Gastritis seit einem Jahr?

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2 Antworten

Es ist mit unbegreiflich, warum man bei Magenproblemen Tests auf Krankheiten durchführt, die sich im Dünn- und Dickdarm abspielen und deren Symptome sich von Magenbeschwerden deutlich unterscheiden. Die Einnahme von Säureblockern bzw. Protonenpumpenhemmern ist keine ursächliche Behandlung und kann daher bestenfalls zur kurzzeitigen Symptomlinderung dienen, da sie nichts an der eigentlichen Ursache der Krankheit ändern.

Grundsätzlich können erworbene Krankheiten nur drei Ursachen(bereiche) haben: Entweder sie werden durch Schadstoffeinwirkungen verursacht, oder sie entstehen durch belastende Lebenssituationen, oder sie sind - in etwa 80% der Fälle - Folge von Ernährungsfehlern. Bei Magenbeschwerden können prinzipiell alle drei Ursachenbereiche vorkommen, weshalb ein guter Arzt auch immer alle drei Bereiche in der Anamnese berücksichtigen wird.

Schadstoffeinwirkungen können bspw. Vergiftungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten sein. Es macht daher Sinn, bei der Nahrungsauswahl auf Zusatzstoffe zu verzichten und unbedingt nötige Medikamene zu überprüfen.

Lebensbedingte Belastungen sind für den Betroffenen selbst nur sehr schwer zu erkennen. Hierzu zählt das familiäre, berufliche und generell soziale Umfeld, aber auch existenzielle Frage, Sorgen und Nöte. Magenbeschwerden haben ihre Ursachen häufig in diesem Bereich. Hinweise auf eine lebenbedingte Ursache findet man oft, wenn die Beschwerden bei Veränderun der Lebensumstände, bspw. im Urlaub, nachlassen. Ein guter Arzt würde zunächst die Frage klären, wann die Beschwerden begonnen haben und was kurz zuvor im Leben des Patienten passierte.

Die Ernährung ist für sehr viel mehr Krankheiten verantwortlich, als man gemeinhin annimmt. Eine Gastritis ist bspw. häufig ernährungsbedingt: Um die Magenwand vor Selbstverdauung zu schützen, produzieren Belegzellen eine Schutzschicht. Wenn diese Zellen über die Ernährung nicht alle dafür nötigen Stoffe bekommen, kommt es zu "Löchern" in der Schutzschicht, die Magensäure greift die Magenwand an und es entsteht eine Gastritis. Die nötigen Stoffe fehlen in der Ernährung dann, wenn wir uns vor allem von stark verarbeiteten, konservierten, isolierten oder präparierten Nahrungsmitteln ernähren, da sie bei der Verarbeitung weitgehend zerstört werden. Auf diesem Weg entstehen auch andere Störungen des Verdauungssystem, bspw. Motilitäts- oder Verdauungsstörungen des Magens, die ebenfalls ein ähnliches Symptombild haben können.

Natürlich kann man hier keine Ferndiagnosen stellen, daher hast du nur zwei Möglichkeiten: Einen guten, ganzheitlich orientierten Arzt finden, der nach gründlicher Anamnese eine saubere Diagnose stellt - oder selbst in den genannten Ursachenbereichen aktiv werden. Das ist gerade im Ernährungsbereich relativ einfach, denn die wichtigste Regel lautet hier "Laß dein Nahrung so natürlich wie möglich". Möglichst frisch, möglichst unverarbeitet also. Ansonsten: Kein Fabrikzucker, keine Auszugsmehle, keine Fabrikfette, keine Säfte, keine Trockenfrüchte, kein Kaffee oder schwarzer/grüner Tee, kein erhitztes Obst, kein Alkohol, kein Nikotin.

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Du solltest ein Ernährungstagebuch führen. Und zwar ein ganz exaktes. Eintragen, wann du was, und wie viel gegessen hast (also alles genau aufschreiben und abwiegen). Auch alle Getränke !! Das musst du mindestens 2 Wochen lang machen. Jedesmal musst du auch eintragen, wann genau und inwiefern es dir schlecht gegangen ist. 

Und damit lässt du dir einen Termin bei Dr. med. Matthias Riedl im Gesundheitszentrum Medicum Hamburg geben. Das ist ein Ernährungsspezialist, Internist und Diabetologe.

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