Gebrauchtwagen- bis zu welcher Laufleistung eine gute Wahl?


20.12.2020, 20:51

Meistens fahren wir die Wagen etwa 4-5 Jahre...nochmal zur Ergänzung 😉

8 Antworten

Normalerweise ist der Allgemeinzustand (Wartungsheft, Reparaturnachweise, seriöse Vorbesitzer ... wer hat das Auto wie behandelt? usw.) wichtiger als das Alter oder die Laufleistung. Ich fahre etwa einen 23 Jahre alten Mercedes C180 mit 260.000 Kilometern - der ist aber technisch dank fortlaufender Pflege, Wartung und seriöser Fahrweise bei sehr hochwertigen Betriebsstoffen so tausendprozentig, dass ich ihn sofort reinen Gewissens zum Kauf anbieten könnte, würde ich es wollen. Will sagen - die Laufleistung ist meist eher sekundär.

Ich habe vor 3-4 Jahren mal einen 190er-Mercedes gesehen, der wie neu dastand und keine 100.000 Kilometer hinter sich hatte, aber technisch tot war - da wurde jahrelang nix gemacht, der Besitzer war 95 Jahre alt und fuhr nur innerorts herum. Das Öl war laut Scheckheft und Ölwechselzettel sieben oder acht Jahre alt, Bremsöl und Kühlmittel waren noch älter. Das Auto war technisch so schlecht, dass es am Ende ausgeschlachtet wurde. Nur ein Beispiel, man darf sich da auch nicht blenden lassen.

Ansonsten kenne ich einen Spruch von früher, der aber durchaus einen wahren Kern hat: Einen Mercedes kann man nach 300.000 Kilometern aus seriösem Vorbesitz fast bedenkenlos kaufen, einen BMW nach 200.000 Kilometern nach eingehender Probefahrt und Besichtigung, und von einem Audi sollte man nach 100.000 Kilometern besser die Finger lassen. Habe viel mit gebrauchten (älteren) Autos zu tun, da kann ich das grob so bestätigen ------> speziell was die "Qualität" bzw. Haltbarkeit neuerer VAG-Triebwerke und DSG-Getriebe betrifft. Ich würde ganz besonders Golf und Octavia (den vor allem, der ist fast immer viiiiiel zu teuer) meiden und eher mal schauen, was es bei Opel, Ford oder - auch wenn ihr eher was Deutsches sucht - den japanischen oder südkoreanischen Herstellern findet. Hier kann man auch mit 150.000 Kilometern noch zugreifen, einem VW-Produkt würde ich bei 80.000 schon nicht mehr über den Weg trauen. Die ganzen zentralen Probleme gingen vor wenigen Jahren so groß durch die Presse, dass man da bei Google ganz viel dazu vorfindet. Ich will das auch gar nicht weiter vertiefen mit dem VAG-Thema.

Mein Tipp wäre: Grast mal in eurer Region die entsprechenden Vertragshändler von Ford und Opel sowie Kia, Hyundai, Toyota und Mazda ab. Alle Marken haben Autos im Programm, die euch gefallen könnten - auch ein Honda Civic Tourer ist nicht schlecht, wenngleich vom Design her etwas speziell; das muss man einfach wollen. Vergleicht die Angebote, fahrt Probe, verhandelt, schaut einfach - und kauft nur von einem renomierten Vertragshändler. Dabei kann man immer auch mal Schnäppchen machen, wenn man auch andere Markenhäuser ansteuert: Wer z.B. einen gebrauchten Ford Focus Turnier sucht, wird kaum beim Mazdahändler danach schauen - genauso wie jemand, der meinetwegen einen Hyundai i30 CW (so heißt da der Kombi) sucht eher nicht zu Mercedes oder meinetwegen Renault gehen wird. Entsprechend niedrig sind dann die Preise beim "Fremdfabrikatshändler". Schaut einfach, was es so gibt - und kauft wie gesagt nicht von irgendeinem Schotter-Ali jwd irgendwo "im Kundenauftrag", sondern nur beim seriösen Markenhändler mit einer vernünftigen, gut erklärten Gebrauchtwagen-Herstellergarantie (also nicht CarGarantie und ähnlicher Schmonzes, das schließt alles wichtige Baugruppen eines Fahrzeugs aus und ist m.E. bestenfalls erweiterte Sachmängelhaftung mit Schönfärberei). Gerade die Asiaten bieten auch lange Werksgarantien an, die meist auf den Folgebesitzer übertragen werden, bis das jeweilige KFZ das entsprechende Alter erreicht hat. Informiert euch da auch mal, jeder seriöse Händler erklärt euch das genau.

Hoffe ich konnte euch behilflich sein ... wünsche euch ansonsten alles Gute und zunächst mal ein friedvolles Weihnachtsfest.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Die Honda Civic hatten aber im Vergleich zum vergleichbaren Kia Ceed zu lange Bremswege

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Maximal 120.000 Km, besser weniger. Gerade Golf oder Octavia Benziner mit 1.2 oder 1.4 oder 1.8TSI Benziner würde ich überhaupt nicht kaufen, wegen häufiger Motorschäden durch gerissene Steuerkette, siehe unten. Es sei denn die Steuerkette ist bereits in einer VW-Werkstatt facgerecht erneuert worden. Lieber würde ich Toyota, Hyundai, Kia oder Mazda kaufen, die sind deutlich problemloser und viel günstger. Gerade für häufigen Stadtverkehr ist das Hybridfahrzeug Toyota Prius Hybrid eine interessante Alternative, weil er innerorts vollelektrisch fahren kann.

https://www.youtube.com/watch?v=eeJurW_FQCg

Okay, das ist zumindest mal eine konkrete Aussage. Von der Unzuverlässigkeit der Golfmotoren habe ich noch nie gehört vorher, ist mir neu.

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@airmac

Es betrifft komischerweise auch nicht jeden. Ich kenne einen 1.4 TSi Golf der mit 120.000 problemlos läuft. Wenn aber das Problem mal akut wird ist der Steuerkettentausch extrem teuer, mehrere Tausend Euro, da nicht mehr von einer Garantie gedeckt

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@PonteDiBrenta

Okay, das ist aber nicht zufällig der, der auch im Fabia verbaut ist. Wir fahren nämlich den schon mit fast 140 TKM völlig problemlos. Toyota haben wir auch schon gehabt, absolut zuverlässig, was die Technik angeht, aber Probleme mit Karosserie und allen Türschlössern...

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@airmac

Das hängt davon ab welcher Motor drin ist. Es gab einige relativ unproblematische Motoren die man ein bißchen quälen mußte wenn man vorwärtskommen wollte, sehr problematisch ist der 1.2 TSi mit zahllosen Motorschäden.

Beim Fabia, Polo, Golf und Octavia muss man bei viel Stadtverkehr noch höllisch aufpassen, ob der 1.0 oder 1.4 l Motor im Rahmen eines Rückrufs modifiziert worden ist.

Durch Kurzstrecke sammelte sich vor der Modifikation Kondenswasser in der Ölwanne, gefror im Winter und führte zur Verstopfung des Ölansaugrohrs. Kapitale Motorschäden waren die Folge.

Deswegen heißen die Motoren umgangssprachlich "Frostmotoren".

https://www.autobild.de/artikel/motorplatzer-bei-tiefen-temperaturen-833585.html

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@PonteDiBrenta

Okay, hast Du denn konkrete Tipps für einen zuverlässigen Kombi in Golf- oder Passatgröße, auch ein Van würde gehen!? Sind nicht an eine Automarke gebunden, von asiatischen, deutschen, französischen und italienischen Herstellern haben wir schon PKWs gehabt. Fast immer gute Erfahrungen gemacht, vielleicht auch, weil wir die Fahrzeuge pflegen.

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@airmac

Ich würde einen Kia Ceed 1.4 CVVT mit anspruchslosem Basis-Vierzylinder 99 PS Motor ohne Turbo etc. nehmen, reicht völlig für die Stadt, möglichst ab 2015 wg. Euro 6 Schadstoffeinstufung, der hat dann sogar noch 2 Jahre Kia Rest-Garantie.

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@PonteDiBrenta

Okay, vielen Dank für Deine konkreten Tipps. Schauen uns den Ceed mal an, ob er größer als der Fabia Combi ist.

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@airmac

Gibts auch als Kombi. Der Kia Ceed ist gegenüber dem Fabia ein richtig erwachsenes Auto, bessere Radaufhängung, bessere Bremsen, breiterer Innenraum, und nicht zuletzt gibt es für ihn die Top-Ganzjahresreifen Goodyear Vector 4 und Michelin Cross Climate, für den Fabia nicht

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Das problem.mit den Steuerketten betraf vorallem die ersten TSI Generationen im Golf 5, ect. (Materialfehler des Zulieferers) Seit etwa Modelljahr 2012+ ist das Problem behoben und die Motoren halten genauso gut oder schlecht, wie die anderer Hersteller.

Das viel größere Problem ist, dass heute in fast jeden Fahrzeug ein Turbolader verbaut ist und gleichzeitig die meisten Leute nicht wissen, wie man einen Turbomotor fahren muss. Die denken immernoch, sie sitzen in ihrem 1,8er Golf 3, wo man noch ruhig den Schlüssel drehen konnte und Feuer frei. Der hat das noch weggesteckt. Moderne Motoren hingegen muss man behutsam warm fahren, bevor man auch nur daran denk, mal etwas mehr Gas zu geben und auch vor dem abstellen wieder "kalt" fahren oder zumindest im stand noch 1-2 Minuten nachlaufen lassen.

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@micha259

Das stimmt nicht, vor allem Golf 6 und zeitgleiche 1.4 TSI ab BJ 2008 waren betroffen!

Wenn das so wäre wie Du schreibst, müßten ja Horden von Turbomotoren vorzeitig kaputt gehen.

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@PonteDiBrenta

Ich hab geschrieben im Golf 5 ECT. und ab ca. 2012!!! Richtig lesen!🤦🏼‍♂️

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Das kannst du schlecht an der Laufleistung festmachen. Mein aktuelles Arbeitstier z.b. hab ich mit 234000km gekauft, der sieht aber optisch noch richtig gut aus und fährt auch ohne Probleme, der hat lediglich mal einen neuen Endschalldämpfer und neue Querlenker vorn bekommen, das war's.

Achte also lieber aus den Gesamteindruck, lückenloses Checkheft, möglichst wenig Vorbesitzer und den TÜV Bericht (am besten mängelfrei) und überlass den Rest deinem Bauchgefühl, anstatt das an irgendwelchen aus der Luft gegriffenen Zahlen fest zu machen.

Woher ich das weiß:Beruf – KFZ Mechatroniker, Teile-Spezialist bei Autorecycling

Apropos Autorecycling, werden dabei vor allem deutsche Fahrzeuge ausgeschlachtet, aufgrund der größeren Stückzahl die draußen unterwegs ist, oder durchaus auch Importfahrzeuge wenn sie nicht zu exotisch sind?

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@PonteDiBrenta

Speziell unser Betrieb hat sich auf VAG Fahrzeuge spezialisiert, deshalb haben wir vorallem solche Fahrzeuge/Teile im Programm. Aber während der Abwrackprämie kamen durchaus auch andere Fahrzeuge mit, vorallem Mazda und Franzosen. Ganz selten sind (bei uns) BMW und Mercedes. Die gehen wahrscheinlich alle nach Osten, egal wie der Zustand ist.🤔

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Meinen Renault habe ich vor drei Jahren mit 175.000 km gekauft - läuft.

Den Jaguar davor erwarb ich mit 210.000 km und fuhr ihn bis 300.000.

80.000-100.000

Entscheidend ist, wo die Kilometer gefahren wurden. Am besten sind viel Langstrecke (Autobahn).

Das trifft meist auf Leasingfahrzeugen zu, von Vertretern.

Die fahren aber Diesel

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@Cepha

Da bin ich mir nicht so sicher, die Literleistung von modernen Dieseln ist inzwischen mit derjenigen von Benzinern vergleichen, dazu kommen ungünstige Faktoren wie stärkere Ölverdünnung durch die Regeneration, und bereits ein defekter Injektor kann zum Motorschaden führen

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