Galopp im Gelände, Pferd geht durch. Was kann ich tun?

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Hallo,

Ob es ein gesundheitliches Problem oder ein Problem mit Sattel und Zäumung ist, kannst Du ja ganz leicht feststellen, wenn Du sie in Halle oder Platz reitest. Ist dort alles ok. sie hat kein "Schmerzgesicht" und läuft normal, kannst Du davon ausgehen, dass es in dieser Richtung kein Problem gibt.

Neben den ganzen hilfreichen Dingen, die hier schon erwähnt wurden, wäre da noch anzusprechen:

Das Futter

Hast Du etwas umgestellt? Manche Pferde reagieren auf einige Futterinhalte mit Schreckhaftigkeit, Nervosität und der von Dir beschriebenen übertriebenen "Gehfreudigkeit". Ich konnte das bei einigen unserer Pferde besonders bei Hafer feststellen. Hier ist besonders unser Vollblutmix sehr empfindlich. Sobald im Futter ein Haferanteil zu finden ist, ist nach ein paar Tagen beschriebenes Verhalten zu sehen. Hafer wieder weg, Ruhe. An dem Sprichwort: "Den sticht der Hafer" ist wohl doch etwas dran. Ich denke, deshalb gibt es auch bei fast allen Futtermittelherstellern Müslis etc. die ausdrücklich ohne Haferanteil hergestellt werden. Vielleicht fütterst Du sie überhaupt zu energiereich für das, was sie leisten muss und sie weiß nicht wohin mit ihrer Kraft und Energie. Ob sie einfach deshalb zu viel Power hat kannst Du testen, indem Du sie vor dem Ausritt in der Halle oder auf dem Platz longierst oder reitest, bis sie eindeutig erste Ermüdungserscheinungen zeigt. Ist es dann besser bei dem gleich darauffolgenden Ausritt (dann bitte Pferd nicht überfordern, nicht mehr zu lange ausreiten) dann hat sie zuviel Energie für das was sie leisten muss. Probiere es dann doch mal mit einer Reduktion des Kraftfutters und einer Erhöhung des Rauhfutteranteils.

Respektlosigkeit Dir als Reiterin gegenüber

Kommt jedoch im Gelände trotz des Abreitens / Longierens dann wieder besagtes Verhalten, hat es wohl eher etwas mit ihren dort gemachten Erfahrungen/Deinem Verhalten zu tun.

Da Du am Boden keine Probleme mit ihr hast, besteht wohl ein generelles Respektsproblem als Reiter vom Sattel aus. Steigst Du auf, nimmt sie Dich nicht mehr für voll und entscheidet alleine, Deine Alphaposition ist weg. Ich habe keine Ahnung von Parelli und Co. (ich bin bisher mit Geduld, Einfühlsamkeit aber auch stetiger Konsequenz und ruhiger aber bestimmter Duchsetzungsfähigkeit in den letzten 30 Jahren -auch mit schwierigen Pferden- immer ganz gut zurechtgekommen.) Soweit ich weiß, findet ja viel dieser Arbeit vom Boden aus statt. Dort hast Du ja auch keine Probleme.

Hast Du mal versucht, Scheutraining aus dem Sattel auf dem Platz zu machen (Flatterplanen, Regenschirme usw?)oder sie auch mal mit etwas Tempo auf dem Platz zu galoppieren? Was passiert dann?

Schlüsselerlebnis im Gelände/ Deine Verhaltensänderung

Wenn hier auch alles in Ordnung ist und sie Vertrauen zu Dir hat, Deine Hilfen akzeptiert, bestärkt es die Vermutung, dass es ein Schlüsselerlebnis gab/gibt, was sie ausschließlich im Gelände dazu veranlasst, Dich als Reiter nicht mehr ernst zu nehmen, weil Du Dich dort anders benimmst bzw. für das Pferd emotional "anfühlst" als auf dem Platz oder vom Boden aus.

Hast Du mal einen anderen guten, erfahrenen Reiter Deines Vertrauens gebeten, mit ihr auszureiten? Wenn sie hier nach anfänglichen Versuchen, ihr Programm durchzuziehen nicht weiterkommt und es bei ihm besser läuft, liegt, schlechte Nachricht, die Ursache bei Dir.

Überlege, was sich seit dem ersten Jahr, wo noch alles glatt lief, geändert hat. (auch an Deiner Reitweise, bist Du ängstlicher geworden?) Gab es mal ein Problem, eine Situation, die Dein Vertrauen in dieses Pferd -als Reiter, nicht in der Bodenarbeit- erschüttert hat? Sobald wir uns als Reiter nicht mehr sicher fühlen, strahlt unsere Unsicherheit, Nervosität und gespannte Erwartung, was nun wieder passieren wird, auch auf das Pferd aus. Ein unsicherer, nervös angespannter Reiter wird jedoch nicht als Alpahtier ernst genommen, dann entscheidet das Pferd selbst.

Sollt das der Fall sein, hilft nur viel Geduld und Zeit mit Dir und dem Pferd. Das Wichtigst ist dann, dass Du Dich sicher fühlst und wirklich "die Zügel in der Hand" hast und nicht das Pferd. Also zunächst im Gelände nur Aktionen, in denen Du Deine Alphaposition behalten kannst und nicht unsicher wirst.

Beispiel: Zunächst häufige und lange Ausritte nur im Schritt, um mal Ruhe in dieses Thema zu bringen. Dann, wenn hier alles ok. mit kurzen Trabsequenzen beginnen, aber hier sobald sie wieder drängelt, sofort durchparieren, (wenn möglich) Volte reiten, schimpfen (sie merken dann deutlich an unserer Ausstrahlung, dass sie Mist gebaut haben und wir ärgerlich sind)wieder Schritt reiten, bis sie sich beruhigt hat, das ganze von vorn. Bei ruhigem Trab weitertraben lassen und dabei super loben, deutlich machen, dass das jetzt genau dass ist, was Du willst. Wenn der Trab klappt, dasselbe mit dem Galopp beginnen.

Gruß The Challenges

danke für die antwort. es wirklich so, dass ich unsicher und angespannt bin, nur kann ich mich einfach nicht ändern, auch wenn ich mir immer mut zurede. schritt und trab mache ich oft und geht gut, und auch wenn ich dann etwas gelassen bin, kann sie plötzlich an einem baumstumpf sich erschrecken und paar sätze nach vorne machen. scheutraining während dem reiten: gute idee! nebenbei, ich habe mein pferd noch nie müde bekommen. auch ausgiebig galoppieren auf dem platz und erst danach ausreiten macht leider keinen unterschied.

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ich würde anti-schreck training machen ,wenn pferde viele situationen kriegen sie auch mehr selbstbewusstsein und werden meist auch ruhiger. aber auch an dir übe dich in jeder situation selbst beruhigen zu könne weil meist ist es ist der reiter ruhig ist das pferd auch ruhiger. drittens bevor du ins gelände gehst longier ihn mal oder reit ihn aufm platz oder halle. geh dann ne ganz kleine runde ins gelände nur schritt kein trab oder gallop mach das mehrmals viel glück!

Vollkommen gesund? Alles getestet ? Auch Zähne und Sattel? Anscheinend wirkt dein Vertrauenstraining tatsächlich nicht mehr- denn das Pferd entscheidet selbst ,wann Gefahr droht,du bist nicht das Leittier.Da solltest du ,wie schon gesagt von vorne anfangen ,oder andere Methoden wählen.Vielleicht ist die jetzige einfach nicht die richtige für euch ,oder du setzt sie falsch um.Wenn du im Gelände spazierengehst ,joggst du auch - oder immer nur Schritt? Gibt es spezielle Stellen? Nimmst du Reitunterricht? Warst du in der Lage die Galopphilfe "richtig" beizubringen? Wenn er durchgeht nicht am Zügel ziehen ,damit gibst du noch deine Zustimmung für die Gefahr und die Panik steigt.Nach hinten lehnen und versuchen mit dem Gewicht aufzunehmen.Hat er genügend Bewegung? Hört/Achtet er auch beim Longieren,Spazierengehen usw. auf deine Stimme/Körperhaltung/Bewegung? Was machst du ,wenn er durchgeht? Reitest du mit Gerte ,Sporen?Wie verhält er sich im Schritt im Gelände?Was macht er,wenn du nur ein Stimmkommando zum Galopp gibst?

zu deinen fragen: im gelände jogge ich auch öfters, spezielle stellen gibt es keine, jedesmal ist es etwas neues wovon meine stute erschrickt (z.b baumstümpfe, raschelnde vögel, reiter in der ferne, etc.), ja ich nehme seit kurzem wieder reitunterricht. mein pferd lebt im offenstall, hat täglich 1-2h training plus weide. im schritt ist sie ganz lieb, ausser wenn sie erschrickt macht sie einen grossen satz zur seite oder nach vorne, beruhigt sich aber sehr schnell wieder. ich reite ohne sporen und gerte.

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