Geben junge Leute in Ausbildung und Beruf zu schnell auf?

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17 Antworten

Ich kann deine Ansicht nur bestätigen.

Es ist in der Tat so, dass viele junge Leute nicht mehr mit Druck umgehen können. Für alles gibt es Auswege, Krankheiten und Therapien. Durchbeissen ist uncool.

Arbeit macht eben nicht immer Spass, denn es ist immer noch Arbeit und keine Freizeitbewältigung. Und schon unsere Eltern wussten: "Lehrjahre sind keine Herrenjahre!"

In unserer Gesellschaft ist das individuelle Ego immer weiter in den Vordergrund gerückt. Arbeitgeber werden heute vielfach als moderne Sklaventreiber betrachtet. Dabei wird niemand zur Arbeit gezwungen. Jeder kann doch in unserem Land machen, was er will. Wo sehen wir heute noch einen Auszubildenden, der dankbar ist, dass man ihm etwas beibringt? Wo sehen wir noch Leute, die dankbar sind, dass ihnen die Möglichkeit zum Geldverdienen geboten wird?

Ich denke, bei uns herrscht eine sehr hohe Erwartungshaltung, die das tägliche Leben oftmals nicht erfüllen kann.

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Kommentar von fernandoHuart
28.10.2015, 23:12

Oh wie grosszügig...Eine Möglichkeit Geld zu verdienen...Etwas beibringen...OK. Aber der Mensch, der Mensch! Wo bleibt er dabei?

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Kommentar von zippo1970
29.10.2015, 20:18

Ja, da kann ich dir wirklich zustimmen. Das individuelle Ego, dass bei manchen 16 jährigen so groß ist, dass es kaum in meine Werkstatt passt, und Erwartungen die in der realen Welt unerfüllbar sind.....

"Lehrjahre sind keine Herrenjahre"

Ich musste mir den Satz auch oft anhören, und ich hab ihn gehasst. Ich als Ausbilder, vermeide ihn. Auch wenn er wahr ist.

Es gibt ja eine große Diskrepanz, wie ich ausgebildet wurde, und wie ich heute ausbilde. Wenn ich an meinen Lehrmeister denke... Da flog schon mal der Hammer durch die Werkstatt, und ich musste hinter die Werkbank springen....

So etwas könnte man heute nicht mehr machen. Und das ist auch gut so. Ich bin, so denke ich jedenfalls, verständnisvoll, geduldig, aber auch konsequent, und sehr klar in meiner Ansprache. Aber ich schreie nicht rum oder werde cholerisch....

Aber bei aller Geduld und Verständnis... manchmal komme ich an Grenzen, da möchte ich am liebsten auch den Hammer werfen....

Ich hatte einen, der kam oft zu spät, schwänzte die schule, und er war ziemlich vorlaut, und wollte mir erklären (30 Jahre Berufserfahrung im Schreinerhandwerk), wie man einen Tisch lackiert.

Ich bin mit ihm ins Büro und hab ihm eine Stunde die Meinung gegeigt, sachlich aber auch ohne Beschönigungen. Dann hab ich ihn, für diesen Tag, nach Hause geschickt, damit er mal über sein Leben, und seine Selbstwahrnehmung nachdenkt.

Es war das letzte mal das ich ihn gesehen habe. Ein Psychologe hat ihn Krank geschrieben. Nach 6 Wochen hat er gekündigt.

Jetzt könnte man denken ich wäre froh gewesen ihn los zu sein. Nein. Der Junge war nicht dumm. Er hatte Talent mit Holz zu arbeiten. Ich hätte einen guten Schreiner aus ihm machen können. Ich hab mir echt Mühe mit ihm gegeben. Aber er hat hin geschmissen.

Und ich fürchte nicht nur ich hab ihn verloren, sondern auch unsere Gesellschaft.....

Ich verstehs halt einfach nicht und frage mich was hab ich falsch gemacht, oder was hätte ich besser machen können?

So jetzt ist aber gut...

LG :-)


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Ich denke ein großes Problem ist, dass die Arbeitswelt halt etwas völlig neues ist und man anfangs sicher sehr überfordert ist.

D.h. der Anfang ist sicher sehr schwierig, hier müsste man da vllt den Übergang zwischen Schule und Beruf etwas fließender gestalten.

Auch darf man natürlich nicht vergessen, dass in vielen Bereichen der Druck tatsächlich massiv zugenommen hat und man ständig unter Leistungsdruck steht, dem vllt nicht jeder standhalten kann und will (wobei man je nach Ausprägung mitunter früher oder später ohnehin gesundheltiche Belastungen zu befürchten häte).

Warum also genau eine Person die Ausbildung abbrechen will oder mit der Situation nicht klar kommt, kann muss man dann natürlich im Einzelfall bestimmen.

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Kommentar von Gegengift
30.10.2015, 20:08

Warum also genau eine Person die Ausbildung abbrechen will oder mit der Situation nicht klar kommt, kann muss man dann natürlich im Einzelfall bestimmen.

Einzelfall? Differenzierung? Keine pauschalen Urteile? Sich einfach mal die Gründe anhören statt in früher-war-alles-besser-Gejammere zu verfallen?

Ja wo kämen wir denn da hin?

thumbs uup ;-)

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Hallo!

Ja, das ist auch mein Eindruck.. ich kenne einige, die ihre Lehre abgebrochen haben & das aus teilweise nichtigen oder mMn fragwürdigenGründen, die sie selber mitunter gar nicht benennen konnten. Einer etwa hat aufgehört, weil er merkte, dass er mit dem Bus rund eine Stunde zu seinem Lehrbetrieb braucht -------> sorry, aber sowas weiß man doch vorher^^ ein anderer, den ich fragte, konnte mir beim besten Willen keine Antwort geben.

Auch bei uns im Betrieb hat ein Azubi zum Grafiker seine Lehre erst im März 2016 nach einem Dreivierteljahr geschmissen.. seine Ansicht war, dass sein Lehrherr ihn zu wenig selbst machen ließ & er in seinem "Können" nicht estimiert wurde (!). Das muss sich erstmal einer trauen, sowas dem Lehrherrn zu sagen^^ ihr könnt euch denken, wie das ausging; da lachte die halbe Firma drüber ;)

Zumal es echt so ist, dass die Lehrlinge heute beinahe auf Händen getragen werden. Da tat sich gerade in den letzten 10 Jahren, seit es mehr Stellen als Bewerber gibt, viel: Kaum ein Lehrbetrieb kann es sich leisten, die Kiddies als Handlanger rumzuscheuchen, den "Stift" für Larryjobs einzuteilen & schlecht zu behandeln und dann mich spöttelnd mit "na ja, Lehrjahre sind keine Herrenjahre" abzufertigen. Das war vllt. in den 80ern mal so. Also: Schlecht geht's den Azubis von heute bestimmt nicht! Es sind also meist "Luxusprobleme" oder schlicht die kein-Bock-Haltung.

Ich (Jahrgang 1990, Mittlere Reife 2007 & dann eine Lehre zum Industriekaufmann) habe in meiner Ausbildugnszeit Gottseidank Glück gehabt. Die Ausbilder waren fair & nett, die Kollegen im Ganzen auch okay, die Firma konnte mir relativ abwechslungsreiche Tätigkeiten bieten & Dinge wie Autowaschen, tagelanges Kopieren oder Handlangerdienste, wie sie mir andere Azubis in der Berufsschule berichteten, blieben mir erspart. Von uns hat allerdings keiner ans Aufhören gedacht, nur weil einem was nicht passte.. auch bei mir war nicht immer alles Eitel Sonnenschein & es gab Tage, wo man echt 'ne Fleppe gezogen hat und alles "einfach Mist" war^^ aber die Zauberformel hieß --------> hey, morgen ist auch 'nen Tag und es wird spätestens dann wieder besser :)

Muss zwar sagen, dass ich 'nen totaler Optimist bin & mich nie vor fünf Tagen Arbeit/Berufsschule fürchtete, sondern mich eher drauf oder spätestens auf die abendlichen "Simpsons"-Folgen oder die Wochenenden mit meinen Kumpels und meiner Freundin freute.. aber bei mir war es auch so, dass mein Opa, bei dem ich aufwuchs total hinter mir stand, auf alles aufpasste & er es trotz seiner langmütigen Hand NIE erlaubt hätte, dass ich die Lehre abbreche.. außer es wäre wirklich die Hölle auf Erden gewesen. 

Ich finde, dass es auch viel an den Eltern liegt, die durch ihre allzu lockere Erziehung es dem Nachwuchs leichtmachen einfach hinzuschmeißen bzw. nicht hintendran zu sein. Probleme werden nicht gelöst, sondern umgangen. Sorry, das kann's mMn doch auch echt nicht sein -----------> mein Opa sagte immer, dass man ALLES in den Griff kriegen kann und nix so heiß gegessen wird wie gekocht. Das ist auch meine Maxime :)

Außerdem ist die Berufsberatung in den Schulen oft echt schlecht bzw. verfehlt ihren Zweck völlig. Wir hatten zwar einen top Gemeinschaftskundelehrer, der einen super Unterricht gemacht hat -------> aber beim Thema "BORS" (Berufsorientierung an der Realschule) knickte die Schule mitsamt dem Lehrmaterial völlig ein. 60 Prozent meiner Klasse wussten noch Mitte der 10. nicht, was sie machen sollten bzw. haben einfach, damit sie danach versorgt sind, irgendein Berufskolleg verfolgt -------> in der Para das selbe Bild. 

Ich gebe gerne zu, dass ich mich auch mehr aus Bequemlichkeit für die Lehre zum Industriekaufmann entschied: "Es hat sich halt angeboten". Ich wollte Geld verdienen für den Führerschein, ein Auto & Konzertbesuche und hatte auch keinen Bock auf den Abistress oder eine weiterführende Schule. Und ich habe mich eben beworben.

Soweit meine Meinung :)

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Erziehungsfehler und falsche Schulpolitik. Um ,mal Deine Frage nach den Ursachen zu beantworten. Unsere Kinder sind immer das Resultat gesellschaftlicher Erziehung. Gesellschaftlicher. Nicht nur elterlicher und schulischer. 

Schaue Dir an womit unsere Gesellschaft Heranwachsende zumüllt. Ein anderer Ausdruck ist für mich zu diesem Themenbereich vollkommen daneben. 

Wir haben das Schulfernsehen abgeschafft weil es angeblich nicht mehr zur Zeit passt. Nun ist es auf youtube zu finden von denjenigen Menschen die wissen dass engagierte Fachmenschen es dahin gerettet haben. Kaum war es da hingerettet fing deutsche Politik lautstark gegen youtube zu pöbeln an. Was soll Das!!????!!!! 

Unsere Gesellschaft wird mit Werbung zugemüllt die uns vermitteln soll schon das Baby soll so viel als möglich konsumieren. Wie aber kann ein Mensch sich selbst entdecken wenn mittlerweile im Werbefilm so getan wird als wäre es normal sein Baby auf einer Treppe in aller Öffentlichkeit neu zu wickeln oder auf dem Straßenpflaster? Als ich diese Werbung sah wurde mir schlecht. Menschenverachtender geht es nicht mehr. 

Und so setzt es sich fort. Bis hin zu einem sogenannten Familienministerium welches seit Jahren falsche Informationen zur menschlichen Entwicklung online stehen hat die mittlerweile die Neueröffnung und volle Belegung von mindestens drei Kliniken für Essgestörte verantworten. 

Ich wohne unter Russen als Nachbarn. Offiziell sollen sie ja Russlanddeutsche genannt werden. Aber sie sind absolut nicht bereit auch nach Jahrzehnten des Hierseins sich anzupassen. So wird schon den kleinen Mädchen eingetrichtert dass sie sich im Kindergarten nach einem zukünftigen Mann umzusehen haben. Der Sohn meiner Nachbarin wird regelmäßig von seiner Oma gef...ckt. Kommentar der Mutter: "Das ist ja nicht so schlimm. Meine Mutter ist ja schon alt. Da kann Nichts mehr passieren." Dass der Junge 1. an regelmäßigen Inzest, einer Straftat, gewöhnt wird, er sich 2. in einer Entwicklungsphase befindet während der Sexualität das Gehirn für immer beschädigen kann - wer fragt schon danach. Die Mutter jedenfalls nicht. Und sollte ich das Jugendamt informieren werde ich zum wiederholten Male erfahren dass es selbst untätig bleiben wird und mich diese Sache Nichts angeht. Dabei kann der Junge mittlerweile nicht mal mehr 1 + 1 zusammen zählen. 

Und dann lese Dir hier mal die Antworten auf ganz normale pubertäre Fragen durch!!! Mir wird da öfter schlecht und oft genug muss ich erst mal andere Dinge tun um angemessen antworten zu können. Es wird den Heranwachsenden so viel Aggression entgegen gebracht, so viel Unsinn als Realität vermittelt und oft genug schlicht falsche Informationen von so genannten Experten angeboten. 

Ich hatte eine andere Jugend und auch Kindheit. Als Kind habe ich gelernt wer Onkel Hebel ist. Ich habe einen Motor wickeln dürfen, erlebt wie unser Vater mit den damaligen Mitteln einen Film bastelte. Ohne V8 denn das gab es damals noch gar nicht. Im Kindergartenalter hatte ich schon Schmiergelpapier in der Hand, war stolz wie Bolle. Später dann kamen die Handarbeiten dazu. Noch später, mit 13, wurde mir Geld in die Hand gedrückt und davon hatte ich dann 14 Tage den Haushalt zu bestreiten. Ich bin also auf das Leben vorbereitet worden. Auf vielfältigste Weise. 

Konsumieren ist keine Vorbereitung auf das Leben. Es ist auch keine Vorbereitung auf das Leben den Kindern alle Vorkommnisse auf Arbeit vorzuenthalten. 

Dass die jungen Menschen keine Ausbildungsreife haben beklagt die Deutsche Wirtschaft seit Jahrzehnten. Wie reagiert Politik? Sie verschlechtert Schule, schließt Möglichkeiten der Selbstentwicklung oder nutzt sie anderweitig, lässt im Ausland von der Wirtschaft ausgewählte junge Menschen auf unsere Kosten an Deutschkursen teilnehmen und so fort. Außereuropäisches Ausland. Und dann hetzt sie die Bevölkerung gegen die Ausländer. 

Gehe in der Regel davon aus dass die meisten 18-Jährigen sich noch nie getraut haben Pubertät zu leben. Ohne aber kann keine Ausbildungsreife entstehen. 

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Auszubildene machen den großen Schritt von Schulleben ins Arbeitsleben. 

Es sollte unterschieden werden, ob der Azubis nicht arbeiten wollen oder ob es aan der Tätigkeit liegt.

Ich sage immer: Die einen haben Glück und finden gleich den Traumjob für Leben und die anderen müssen länger suchen.

Wenn jemand merkt, dass ihm die Tätigkeit, also der Beruf nicht gefällt, sollte er sich schnell entscheiden ob er die Ausbildung beenden möchte. Eine abgeschlossene Ausbildung bringt wiederum eeitere Möglichkeiten.

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Kommentar von fernandoHuart
28.10.2015, 22:38

Genau so sehe ich es auch. Orientierung. Gesetze machen es aber nicht leicht, besonders bei minderjährige Azubi. Habe es erlebt. Und der Krux ist dass die Cheffe keinen andere nehmen solang die Platz nicht frei ist...(LOgisch)

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Kommentar von zippo1970
28.10.2015, 22:55

Das mit dem Traumjob ist klar... Unsere Azubis haben alle ein Praktikum bei uns gemacht, und sollten wissen was auf sie zukommt... Es ist oft nicht die Tätigkeit die missfällt....

Er fühlt sich unverstanden, ungerecht behandelt, und glaubt man hätte was gegen ihn, wenn man ihn nicht täglich lobt.. 

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Der Jugendliche, der eine Ausbildung beginnt, dem muss es auch Spaß machen. Wenn jemand "hinschmeißt" hat er auch Gründe dafür.

Wenn jeder sagt, unsere Jugend muss einfach irgendeine Arbeit beginnen, hauptsache einfach mal was arbeiten, der muss sich nicht wundern, wenn die Motivation dafür fehlt. Schon mal so gedacht!

Ich habe auch eine Ausbildung durchgezogen drei Jahre, die ich nicht wirklich mochte. Jetzt mache ich was ganz anderes, weil der Job mir sowas von auf den Sack ging.

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Kommentar von fernandoHuart
28.10.2015, 22:41

Du hast es erfaßt! Und die richtige Entscheidung getroffen. Arbeit sollte nicht nur Geld sondern auch Freue und Erfüllung.

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Meiner Ansicht nach haben diese Jugendlichen im Elternhaus nie gelernt, dass sie mal auch etwas machen müssen, was ihnen nicht so gefällt. Auch flüchten heute viele in Depressionen, die dann ausgiebig gepflegt werden.

Früher war das so, dass man die Zähne zusammenbeißen musste, damit man auch was erreichen kann. Wer mal einen schlechten Tag hattte (keine Depression), der hatte eben einen schelchten Tag. Das verging ja auch wieder.

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Kommentar von zippo1970
28.10.2015, 22:46

Na gut.... das mit den Depressionen/BurnOut ist ja wieder ein ganz eigenes Thema.... Wenn man früher Probleme hatte, hat man sich mit einem Freund besprochen.... Heute geht man zum Psychologen... :-(

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OMG..Du sprichst mir aus der Seele...Natürlich kann man nicht alle jungen Leute über einen Kamm scheren,aber ich finde die meisten werden einfach nur mit Samthandschuhen angefasst und nicht auf das Leben vorbereitet.

Schlimmstes Beispiel:Azubi kam nicht zur Arbeit,ich rief Zuhause an und hab mir Erlaubt zu Fragen wo er bleibt,da "Pflaumt"mich die Mutter an,wer ich überhaupt bin,denn ihr Sohn schläft noch...ohne Worte 

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Kommentar von zippo1970
29.10.2015, 17:50

Na ja wenn die Mutter nicht mitkriegt, dass der Sohn eigentlich arbeiten müsste, ist das ja kein Zeichen von "Samthandschuhen", sondern von Desinteresse...

Wenn ich über die Geschichte nachdenke, glaube ich, ich wurde von meiner Mutter mit Samthandschuhen angefasst.

Während meiner Lehre ist meine Mutter jeden morgen aufgestanden, hat mich geweckt, mir ne Tasse heißen Kakao gekocht, und mir Brote zum mitnehmen geschmiert. Eigentlich hätte sie auch liegenbleiben und noch 2 Stunden schlafen können.

Heute gibts das auch nicht mehr oft.

Bin ich verwöhnt worden? Ich weiß nicht. Auf jeden Fall wurde mir eine große Fürsorge zu Teil. Und vielleicht bekommen unsere Jugendlichen nicht mehr die Fürsorge, die wir früher hatten. Könnte auch ein Teil des Problems sein.

Aber wenn ich so darüber nachdenke.... Fahr morgen auf jeden Fall mit ein paar Blumen zu Mama... Sie war und ist einfach die Beste....

:-)

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Hallo zippo1970,

ich habe den gleichen Eindruck wie Du und vermute als wesentliche Ursache, dass viele Kinder heute nicht mehr lernen, mit Widerständen umzugehen. Zu Hause werden sie mit Samthandschuhen angefasst und per "Helikopter" überallhin begleitet, und in der Schule sinken die Anforderungen immer weiter, damit irgendwann jeder das Abitur schafft. Wenn sie dann in der Arbeitswelt mit echtem Konkurrenzdruck konfrontiert werden, mit Situationen, wo es wirklich auf echte Leistungen ankommt, dann sind sie überfordert, weil sie das nicht kennen.

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Kommentar von zippo1970
29.10.2015, 21:38

Ich weiß nicht ob es so einfach ist, oder ob man das so grundsätzlich sagen kann...

Ich denk da mal an meine eigenen Kinder.... speziell nach Einführung von G8 in Bayern....

Ob die Anforderungen am Gymnasium in den letzten Jahren gesunken sind, kann ich schlecht beurteilen, da ich nie ein Gymnasium besucht habe, sondern nur Hauptschule.

Aber ich find die Anforderungen verdammt hoch. Ein gewaltiger Leistungsdruck für die Kinder.

Um 16 Uhr zu Hause von der Schule, und dann teilweise bis in den späten Abend noch Hausaufgaben und lernen. Oben sitzt meine Jüngste vor ihren Büchern und es ist 21.30 Uhr.

Wenn ich da an meine Schulzeit denke... 13 Uhr zu Hause, halbe Stunde Hausaufgaben, und dann ab zum Fußball spielen....

Was ich natürlich beurteilen kann, ist die Qualität des Hauptschulabschlusses. Die ist auf jeden Fall gesunken. Ich hab 1985 den Abschluss gemacht. Jeder aus meiner Klasse, der eine Ausbildung wollte hat relativ einfach eine gefunden.

Heute gibt es teilweise Hauptschulabsolventen, die so viele Wissenslücken haben, dass sie eigentlich gar nicht ausbildungsfähig, bzw. nur mit besonderer zusätzlicher Förderung, sind.

Einfacher Dreisatz....Bruchrechnung.... Berechnung einer Fläche....Rechter Winkel.... Böhmische Dörfer.... Als hätten sie noch nie etwas davon gehört....

Andererseits sind es teilweise Cracks am Computer. Wie haben eine Computer gesteuerte Fräsmaschine. Ich habe/hatte Lehrlinge die programmieren das Ding schneller und besser als ich. Und was ich mir in tagelangen Studium aneigenen musste, schnallen die in 2 Stunden.

Na ja... es gibt viele Gründe.... und es gibt ja auch immer noch tolle Jugendliche, die sich anstrengen, ein Ziel haben, diszipliniert und motiviert arbeiten können.

Weil jemand muss ja unsere Rente zahlen... ;-)

LG :-)

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Kommentar von Matrjoshka
30.10.2015, 22:14

Die Anforderungen sind nicht gesunken, zumindest auf der Gymi. Ich bin nach der Realschule auf Gymi gegangen, und die Oberstufe war eine QUal. Man musste zum Teil von 8 Uhr bis 17:05 in der Schule sitzen müssen, dann Hausaufgaben, für die Prüfungen lernen, Präsentationen, extra Kurse in einigen Fächern... Ich hatte kein Privatleben mehr...

Musste Schach aufgeben, für Aikido hatte ich kaum Zeit... War sogar zu müde zum Lesen obwohl ich davor locker 300 Seiten am Tag lesen konnte...

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Ja, das Problem kenne ich nur zu gut. Auch ich habe mal einige Jahre lang ausgebildet. Viele geben sich echt Mühe, aber die Zahl derer, die glauben, dass Arbeit und Lernen ein lustiger Zeitvertreib sein sollte, nimmt stetig zu. Wir wussten damals, dass "Lehrjahre keine Herrenjahre waren" und dass wir nicht zu Mutti kommen und uns ausheulen konnten, weil Arbeit dummerweise auch mal mit Arbeit zu tun hat und man ab und zu auch mal eine unangenehme Ansage bekommen hat. Ich selbst hatte mal einen Azubi, der sich beim Personalrat beschwert hat, weil ich ihm nicht jede Stunde eine Zigarettenpause genehmigen wollte und ihm untersagt hatte, die Füße auf seinem Schreibtisch abzulegen!

Heutzutage sind viele Jugendliche so derart verwöhnt und verweichlicht, dass sie schon in tiefste Depressionen verfallen, wenn sie mal den Müll raus bringen müssen. Und sie haben damit Erfolg! Sie werden betüdelt und bedauert und zum Psychologen geschickt. Ihnen wird alles unangenehme fern gehalten und sie wachsen völlig lebensfern auf.

Das geht ja bereits in der Schule los. Eine Bekannte von mir ist Lehrerin an einer Realschule. Was die so alles berichtet, hält man stellenweise für einen sehr schlechten Film. Da gehen Eltern bis vor Gericht, weil der Filius sich geweigert hat, Hausaufgaben zu machen und deswegen schlechtere Zensuren bekommt. Da muss man sich nicht wundern, wenn der Nachwuchs keinen Bezug mehr zur Realität hat. Die Eltern leben es ja vor!

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Kommentar von zippo1970
31.10.2015, 00:10

Eine Anekdote möchte ich noch los werden.

Bei mir in der Werkstatt gilt die Regel, dass Handy bleibt im Spind. Ein Azubi hatte damit echt Probleme.

Ich habs ihm gefühlte 100 mal gesagt. Er hielt sich nicht dran. Ich hab ihn immer wieder erwischt.

Eines Tages ist mir dann der Kragen geplatzt.

Ich habs ihm aus der Hand gerissen, und habs einmal quer über die Kreissäge gezogen. Dann hab ich ihm wortlos die 2 Teile in die Hand gedrückt.

Ich hab selten ein solches Gesicht aus Überraschung und Entsetzen gesehen. Er hat immer so auf hart gemacht, aber da standen ihm die Tränen in den Augen.

War natürlich alles andere als okay von mir. Sein Vater kam am nächsten Morgen, hat sich bei meinem Chef beschwert, einen Brief an die Handwerkskammer geschrieben, und einer Anzeige wegen Sachbeschädigung bin ich nur entgangen, weil ich ihm 200 € in die Hand gedrückt habe.

Aber seinen Sohn habe ich nie wieder mit einem Handy in der Hand erwischt. In der Zeit übrigens auch keinen anderen Lehrling. 

Also können sie sich doch an Regeln halten. Ist halt immer nur eine Frage der Motivation..... :-))

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Ich finde, es liegt etwas an der westlichen, etwas freieren Erzeihung.

Bei uns in Russland ist eher so das die Eltern die jeniegen sind, die die Kinder praktisch zwingen, ein Abi zu machen und dann eine sehr angesagte Ausbildung oder Studium zu machen. Und wenn die Kids aufgeben wollen werden sie die Kinder einfach zwingen, etwas durchzumachen. In der Schule werden bis zum einem bestimmten Alter (so 14) immer die Hausaufgaben kontrolliert, und weh man hat einmal welche vergessen. Sowas wie schwänzen wird bei uns nicht erlaubt. Dazu kommen gewisse außerschulische Pflichtsachen, die machen soll... Ich habe zum Beispiel lange Zeit Schach in einem Verein  gespielt... Und auch da gibt es eine eiskalte Kontrolle ob man hingeht oder nicht...

Auch müssen wir immer Hausarbeiten machen, was deutschen Kinder (zumindest untern meinen damaliegen Freunden) nicht machen müssen.Diese Hausarbeiten müssen alle Kids / Jugendliche / Junge Erwachsene tun, egal ob Kerl oder Mädel.Ich muss (wohne zur Zeit in der Ausbildung zu Hause mit 22) zu Hause öfters kochen (was ich aber eher freiwillig tue) und Staubsaugen (okay, das hasse ich). Dadurch lernen wir, Sachen zu machen, die wir auch nicht mögen und kommen dann etwas besser klar in der Ausbildung.

Klar gibt es überall Ausnahmen, aber so ist mein Eindruck :)

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Ich habe auch diesen Eindruck wie Du.

Ich denke, das liegt auch an der Erziehung.

Hab selbst 3 Kinder, die ich alle durch eine Ausbildung durchgebracht habe. Ich denke, auch von zu Hause aus muss ein wenig Druck ausgeübt werden.

Meiner Meinung nach machen das aber sehr wenige Eltern, weil die Kinder ja sonst "kaputt" gehen könnten.

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Noch ein Antwort von mir betreffend mangelde Durchhaltekraft.

Ich habe ein Fall erlebt wo der getrennte Vater die Ausbildungbetrieb besucht hat um den Erfolg seine Spross zu verhindern. Er wollte nicht mehr bezahlen! Der Skandal war dass die Leitung mit machen wollte!

Da bin ich echt wütend geworden und habe mit offenenVisier gekämpft bis die "willige" Leitung aufegeben hat. Übrigens hat der Azubi es geschafft!

Ich habe mich auch gefragt ob ich, als junge Mensch, so ein Druck von alle Seiten hätte ertragen können. Der Azubi hat mich beeindruckt!

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Bei deine Betrieb haben sie Glück nähmlich ein Betreuer.

Es gibt Branchen wo "Ausbildungsplatz" Ausbeutungsplatz bedeutet. Und die Betreuer, oft nicht am eigene Schuld es musst ja einen auf der Liste stehen, überhaupt keine Zeit oder Lust am ausbilden haben.

Dazu kommt dass die bestimmte Branchen immer noch den Ruf haben mit niedrige Personalqualität versorgt zu werden. Ich nenne nur Gastronomie als (schlechte) Beispiel. Leute die aus dr Innung/Gewerkschaft eigenenn Schule kommen sind OK. Berufschule oder wie dies nennt bieten nur katastrophale Ergebnisse.

Trotz Probearbeit, Praktikum und sonstige Massnahme zum kennenlernen, fehlen die Leute einfach die Orientierung. Meistens sind dieser Massnahme auch während "ruhige" Zeiten durchgeführt oder angeboten. So haben die Leute keinen blasse Schimmer was auf sie zukommt oder was man von die erwartet.

Und, vor allem, die Grundbildung ist katastrophal. Es reicht nicht zapfen zu können und schön zu lächeln.

Wohl gemerkt, die meisten wehren sich nicht weil sie Angst haben. Fressen sich selbst hinein und scheitern.

Sie kennen weder ihre Pflichten noch ihre Rechten.

Ich kämpfe schon lang dagegen. Das ist aber David gegen Goliath. Zumindest hier. Kommen sie aus ein Austausch Seminar in ein fremde Land, sind sie absolut begeistert. Komisch ne? Und es liegt nicht daran dass sie dort mit Samthandschuhe gepack werden. In Gegenteil.


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Kommentar von zippo1970
28.10.2015, 22:41

Da hast du sicherlich recht... solche "Ausbeutungsplätze" gibt es sicherlich..... und bestimmt nicht nur in der Gastronomie....

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Das könnte auch auf ein schwaches Selbstbewusstsein zurückzuführen sein oder an irgendwelche Glaubenssätze die in der Kindheit entstanden sind liegen. "Kannst du nicht einmal mal was richtig machen, so geht das nicht, lass mich das machen etc." und das ist natürlich für die Arbeitsmoral superschädlich.

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Sensibilität sähe ich als eine Form besonderer Begabung.

Die Suche nach dem eigenen Weg ernst zu nehmen, statt sich äußeren Umständen bis ins persönliche Unglück  zu beugen halte ich für eine positive Eigenschaft. Genau wie Missstände nicht einfach zu schlucken.

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Also ich hätte es durchgezogen wenn ich nicht gekündigt wäre

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Kommentar von zippo1970
30.10.2015, 19:36

Du wurdest in der Ausbildung gekündigt?

Darf man fragen warum?

LG :-)

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