GdB 80% Merkzeichen G + B - Welche Arbeit ist übherhaupt möglich?

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4 Antworten

Hi Fussballbine,

Ich kenne kaum Arbeitgeber, die einen Menschen mit einem anerkannten GdB 80 einstellen.

Mir hatte das Versorgungsamt wegen einer mittel- bis hochgradigen Schwerhörigkeit nur einen GdB von 30 zuerkannt. Widersprüche wegen dem GdB waren ohne Erfolg. Aufgrund eines Verschlimmerungsantrages wurde mir erst vor kurzem ein GdB von 60 zuerkannt.

Trotz beidseitiger Hörgeräte hatte und habe ich arbeitsmäßig als Verkäuferin aufgrund meiner Schwerhörigkeitsform erhebliche Probleme. Ich muss zusätzlich von den Lippen ablesen und telefonisch ist es noch schlechter.

Als ich zwischendurch arbeitslos war, meldete ich mich beim Arbeitamt. Eigene Bewerbungsbemühungen waren ohne Erfolg, die Stellenvermittlungen über die Arbeitsagentur ebenso und auf mein veröffentlichtes Stellengesuch meldeten sich auch überwiegend nur Call-Center. Eine solche Tätigkeit kann ich nicht ausüben. Mein Sachbearbeiter hat mich, nachdem ich ihn über mein Hörproblem genauer aufgeklärt habe, zur Reha-Abteilung der Arbeitsagentur (für Arbeitslose mit Behinderung) übergeleitet. Stellenvermittlungen waren hier auch wegen meines Alters erfolglos. Wegen meines damaligen GdB 30 hatte ich noch eine Gleichstellung mit einem Schwerbehinderten beantragt.

Eine Freundin machte mich auf den Integrationsfachdienst aufmerksam. Nachdem ich meinem Sachbearbeiter vom Arbeitsamt dann auch noch von meinem Beratungsgespräch beim Integrationsfachdienst berichtete, erhielt ich eine Stellenausschreibung für meine Berufsrichtung. Meine Bewerbung hatte Erfolg und ich stehe wieder im Berufsleben.

Bei dir liegt jedoch nicht nur eine Schwerhörigkeit vor. Merkzeichen G und B sind dir nicht umsonst zerkannt worden. Wenn für dich keine Arbeit mehr möglich ist, bleibt eigentlich nur noch die Erwerbsunfähigkeitsrente. Genauere Informationen dazu bekommst du beim Rentenversicherungsträger.

Werde selber aktiv und informiere dich. Beim JobCenter sitzen meiner Meinung nach eh nur Leute, die von "nix 'ne Ahnung haben" und die sich nicht in deine Situation hineinversetzen können.

Viel Glück

Zunächst danke an alle die mir geantwortet haben.

Also das Thema Hartz IV neigt sich für mich dem Ende zu und darüber bin ich sehr froh. Nach der Teilnahme an einer Diagnosemaßnahme für die Einschätzung der Möglichkeiten einer Arbeit auf dem regulären Arbeitsmarkt nachzugehen, wurde ich jetzt für ERWERBSUNFÄHIG erklärt und soll jetzt demnächst Grundsicherung beantragen. Gleichzeitig habe ich die Empfehlung für eine Behindertenwerkstatt bekommen und mache dort jetzt in verschiedenen Werkstätten Praktika.

Ganz ehrlich: Wenn ich die Menschen dort sehe, mit was für Behinderungen die sich teilweise rumplagen müssen, dann sehe ich mich selber als praktisch gar nicht behindert!

Man hat mir mal gesagt, dass man mich nicht zwingen kann in einer WfbM zu arbeiten, aber wie sähe die Alternative aus? Ich bin 33 Jahre alt und von jetzt an nur noch rumsitzen und die Tage verstreichen lassen, das ist auch nicht das was ich will.

In einer WfbM verdiene ich zwar nicht viel Geld, aber ich glaube dass mir diese Art von Arbeit, wo ich mich konzentrieren muss und nicht ständig abgelenkt werde durch andere Aufgaben, ganz gut tut.

Das Jobcenter? Das verschickt Stellenvorschläge, weil es die zu verschicken hat und weil es Sanktionen produzieren soll. Ist doch letztlich wurscht, ob es die bei einem Gesunden oder Behinderten bekommt.

Bei solchen Einschränkungen könntest Du Dich aber doch vielleicht schon erwerbsunfähig einstufen lassen und in die Sozialhilfe/Grundsicherung überwechseln. Schon mal angedacht?

Der Antrag auf Erwerbsminderungsrente ist schon seit letzten Monat raus. Glaube aber nicht, dass ich die Rente bekomme, weil ich ja nicht diese Voraussetzung mit Renteneinzahlung in den letzten 5 Jahren erfülle. Soll sehr schwer sein die Rente zu kriegen, wenn man nicht wirklich ANSPRUCH erworben hat.

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@Fussballbine

Die Rente ist das eine, natürlich beitragsabhängig. Das andere wäre die Grundsicherung/Sozialhilfe. Für die müsstest Du nur als weniger als 3 Stunden täglich erwerbsfähig gelten. Wäre eine Frage ärztlicher Untersuchung, nicht von Beiträgen.

In der GS gibt es keine Stellenvorschläge mehr.

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Dich wird keiner nehmen, mit deiner Schwerbehinderung. Suche den VdK auf und lass dir dort helfen.

lg KK

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