Garantieabwicklung verweigern weil nicht mehr im Sortiment?

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7 Antworten

Das ist die alte Frage nach Gewährleistung und Garantie....

Gewährleistung

Die Gewährleistung beschreibt die Rechtsfolgen und gesetzlichen Ansprüche, die dem Käufer im Rahmen eines Kaufvertrags zur Seite stehen, bei dem der Verkäufer eine mangelhafte Ware oder Sache geliefert hat.

Gewährleistung bedeutet dabei, dass der Verkäufer dafür einsteht, dass die verkaufte Sache frei von Sach- und Rechtsmängeln ist. Daher haftet der Verkäufer für alle Mängel, die schon zum Zeitpunkt des Verkaufs bestanden haben – auch für solche Mängel, die erst später bemerkbar werden.

Die Gewährleistungsfrist beträgt nach § 438 BGB 24 Monate und kann bei Gebrauchtwaren per AGB oder Vereinbarung zwischen beiden Parteien auf 12 Monate verkürzt werden. Sie kann aber nicht vertraglich ausgeschlossen werden.

Zu Gunsten eines Verbrauchers wird in den ersten 6 Monaten nach Übergabe vermutet, dass die Ware schon zum Lieferzeitpunkt mangelhaft war, es sei denn, der Verkäufer kann nachweisen, dass der Mangel zum Zeitpunkt der Lieferung noch nicht bestand. Bemerkt der Kunde später als 6 Monate nach dem Kauf den Mangel, so ändert sich die Beweislast, d.h. nun muss er beweisen, dass der Gegenstand schon bei der Übergabe einen Mangel aufwies.


Die Folgen des Sachmangels ergeben sich für das Kaufrecht aus § 437 BGB. Bei Mangelhaftigkeit der Sache stehen dem Käufer die folgenden gesetzlichen Rechte zu:
– Anspruch auf Nacherfüllung (§ 439 BGB), 

– Rücktrittsrecht (§ 440; § 323; § 326 Abs. 5 BGB und die dort genannten Vorschriften),  – Minderung (§ 441 BGB),  – Anspruch auf Schadensersatz (§ 437 Nr. 3 BGB und die dort genannten Vorschriften).

Garantie

Die Garantie ist eine zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistungspflicht gemachte freiwillige und frei gestaltbare Dienstleistung eines Händlers oder Herstellers gegenüber dem Kunden (Haltbarkeits- oder Funktionsversprechen).

Die Garantiezusage bezieht sich zumeist auf die Funktionsfähigkeit bestimmter Teile (oder des gesamten Geräts) über einen bestimmten Zeitraum. Bei einer Garantie spielt der Zustand der Ware zum Zeitpunkt der Übergabe an den Kunden keine Rolle, da ja die Funktionsfähigkeit für den Zeitraum garantiert wird.

Eine Garantiezusage darf die gesetzliche Gewährleistung (24 Monate) in keinem Fall verringern oder ersetzen, sondern findet immer nur neben der bzw. zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistung Anwendung.

http://www.channelpartner.de/a/der-unterschied-zwischen-garantie-und-gewaehrleistung,2593115

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Was heißt das nun für Deine Fall?

Wie lange ist der Kauf denn her? In den ersten 24 Monaten ist der Händler Dein Ansprechpartner - egal ob er den Artikel noch führt oder nicht.

In den ersten 6 Monaten muss der Händler Dir beweisen dass der Artikel beim Kauf einwandfrei war. Danach musst Du beweisen dass er es nicht war.

Ein "Abschieben" an den Hersteller ist nicht zulässig!

Der Händler ist dein Ansprechpartner und muss auch haften. Dass der Artikel nicht mehr im Sortiment ist spielt keine Rolle.

Handelt es sich um Gewährleistung oder Garantie?

Gewährleistung ist Sache des Verkäufers.

Garantie ist Sache des Herstellers.

Dies ist völlig falsch.

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Da eine Garantie eine freiwollige und keine gesetzliche Leistung ist, kannst DU Dich nicht darauf berufen.

Lediglich die Gewährleistung ist gesetzlich geregelt.

Wenn mir gegenüber die Garantie ausgesprochen wurde, kann ich mich natürlich darauf berufen

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@Falkenpost

Im Rahmen der Garantiebedingunen, ja. Die muss man kennen und da wird dann das eine oder andere Hintertürchen weit offen stehen...

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Das Teil ist vom 22.04.2016.. Habe ich nicht in der Regel mindestens 1 Jahr Garantie auf das Teil?

Eine Garantie hat nichts mit Sortimentsbereinigung zu tun.

Dann soll man Dir das Nachfolgemodell mit evtl. kleinen Aufpreis geben.

Sie haben den Hersteller Komplett raus genommen und verkaufen keine Alternativen.

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Also MUSS der Distri diesen Fall abwickeln? Oder muss ich den Händler solange nerven bis er es macht?

Dein Ansprechnpartner ist der Händler NUR der Händler.

Richtig... solange nerven bis es fruchtet, Notfalls sogar mit juristischen Schritten drohen, und wenn wirklich alles nichts nützt sogar zum Anwalt gehen, dass ist dann sein Job.

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