Gebt ihr gerne anderen Menschen die Schuld für eure eigenen Fehler?

Das Ergebnis basiert auf 27 Abstimmungen

Nein, das mache ich grundsätzlich nicht. 62%
Ich mache es manchmal ungewollt oder aus Stolz, und bereue es. 18%
Ich möchte dazu etwas anderes schreiben, und zwar ... 11%
Ja, das tue ich sehr gerne. 7%

28 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Nein, das mache ich grundsätzlich nicht.

Hallo, precursor!

Ich stehe generell zu meinen Fehlen und würde es als eine Charakterschwäche bezeichnen, Anderen die Schuld für meine Schwächen zu geben!

Herzliche Grüße,

Gerd

Vielen Dank für deine Antwort !

3
Ich mache es manchmal ungewollt oder aus Stolz, und bereue es.

Mir fällt es schwer, zu unterscheiden, wann ich selber schuld habe und wann andere bzw wer von beiden wieviel Anteil daran hat.

Leider habe ich als Kind gelernt, dass es absolut inakzeptabel ist, Fehler zu machen. Einen Makel zu haben, bedrohte meine Existenzberechtigung. Und es bedrohte die Beziehung zu meinen Bezugspersonen; das meinte ich zumindest als Kind, weil ich soviel Angst vor deren Reaktion hatte und meinte, dass die Beziehung dann auf ewig kaputt oder abgebrochen sei. Bei uns zu Hause gab es nicht das Wort "Entschuldigung", wodurch man so leicht eine kommunikative Strategie bei der Hand hätte, dass alles wieder in Ordnung wäre.

Und weil "die anderen" immer besser wussten, wer schuld hat, habe ich nicht gelernt, das selber richtig unterscheiden zu können. Meistens erlebe ich es dann so in mir vermischt: vom anderen verletzt, aber selber Schuldgefühle.

Es gab eine Zeit, da bin ich vor allen eigenen Fehlern weggelaufen, um mich davor zu drücken, um keinen Ärger zu bekommen, um keine Nachteile zu haben.

Mit der Zeit habe ich in bestimmten (sicheren) Bereichen bzw gegenüber verständnisvollen Menschen gelernt, zu Fehlern zu stehen. So konnte ich erfahren, dass ein Fehler, der nur eine Sache betrifft, nicht unbedingt auch die Beziehung zum anderen Menschen bedrohen muss.

Und was mir noch geholfen hat, mehr zu meinen Fehlern zu stehen, ist die Beichte in der Kirche. Dort kann ich die Erfahrung machen, dass ich "alles" sagen kann, aber der Priester wird niemals wütend und schweigt auch nicht beleidigt, sondern hört sich alles ruhig an und verurteilt mich nicht. So konnte ich mich selber dann auch mehr annehmen.

Und ja, trotzdem sehe ich manchmal zu oft die Schuld bei anderen und mache mich selbst damit ohnmächtig, weil ich zu wenig aus der Situation und über mich lernen kann, wenn ich mich v.a. von anderen verletzt fühle.

Und manchmal sehe ich die Schuld zu sehr bei mir, quäle mich mit Schuldgefühlen und traue mich nicht, mich zu wehren, Grenzen zu setzen, und bin dann ebenfalls ohnmächtig.

Ich bewundere Menschen, die den Mut haben, offen zu all ihren Fehlern zu stehen und diese im Gespräch mit anderen wieder in Ordnung bringen zu können.

Vielen Dank für deine Antwort !

2
Nein, das mache ich grundsätzlich nicht.

Ich bin selbstkritisch genug, mir mein "Versagen" selbst einzugestehen.

Ich nehme für mich nicht in Anspruch, "fehlerlos" zu sein. Ich versuche, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Vielen Dank für deine Antwort !

2

Ist Schuld bzw. Verantwortung vererbar?

Diese Frage wird gerade in Deutschland wegen den Gräultaten, die die Deutschen im 2. Weltkrieg begangen haben, immer wieder diskutiert.

Ein weiteres Beispiel ist die in der Bibel erwähnte Erbschuld (Vertreibung aus dem Paradies).

Aber lassen wir diese sehr stark belasteten Beispiele mal außen vor und versuchen die Frage an einem neutralen Beispiel zu klären.

Gehen wir mal davon aus, dass meine Eltern eine Bank überfallen und dabei den Wachmann erschössen hätten. (Dieses Beispiel ist natürlich rein fiktiv)

Bin ich als der Nachkomme meiner Eltern für ihre Taten verantwortlich (gesetzlich oder moralisch)? Müsste ich also hingehen und zumindest versuchen den materiellen/persönlichen Schaden irgendwie wieder gutzumachen?

Ich selbst habe mir diese Frage immer wieder gestellt, bin aber bis jetzt zu keiner eindeutigen Antwort gelangt.

Instiktiv würde ich erst einmal sagen, dass ich nicht verantwortlich bin, da ich selbst nichts getan habe und somit auch keine Schuld trage. Also warum sollte ich irgendjemanden etwas wiedergutmachen? Ich habe ja nichts getan.

Aber auf der anderen Seite besteht zwischen dem Täter und mir eine relativ enge Beziehung (Familienverwandschaft), die zumidnest enger ist als zu einem fremden Menschen. Die Opfer sind durch einen mir nahestehenden Menschen zu Schaden gekommen. Also ist die Beziehung zwischen den Opfern und mir auch irgendwie enger. So gesehen könnte ich mir schon vorstellen, dass da irgendwie eine gewisse Verantwortung besteht.

Da ich mir selbst nicht sicher bin, wollte ich mal hier nachfragen wie ihr das so seht.

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