gebärmutterhalskrebsimpfung- ja oder nein?

8 Antworten

Die Impfung ist sinnvoll.

Die HPV-Impfung soll vor einer Infektion mit mehreren Arten der Humanen Papilom-Viren (HPV) schützen, die Gebärmutterhalskrebs u.a. durch Gewebe-Veränderungen und Feigwarzen auslösen können.

Dabei ist nicht der erste Sex entscheidend, sondern der erste Kontakt mit diesen HP-Viren. Da diese Viren oft (aber eben nicht nur!) beim Sex übertragen werden, wird halt vereinfachend gesagt, dass eine Impfung vor dem ersten Sex am erfolgversprechendsten ist - denn wenn bereits ein Ansteckung mit einem der entsprechenden Virustypen erfolgte, bringt die Impfung gegen diesen einen Virustypen nichts mehr.

Und übrigens: ein Kondom schützt nicht völlig vor einer HPV-Ansteckung!

Auch wenn man vor Abschluss der Impfungen Sex hat, muss man sich ja nicht zwingend mit allen der HPV-Typen, gegen die die Impfung wirken soll, angesteckt haben - ist oder war es z.B. für beide das "erste Mal", ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung gering.

Und selbst wenn man bereits mit einem der HPV-Typen angesteckt ist: dann schützt die Impfung immer noch vor einer zusätzlichen Infektion mit den anderen Typen.

Am besten, bzw. sichersten ist es allerdings, wenn die komplette Impfung bereits vor einer möglichen Ansteckung erfolgt - also am besten noch vor dem ersten Sex. Doch auch danach ist diese Impfung noch sinnvoll.

Studien aus Australien haben bereits einen Rückgang der durch HPVverursachten Gewebeveränderungen bei geimpften Mädchen nachgewiesen.

Die Impfung von Mädchen und jungen Frauen gegen humane Papillomaviren (HPV), die in Australien auf eine hohe Akzeptanz stößt, hat dort innerhalb kurzer Zeit die Häufigkeit von genitalen Warzen gesenkt. Nach einer Studie im Britischen Ärzteblatt ... profitieren über einen Herdeneffekt auch die nicht geimpften jungen Männer.

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54122

Diese Impfung (wenn vollständig) kann Dich vor einer Ansteckung mit HP-Viren schützen, allerdings nicht vor allen anderen Ursachen von GMH-Krebs. Deshalb sollte man auch mit der Impfung später regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen.

Also für mich stand die Frage nie zur Debatte, weil sie Impfung noch nicht gab, als ich sie hätte bekommen können und als es sie dann gab, hätt ich sie erstens bezahlen müssen und zweitens hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits regelmäßig Sex. Bisher bin ich gesund, und wenn sich daran mal was ändert, ist das eben so. Fraglich ob das dann nur ist, weil ich keine Impfung hatte.

Aber ich hab mir trotzdem Gedanken gemacht und ich hätte mich nicht impfen lassen. Aus dem einfachen Grund, dass es noch zu neu ist, als dass man sagen könnte, ob es wirklich einen Unterschied macht und was für Langzeitnebenwirkungen es möglicherweise gibt. Ich mache mir diese Gedanken auch wegen meiner Tochter. Ich würde sie nicht impfen lassen, es sei denn bis dahin gibts neue Studienergebnisse, aber am Ende würd ich ihr die Entscheidung ohnehin überlassen.

Aber ich hab mir trotzdem Gedanken gemacht und ich hätte mich nicht impfen lassen. Aus dem einfachen Grund, dass es noch zu neu ist, als dass man sagen könnte, ob es wirklich einen Unterschied macht und was für Langzeitnebenwirkungen es möglicherweise gibt.

Inzwischen ist die Impfung alles andere als neu sondern über 10 Jahre alt - und man kann sehr wohl sagen, dass sie einen Unterschied macht. In einer australischen Studie sind z.B. die gefährlichen Hautveränderungen am Gebärmutterhals aus denen später Gebärmutterhalskrebs entstehen kann bei geimpften Mädchen drastisch zurückgegangen.

Ich verstehe ehrlich gesagt auch die Befürchtungen von irgendwelchen "Langzeitnebenwirkungen" nicht.

Es gibt nun schon über 100 Jahren Impfstoffe - aber NOCH NIE gab es einen Impfstoff bei dem man 5 Jahre nach Markteinführung (oder gar noch später) noch irgendwelche bis dahin nicht bekannten Langzeitnebenwirkungen entdeckt hätte.

Warum soll das nun ausgerechnet bei der HPV-Impfung anders sein?

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Achso also noch etwas: man kann sich dadurch nicht vor Gebärmutterhalskrebs direkt schützen, sondern vor einem Virus, der Gebärmutterhalskrebs auslöst, also kann man trotz der Impfung an dieser Form von Krebs erkranken. Die Impfung verringert aber das Risiko deutlich. 

Ich habe zu Hause Steckdosenschutz an jeder Steckdose angebracht, obwohl ich weiß, dass ein Stromschlag aus der Dose erstens mit bloßem Reinfassen nicht passieren kann (dazu muss man schon mit einer Haarnadel oder ähnlichem in die Löcher reinpieken) und zweitens nicht schädlich ist (bin eim Renovieren versehentlich mit einem Messer drangekommen, als keine Dose drauf montiert war, war nur ein seltsames Gefühl für einige Augenblicke). Für mich ist jede Vorsichtsmaßnahme, die mehr Nutzen als Schaden hat, zu ergreifen!

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