Was war vor der Geburt und was kommt nach dem Tod?

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10 Antworten

Du fragst gezielt nach Forschung. Die Frage ist so interessant, dass sie auch in der Forschung eine Rolle spielt: Wo kommen wir her, wo gehen wir hin? Versuche deshalb eine Antwort aus Sicht der modernen Physik und Systemtheorie.

Das Universum besteht aus drei "Grundsubstanzen", Materie, Energie und Information. Diese drei muss man unterschiedlich betrachten, da sie unterschiedlichen Gesetzen gehorchen.

Materie:
Die Atome, aus denen du bestehst, gab es vor der Geburt und wird es nach deinem Tod weiter geben. Die sind fast alle bei der Explosion eines Sternes entstanden. Beim Wasserstoff können aber auch noch Uratome aus dem Urknall darunter sein. Irgendwann, über viele Zwischenstufen, werden diese Atome wieder als Sternenstaub enden, spätestens wenn unsere Sonne die Erde verschlungen hat und explodiert ist.
In der Zwischenzeit deiner Existenz kommt es auch nicht auf konkrete Atome an. Du erlebst einen ständigen Fluss an Materie durch deinen Körper (Nahrung, Verdauung, Stoffwechsel). Alle paar Jahre hat sich dein Körper praktisch erneuert. Wenn du stirbst, sind von den Atomen, die bei der Geburt dabei waren, nicht mehr viele übrig. Man kann also sagen, die Materie verhält sich zeitsymetrisch. Der Zustand vor der Geburt und nach dem Tod unterscheiden sich nicht, man kann ihn mit Sternenstaub umschreiben.

Energie:
Du wirst während deiner Existenz wie jede lebende Struktur ständig von Energie durchflossen. Du nimmst hochwertige Energie (Exergie) auf und entwertest diese in deinem Körper. Der Prozess der Energieentwertung (Dissipation, Entropieproduktion) wird benötigt, um deine Struktur aufrecht zu erhalten. Dieser Prozess ist irreversibel, also unumkehrbar, er folgt einem Zeitpfeil (2. Hauptsatz der Thermodynamik).
Dieser Prozess ist zeitlich nicht symetrisch. Die Zustände vor Geburt und nach dem Tod unterscheiden sich: die universelle Entropie hat zugenommen, es gibt weniger wertvolle Energie im Universum. Du hast durch deine Existenz den thermodynamischen Zeitpfeil beschleunigt.

Information:
Das, was dein ICH ausmacht, ist weder Materie noch Energie, das ist Information. Ohne Information gibt es kein Leben. Erst, wenn Materie, Energie und Information zusammenkommen, kann Leben entstehen. Information entsteht (emergiert) durch Selbstorganisation, während Energie entwertet (dissipiert) wird. Information ist das, was ein System ausmacht. Das Universum hat auch eine eindeutig zu erkennende Entwicklungsrichtung: es geht hin zu immer höheren Ordnungsstrukturen, also einer Zunahme an Information auf Kosten der Energie. Bei dem Gedanken an die Zeit nach dem Tod ist daher die Information interessant. Die kann nämlich erhalten bleiben und Wirkung entfalten.

Information spielt sich aus deiner subjektiven Sicht im Wesentlichen auf drei Ebenen ab: der körperlichen, der geistigen und der kulturellen.

Auf der körperlichen Ebene ist die Information im Genom gespeichert. Wenn man an die Zeit nach dem Tod denkt und was übrig bleibt, gibt es einen Unterschied zu der vor der Geburt. Vor der Geburt war die Information, wie sich die Atome anzuordnen haben und in welcher Weise sie wechselwirken sollen, im Genom deiner Eltern vorhanden. Sie wurde auf dich übertragen. Wer also lebensfähige Nachkommen produziert, hat seine Information somit an die "Ewigkeit" weitergegeben. Wie sich die im weiteren auf die Entwicklung auswirkt, kann man nicht sagen. Auch hier kommt der Schmetterlingseffekt zum Tragen: Wer weiß, ob ein Urenkel von dir nicht eine weltbewegende Entdeckung macht?

Auf der geistigen Ebene, die du als dein Individuum wahrnimmst, emergieren Geist und Seele aus der Summe der inneren und äußeren Wechselwirkungen, die an deinen Körper, insbesondere an das Gehirn gebunden sind.
Hier ist der Zustand vorher und nachher gleich. Du hast zwar kein individuelles Bewusstsein, aber du merkst es genau deswegen auch nicht. Epikur (um 300 v.Chr.) hat das schön formuliert: "Mit dem Tod habe ich nichts zu schaffen. Ist er, bin ich nicht, bin ich, ist er nicht."

Auf der kuturellen Ebene kann sich Information ebenfalls extrem unterschiedlich auswirken. Information ist hier im weiteren Sinne als das zu verstehen, was die Kultur, die aus den Wechselbeziehungen der einzelnen Individuen emergiert, an Strukturen entwickelt. Auf diese Kultur übt jeder Einzelne zwangsläufig auch Einfluss durch sein Wirken innerhalb der Gesellschaft aus. Die Wirkung kann enorm sein und ein ganzes System dominieren (Schmetterlingseffekt) oder der Einfluss kann eher gering sein. Man kann es aber keinesfalls vorhersagen. Ursache und Wirkung hängen nicht voneinander ab. Die kleinste gute Tat (Informationsmehrung und nicht Vernichtung im Sinne der Systemtheorie) kann sich enorm auswirken, ohne dass dies zu erwarten gewesen wäre. Genau hier liegt die Chance für diejenigen, die gerne möchten, dass nach dem Tod etwas bleibt.

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Kommentar von Naajed
15.11.2015, 22:12

Klasse Antwort , hat den Stern verdient !

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Man weiss definitiv nichts genaues darüber. Es gibt Menschen die deuten die Erfahrungen wiederbelebter als Hinweis auf ein Leben nach dem Tod (Nahtoderfahrung). Neurowissenschaftler vermuten eine Hyperaktivität des Hirns (siehe Kommentar von Digarl). Ein Hinweis darauf ist ja auch, daß diese Aktivität stark von der Art des Todes abhängt. Also ob das Hirn noch eine Möglichkeit hatte, dies zu tun. Bei Ertrinken oder Herzversagen kann es das weil daß Hirn noch einige Zeit weiter arbeitet, in anderen Fällen, wenn z.B. eine Vergiftung oder andere Beeinträchtigung der Hirnaktivität (Bewustlosigkeit) vorliegt, kann es das nicht. Dies spricht eigentlich eher für eine "selbstgemachte" Illusion, die im Hirn stattfindet und nichts mit einer außerirdischen Welt zu tun hat. Sowas wie ein Megatraum, in dem in kurzer Zeit viele Erinnerungen schnell abgerufen werden. Vielleicht der Versuch des Gehirns, doch noch einen Ausweg und eine Lösung zu finden. Und das macht ja irgendwie auch biologisch/evolutionär durchaus Sinn.
Ich persönlich glaube nicht an eine Seele oder Geist, die unabhängig vom Körperlichen existieren, und daß alles mit Zeugung beginnt, sich der Geist mit dem Körper entwickelt und mit dem Tod endet. Das war es dann.

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Geburt, Leben, Ableben, Tod - Was war davor und was ist danach?

Das weiß niemand. Es gibt aber verschiedene Ansichten bzw. Meinungen dazu. 

gibt es Anhaltspunkte, wird in der Richtung geforscht

Geforscht wurde ebenfalls schon auf diesem Gebiet, wobei festgestellt wurde, dass mit dem Tod die neurale Aktivität im Gehirn endet, doch was sagt das aus? Es sagt eigentlich nur aus, dass das Bewusstsein mit dem Tod entweder endet oder eben nur den Körper verlässt. Was von beidem geschieht, sagt das Ergebnis nicht aus.

was denkt Ihr?

Was ich denke ist, was ich glaube. Ich glaube, dass mein Bewusstsein nach meinem Tod in ein ewiges Dasein zurückkehrt, als würde es aus einem (kollektiven) Traum aufwachen. Nach einem Tag in der Ewigkeit durchlebe ich im Schlaf meines himmlischen Körpers eine weitere Teilnahme an einem weiteren kollektiven Traum. Je nachdem was für Entscheidungen ich in den verschiedenen irdischen Leben treffe und wie deren Konsequenzen aussehen, wird dadurch auch in der Ewigkeit mein Empfinden, also wie mein Bewusstsein mit meinem dort nicht mehr zu verdrängenden Gewissen klarkommt. Daran glaube ich.

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Nach den Tod ist wie vor dem Tod. Dann bist du oben im Himmel, wartest ein Weilchen und ruhst dich aus vom anstrengenden Leben und dann willst du wieder mitspielen und dann geht's ab in einen neuen Babykoerper. Achso, vorher bekommst du noch eine Amnaesie, damit du dich nicht erinnern kannst, wer du wirklich bist. Wuesstes du es, dann wuerdest du das Spiel durchschauen, die Illusion, so aber fragst du dich, was spaeter denn so passiert. Sehe es so: Der Himmel ist der Wartesaal zwischen den Inkarnationen. Die Aufgabe ist nun, wie du dieser Inkarnation entrinnen kannst, das ist nicht so leicht, doch einige haben es geschafft. Viel Erfolg!

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Kommentar von sarahj
15.11.2015, 12:24

eine süsse Vorstellung...
Fairerweise solltestDu aber schreiben "ich stelle mir vor daß: ...", denn so klingt es als wäre das irgendwie fundiert.

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In der Richtung kann nicht geforscht werden weil wir niemanden zurück holen können aber die Leute die "wieder zurück geholt wurden" (=wiederbelebt) sprachen von einem weißen Licht am Ende eines Tunnels
Vllt treffen wir auf Gott oder laufen ewig durch diesen Tunnel weil das, das letzte ist was wir dachten
Man weiß es nicht aber was wir wissen ist das man ohne Körper eigentlich aufhören müsste zu existieren

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Hallo , 

also als Kind habe ich mir vorgestellt , wie ganz viele Menschen ( Seelen ) in einen großen Raum sind und dann kommt Gott und man muss sich beweisen , also muss Aufgaben erledigen um auf die Erde zu kommen damit man das Leben übersteht . Ich bin schon froh , dass ich eine solche Phantasie hatte mit Bildern in Kopf :-) . 

Wir werden geboren und der Geist entsteht , der Körper und Geist ist für mich etwas unterschiedliches . Unsere Beobachtung verändert vieles , z.B Unschärferelation bzw Quantenmechanik . Es gibt Bereiche die viel zu weit über unseren Bewusstsein liegen , aber auch etwas damit zu tun haben . Vor dem Leben , keine Ahnung . Nach dem Tod passieren unglaubliche Dinge ...

Als Kind hatte ich einen Tagtraum , ich war in einen Tunnel , der Spiralförmig 3 Dimensional war und außen , dass Spiralförmige hatte immer abwechselnde Farben , sie erinnerten mich an eine Zuckerstange .. so sah das irgendwie aus . Ich schwebte auf eine Tür zu und sie hatte einen Goldenen Tür Knopf . Außen aus den Ritzen , strahle das weiße , goldende Licht raus . Dann öffnete ich die Tür irgendwann und strahlend weißes Licht sah ich und dann war Schluss . Ich glaub ich hatte eine Astralreise oder so gemacht , war total schön das Gefühl .

Es passiert folgendes , es gibt Nahtoderfahrungen .. Menschen die beispielsweise 20 Minuten Tod waren . Diese berichten von Begegnungen mit ihren verstorbenen Verwandten , die sie niemals getroffen haben . Aber nie war die Rede von einen Gott oder der Himmel bzw Hölle . Wenige Menschen behaupten das , aber wenn sie Recht haben , dann könnte es sein .. das vielleicht unsere Gedanken unser Schicksal bestimmen , wir sind aus unseren Körper raus und durchleben unsere Vorstellung . Was auch passieren mag , wir befinden uns in hier & jetzt und haben mit den Problemen auf der Erde zu kämpfen !

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Kommentar von Digarl
15.11.2015, 01:03

Nahtoderfahrungen kann man Psychisch beweisen! Und damit ist es kein beweis. (laut Menschlicher Wissenschaft). Die Sauerstoffzufuhr des Gehirns ist abgekapselt. Außerdem ist das Gehirn, wenn das Herz nicht mehr schlägt am Aktivsten überhaupt, die Hirnaktivität während des Sterbens ist größer als bei der Geburt oder im Alltag. Viele bereiche die sonst nicht gleichzeitig agieren tun dies nun. Außerdem schüttet unser Hirn körpereigene Drogen zum Teil auch Substanzen wie DMT in erhöhten Mengen aus. Viele sehen tatsächlich ihr Leben an sich vorbeiziehen, was daran liegt (eine Theorie die sich auf diese Erfahrungen stützt), dass jede Erinnerung auch als Säugling erhalten bleibt, die Chemischen Verbindungen im Hirn werden niemals gelöscht nur kann man sie wenn man sie vergessen hat nicht mehr aufrufen. Aufgrund der hohen Hirnaktivität während des Sterbens kann man dies nun wieder und erinnert sich an sehr vieles und vor allem sehr intensiv, mit Gerüchen und Gefühlen wie sie damals waren. Alles was danach folgt, ist das was der Mensch innerlich immer erhofft hat was passieren würde. Und das Leute wussten, was in dem Raum passiert ist obwohl sie ja Klinisch Tod waren kann man auch erklären. Ihre Ohren z.B. funktionieren noch teilweise und sie hören diese Sachen. Ihr Gehirn wandelt diese Reize dann auch in selbst erstellte Bilder um. 

Ich hoffe ich habe nichts ausgelassen. 

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Es gibt naturwissenschaftliche Annäherungen an diese Fragen. Im Grunde snd es aber philosophische Frage, Fragen des Glaubens bzw. die ewigen Fragen des Menschen:

Woher komme ich?
Wohin gehe ich?

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Nichts. Stell dir mal vor, du hast einen Setzling. Den Pflanzt du ein und der Wächst zu einem Baum, doch irgendwann ist dieser verrottet. Vor dem Baum stand dort nichts und danach auch nicht. 

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Kommentar von checker16385
15.11.2015, 00:46

der baum ist aber zu erde geworden und aus der erde wächst ein neuer baum

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Vor der Geburt war NICHTS und nach dem Tod wird auch wieder NICHTS sein, also carpe diem!

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Es liegt außerhalb unseres Vorstellungsvermögens...

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