialoge etc. mühelos wiedergeben können und sich darüber unterhalten, erinnere ich mich meist nicht mal mehr an jene.>

meine Antwort bezog sich auf diese Aussage von dir. Du hast schon viele gute Antworten erhalten , somit genug neue Anregungen bekommen , was du tun kannst. Eine chronologische Aufzählung meiner Studiengänge ändert nichts an der Tatsache, das du in Teilen deines Gedächtnisses Probleme hast , die hirnorganische Ursachen ausklammern. Also bewegen wir uns in den unbewussten oder psychischen Ebenen , somit ist eine Wahrnehmungsstörung nicht ausgeschlossen.

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