Gebrauchtwagenhändler Garantiepficht?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Zunächst mal, eine Garantiepflicht gibt es nicht. Garantie ist eine freiwillige Leistung, die vereinbart werden kann oder auch nicht.

Anders sieht es aus mit der "gesetzlichen Sachmängelhaftung" oder auch Gewährleistung genannt. Diese muss der gewerbliche Verkäufer für mindestens 12 Monate übernehmen, wobei die ersten 6 Monate die Beweislastumkehr gilt.

Problematisch in deinem Fall mit Bremsen und Kupplung ist jedoch, dass abgenutzte Bremsen oder eine verschlissene Kupplung bei einem älteren Gebrauchten nur in den wenigsten Fällen wirkliche Gewährleistungsmängel sind.

Diese werden ab einer bestimmten Laufleistung als normaler Verschleiss und nicht mehr als Sachmängel angesehen und wären damit nicht in der Gewährleistung enthalten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ein Händler muss keine Garantie anbieten, allerdings haftet er in jedem Fall mindestens 1 Jahr für auftretende Sachmängel. Dabei muss es sich aber auch um Mängel im Sinne des BGB handeln, und der Händler muss die Möglichkeit bekommen selbst nachzubessern.

Daher meine Fragen:

  • Um was für Mängel handelt es sich?
  • Steht davon etwas im Kaufvertrag? Was steht sonst an Vereinbarungen drin?
  • Welches Auto (Modell, Laufleistung, Alter)?
  • Wurde selbst schon versucht die Mängel zu beseitigen?


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo Olex,

vielen Dank für deine Fragen.

1. Grundsätzlich kommt es darauf an,was vereinbart wurde. Dazu dient der Kaufvertrag oft als "Beweismittel". Hier kannst Du mehr zum Thema Kaufvertrag lesen. 

http://unfall-lexikon.de/kaufvertrag/

2. Ob Du gegen den Verkäufer einen Anspruch hast, kann man derzeit nicht seriös beantworten. Dazu müsste man den Kaufvertrag und die bisherigen Mängel kennen.

3. Unabhängig davon musst Du wissen, dass man nach dem Gesetz 2 Jahre Gewährleistung hat. Wenn man eine gebrauchte Sache von einem Händler kauft, kann dieser die Gewährleistung auf 12 Monate reduzieren.

4. Davon ist die Garantie zu unterscheiden. Eine Garantie ist freiwillig. Wenn dir nichts schriftlich vorliegt, hast Du ein Problem. Wenn ich lese, dass Du in die Beseitigung diverser Defekte Geld investiert hast, steht fest, dass Du den Händler nicht zur Nacherfüllung aufgefordert hast.

Infolgedessen hast Du hinsichtlich der gezahlten Beträge wohl keinen Zahlungsanspruch gegen den Händler.

5. Wenn das Fahrzeug einen Mangel hat, dann musst Du den Händler zunächst zur Nacherfüllung auffordern und ihm anbieten, das Fahrzeug bei ihm vorbeizubringen. Am besten per Fax und/oder Einwurf-Einschreiben.

Viel Erfolg!

Umut Schleyer

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verkehrsrecht in Berlin

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Verträge sind dazu da, um sie zu lesen. Für  Gutgläubigkeit brauchst Du keine Verträge.

Alles was "mündlich" vereinbart war, zählt nicht - weil es nicht nachweisbar ist.

Im Vertrag steht keine Garantie.

Hast Du eine eMail oder irgendetwas schriftliches, indem Dir die Garantie zu gesichert wird?

Selbst wenn Du eine Garantie hättest, ist die Frage ob auch die Kupplung mit eingeschlossen wäre ( Gerne werden Verschleißteile und Kupplung aussen vor gelassen)

Was ich nicht ganz nachvollzeihen kann, wenn etwas komisch oder unseriös bereits im Vorfeld rüber kommt, dann las ich die Finger davon und handel den Preis nicht runter.

Du kannst versuchen auf "Kulanz" etwas zu bewirken, allerdings mit ganz wenig Hoffnung

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hat der Händler das Fahrzeug im Kundenauftrag verkauft oder auf seinen Firmennamen?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?