Gabs den Schachzug En Passe schon immer?

4 Antworten

Nein. Das Schlagen en passant gibt es erst seit dem Einführen der neuen Gangarten von Dame, Läufer und eben auch dem Doppelschritt des Bauern.

Es passierte gegen Ende des 15. Jahrhunderts und wurde infolge des möglichen Doppelschrittes des Bauern notwendig.

Seitdem gibt es auch auch die Möglichkeit ein Doppelschach zu bieten, ohne dass eine der schachbietenden Figuren als letztes gezogen wurde.

Mit besten Grüßen

gregor443

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Seitdem gibt es auch auch die Möglichkeit ein Doppelschach zu bieten, ohne dass eine der schachbietenden Figuren als letztes gezogen wurde.

Abzugsschach kenne ich. Doppelschach auch. Aber ohne, dass die beiden Figuren gezogen haben? 🤔 Wie das? Ah, stimmt, wenn hinter dem eigenen Bauer der Turm oder die Dame steht und auf der Diagonalen, die der gegnerische Bauer mit dem Doppelschritt ein Schach blockiert dann vom Bauern mit en passant geschlagen wird! 😅

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Das en passant-Schlagen wurde Mitte des 19. Jahrhunderts (also ~1850) zusammen mit der neuen Regel, dass Bauern aus der Grundstellung heraus 2 Felder nach vorne gehen dürfen, eingeführt.

Als letztes europäisches Land hat Italien 1881 diese Regeln übernommen.

es sollte dazu gesagt werden dass es die en passant regel in der praxis wahrscheinlich schon länger gibt. die erste bekannte partie mit den modernen regeln (zumindest soweit beobachtbar) stammt aus dem 15 Jahrhundert.

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In wie weit die en passant Regel schon immer teil des "Schachspiels" war hängt vor allem davon ab wie du Schach konkret definierst. Zu dem Spiel das wir heutzutage "Schach" nennen gehört die en passant Regel quasi schon immer dazu.

Die modernen Regeln für alle Figuren wurden im 15. und 16. Jahrhundert populär und haben sich seitdem zunehmend durchgesetzt.

Es ist anzunehmen dass es die en passant Regel etwa seit dem 15. Jahrhundert gibt, offiziell in alle Regelwerke übernommen wurde sie allerdings erst später. Schach wurde immerhin in großen teilen der Welt und überall in Europa gespielt, und damals konnte man nicht so leicht wie heute über eine Instanz wie bspw. die Fide die offiziellen Regeln festlegen. Offiziell war das was die Allgemeinheit kannte, und da gab es natürlich regionale Unterschiede.

Die erste Erwähnung der Regel fand durch Ruy López de Segura in seinem 1561 veröffentlichtem Buch "Libro de la invencion liberal y arte del juego del axedrez" statt

Dementsprechend; Nein, die en passant Regel gab es nicht schon immer, die Wurzeln des Schachs liegen mindestens im 7. Jahrhundert, wenn nicht sogar noch weiter zurück, zu dieser Zeit gab es diese sowie einige andere Regeln des modernen Schachs noch nicht.

In den historischen Varianten in denen das moderne Schachspiel seinen Ursprung hat gab es für diese Regel auch keine Notwendigkeit, da es den doppelten Bauernzug auch noch nicht gab, ebenso gab es andere regeln für Läufer und Dame, teilweise auch für die Positionierung der Figuren, usw.

Die erste komplett dokumentierte Partie mit den modernen regeln stammt aus eben jener Zeitepoche um das Jahr 1500 und kommt aus einem Schachgedicht namens Scachs d'amor. - Es ist anzunehmen dass diese Partie nicht auf einem Brett gespielt sondern für das Gedicht vom Autor erdacht wurde.

Reale Partien aus dieser Zeit gibt es auch nur wenige, Beispiele hierfür wären zwei Partien von Pedro Damiano (~1500) und einige Partien von Ruy Lopez (~1560)

Wenn man weiter zurück geht macht sich leider das dunkle Mittelalter bemerkbar, zwischen dem Jahr 1000 n.Chr. und 1500 n.Chr. gibt es leider nur wenige Aufzeichnungen, geschweige denn komplette Partien.

Die älteste Partie die komplett erhalten ist wäre ein Shataranj Spiel zwischen Abu-Bakr Muhammed Ben Yahya as-Suli und Abu’l- Faraj bin al-Muzaffar bin Sa’-id, circa. 920 n.Chr. (Ersterer galt bis zum Beginn der Neuzeit - also etwa 500 Jahre lang - als stärkster Spieler aller Zeiten.)

Diese wurde natürlich nicht mit den modernen Regeln gespielt, sondern mit den damals gängigen Regeln, einer deutlich schwächeren Dame, schwächeren Läufern und ohne Doppelzüge für Bauern - dementsprechend natürlich auch ohne en passant.

Aus der Zeit davor gibt es lediglich einige Schachrätsel, sogenannte Mansuben, für das heutige Spiel sind davon allerdings nur noch Turm- und Springer Endspiele die in diesen Mansuben beschrieben werden relevant da die anderen Figuren wie gesagt inzwischen nach anderen Regeln ziehen.

Soweit ich zurückdenken kann, ja.

Hab mich über Monate voll aufgeregt weil ich dachte es sei ein Computerfehler 😄

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