Garantie und Gewährleistung

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4 Antworten

Hallo,

Garantie und Gewährleistung muss man trennen.

  1. Gewährleistung ist der Anspruch des Käufers gegen den Verkäufer einer Sache. Der Verkäufer hat dafür einzustehen, dass die Sache beim Verkauf (juristisch: Gefahrübergang) mangelfrei IST (nicht: mangelfrei BLEIBT). Wenn Du das Auto beim Händler gekauft hast (und der Händler nicht nur "im Auftrag" eines Privaten) gehandelt hat, besteht Gewährleistung. Sie kann nicht ausgeschlossen werden. Dauer: 3 Jahre. Nun hast Du das Problem, dass das Auto zunächst ja funktioniert hat. Hier hilft Dir § 476 BGB: Tritt ein Mangel innerhalb der ersten sechs Monate auf (du musst beweisen, dass es so war), gilt eine Beweislastumkehr zu Gunsten des Käufers: Jetzt muss der VERKÄUFER beweisen, dass der Mangel (oder die Ursache) nicht schon zu Beginn vorhanden war. Ausgeschlossen von dieser Regelung sind i.d.R. aber Verschleissteile.

  2. Die Garantie ist streng von der Gewährleistung zu trennen. Hier gibt ein Garantiegeber (idR Hersteller oder eine Versicherung) eine Gewähr dafür, dass das Auto innerhalb der Garantiezeit an bestimmten Teilen nicht kaputt GEHT. FÜr den Fall dass doch, werden die Kosten getragen. Da es sich um einen eigenen Vertrag handelt, können die Garantiebedingungen (d.h. "was wird bezahlt") frei vereinbart werden. Was bezahlt wird, steht in diesen Bedingungen. Einfach mal reinschauen.

Man sollte generell imer versuchen, bei innerhalb der ersten 6 Monate auftretenden Mängeln den Weg über die Gewährleistung zu gehen. Also direkt an den Händler). Hier muss der Verkäufer auf seine Kosten reparieren, wenn das nicht geht, kann man u.U. sogar vom Vertrag zurücktreten.

Dass Verkäufer versuchen, Käufer auf die Garantie zu verweisen (Autohandel, Elektrohandel usw.), ist sehr weit verbreitet, aber FALSCH. Der Grund leuchtet ein: Die Garantie kostet sie nix...

Ich hoffe, das konnte Dir ein wenig helfen. Schönen Sonntag!

Transport- und Abschleppkosten sind keine Bestandteile von garantie und Gewährleistung..das wären Kulanzfragen..

ich würde allerdings schnellstens den Wagen mal einem unabhängigen Gutachter (TÜV oder DEKRA) vorstellen ud ein Intensivchecking machen lassen, hinsichtlich versteckter Mängel

forexmike 01.03.2009, 09:02

DAs mit den Abschleppkosten ist so nicht korrekt: Wenn ein Gewährleistungsfall vorliegt, sind auch die Transportkosten zu zahlen. Vergleiche § 439 BGB, v.a. Absatz 2:

§ 439 Nacherfüllung

(1) Der Käufer kann als Nacherfüllung nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen.

(2) Der Verkäufer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.

(3) Der Verkäufer kann die vom Käufer gewählte Art der Nacherfüllung unbeschadet des § 275 Abs. 2 und 3 verweigern, wenn sie nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich ist. Dabei sind insbesondere der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand, die Bedeutung des Mangels und die Frage zu berücksichtigen, ob auf die andere Art der Nacherfüllung ohne erhebliche Nachteile für den Käufer zurückgegriffen werden könnte. Der Anspruch des Käufers beschränkt sich in diesem Fall auf die andere Art der Nacherfüllung; das Recht des Verkäufers, auch diese unter den Voraussetzungen des Satzes 1 zu verweigern, bleibt unberührt.

(4) Liefert der Verkäufer zum Zwecke der Nacherfüllung eine mangelfreie Sache, so kann er vom Käufer Rückgewähr der mangelhaften Sache nach Maßgabe der §§ 346 bis 348 verlangen.

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http://www.ruv.de/de/r_v_ratgeber/fahrzeug_verkehr/kauf_verkauf/serie_autokauf_verteiler.jsp

hier kannst du mal die grundsätzlichen dinge nachlesen.

abschleppkosten ist ein kulanz sache der werkstätten. werden aber fast immer von der werkstatt übernommen.

Danke, das war sehr hilfreich. Ich dachte nur ich frag lieber mal nach bevor ich brav zahl und mich danach nur ärgere. Heutzutage muss man schon aufpassen. Da wird man schon mal leicht reingelegt........

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