Gebiete die Deutschland nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages abgeben musste?

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2 Antworten

Elsass-Lothringen, Hultschiner Ländchen, Posen, Westpreußen , Memelgebiet und Danzig.

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Sofort abgetretene Gebiete (ohne Volksabstimmung)

Elsaß-Lothringen an Frankreich

fast ganz Westpreußen (1466 bis 1772 als Preußen königlichen Anteils zu Polen gehörig) an Polen, jedoch ohne Danzig, das Abstimmungsgebiet Marienwerder, die Kreise Deutsch Krone, Flatow (Restkreis) und Schlochau

Provinz Posen (9. Jahrhundert bis 1793 als historische Landschaft Großpolen polnisch) an Polen, jedoch ohne zwei kleinere deutschsprachige Randgebiete im Westen

die südliche Hälfte des ostpreußischen Kreises Neidenburg

das Reichthaler Ländchen an Polen

kleine Grenzstreifen Niederschlesiens an Polen

das Hultschiner Ländchen an die Tschechoslowakei

Neukamerun, das erst 1911 durch Tausch Teil der deutschen Kolonie Kamerun geworden war, wieder zurück an Frankreich

das Pachtgebiet Kiautschou in China unter japanisches Mandat (diese Entscheidung, die die chinesische Forderung nach Rückgabe der Kolonie ignorierte, löste in China die Bewegung des 4. Mai aus und hatte am 20. Mai 1921 den Abschluss eines Separatfriedens mit Deutschland zur Folge)

die 1899 von Spanien käuflich erworbenen Inselgruppen der Marianen (spanisch seit 1556) und der Karolinen, beide unter japanisches Mandat

Nach Volksabstimmungen im Gefolge des Versailler Vertrags abgetreten

Volksabstimmung in Oberschlesien 1921:

durchgezogen = Reichsgrenze von 1918 und oberschlesische Kreise,

gepunktet = niederschlesische Kreise,

lila = Tschechoslowakei einschließlich des von Deutschland erhaltenen Gebiets,

grün = Polen einschließlich des von Deutschland ohne Volksabstimmung erhaltenen Gebiets,

gelbgrün = nach der Abstimmung an Polen gekommenes Gebiet,

orange = nach der Abstimmung bei Deutschland verbliebenes Gebiet

Hauptartikel: Volksabstimmungen im Gefolge des Versailler Vertrags

Nordschleswig stimmte mit einer Dreiviertelmehrheit für Dänemark, der Süden Schleswigs verblieb mit einer Mehrheit von 80 Prozent bei Deutschland.

Während der Volksabstimmung am 20. März 1921 war Oberschlesien

von alliierten Truppen besetzt, damit nicht deutsche Behörden Druck

zulasten der polnischen Option ausüben konnten. 60 Prozent der

Stimmberechtigten votierten für den Verbleib beim Deutschen Reich.

Nachdem ein gewalttätiger polnischer Aufstand am Widerstand deutscher Freikorps gescheitert war, beschloss der Oberste Rat der Alliierten im Oktober 1921, das Abstimmungsgebiet zu teilen,

[16]

eine Möglichkeit, die der Versailler Vertrag explizit vorsah. So kam ein Gebiet von etwa einem Drittel der Fläche in Ostoberschlesien,

wo es insgesamt eine Stimmenmehrheit für Polen gegeben hatte, am

20. Juni 1922 an Polen. Im abgetretenen Teil war bislang fast ein

Viertel der deutschen Steinkohle

gefördert worden. Die Abtrennung verbitterte viele Deutsche, weil die

Teilung erst nach der Abstimmung beschlossen wurde und dadurch der

größere Teil des industriell wertvollen Oberschlesischen Industriegebiets an Polen ging.

[17]

Durch die räumliche Heterogenität der Stimmenmehrheiten fielen mehrere

Orte entgegen der jeweiligen Stimmenmehrheit an Polen. Auch die

Künstlichkeit der Grenzziehung in diesem Ballungsraum, teilweise durch

Industriebetriebe und Bergwerke, nährte die Verbitterung.

Eupen-Malmedy sowie das bisherige Neutral-Moresnet an Belgien (→ Ostbelgien);

ursprünglich ohne Abstimmung, eine spätere Abstimmung bestätigte die

Zugehörigkeit zu Belgien. Ob die Abstimmung korrekt war oder nicht,

wurde von beiden Seiten gegensätzlich dargestellt. Das abgetretene

Gebiet umfasste sowohl Gemeinden mit französischsprachigen (Malmedy, Weismes) als auch mit deutschsprachigen Bevölkerungsgruppen (Eupen, Sankt Vith und andere). Letztere bilden heute die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens.

Nach Volksabstimmungen im Gefolge des Versailler Vertrags beim Deutschen Reich geblieben

Südschleswig

der Westteil Oberschlesiens inkl. dem dem Abstimmungsgebiet

zugeschlagenen Teil des niederschlesischen Landkreises Namslau (zwei

Drittel des Abstimmungsgebiets)

neun Landkreise Westpreußens östlich und westlich des neuen polnischen „Korridors“ (→ Westpreußen)

der Südteil Ostpreußens (

jedoch ohne Soldau, Kreis Neidenburg

)

Dem Völkerbund unterstellt

Karte Europas a) vor dem Ersten Weltkrieg und b) nach den Bestimmungen der Pariser Vorortverträge

Das Saargebiet, dessen Kohleproduktion (siehe Bergbau im Saarland) Frankreich zufiel, wurde dem Völkerbund unterstellt. Nach 15 Jahren sollte eine Abstimmung über die staatliche Zugehörigkeit stattfinden, die am 13. Januar 1935 eine große Mehrheit für Deutschland ergab.

Danzig mit Umgebung wurde zur Freien Stadt unter Kontrolle des Völkerbundes erklärt, in das polnische Zollgebiet eingeschlossen und von Polen außenpolitisch vertreten.

Das Memelland

wurde unter Kontrolle des Völkerbunds einem eigenen Staatsrat mit

französischem Präfekten unterstellt und am 10. Januar 1923 von Litauen besetzt. 1924 wurde es in der Memelkonvention des Völkerbundes als autonomes Gebiet unter litauische Staatshoheit gestellt.

[16]

die deutschen Kolonien

Quelle: Wikipedia

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