Gab es noch Luftschutzübungen an Grundschulen Mitte/Ende der 90er Jahre?! (Kindheitserinnerungen)

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Bis 2006 war ich Grundschullehrerin in Hessen, wo es die Vorschrift gab, pro Schulhalbjahr eine Brandschutzübung durchzuführen. Wir haben das mit den Kindern in der Klasse geübt (raus ohne zu rennen, Treffpunkt), und irgendwann (zeitnah) löste dann der Schulleiter unangekündigt per schuleigener Sirene den "echten" Übungs-Alarm aus. Die Klassen hatten allerdings Treffpunkte im Freien. Das Highlight war eine Übung, bei der dann auch die örtliche Freiwillige Feuerwehr anrückte. Diese Übungen wurden auch protokolliert. Für NRW ist hier sogar die Quelle des betreffenden Erlasses angegeben (S. 17):

http://www.sichere-kita.de/_docs/pdf/guv_si_8051.pdf

(Unsere Schule war übrigens ganz in der Nähe eines Nato-Stützpunktes mit unterirdischer Raketenbasis, der erst nach der Wende aufgelöst wurde, es gab dennoch keinen "Luftschutzraum".)

Danke für die schnelle Antwort! Die Brandschutzübungen bzw. "Feueralarmübungen" kannte ich naürlich schon. Sie haben mich auch bis in die gymnasiale Oberstufe begleitet. Wie Sie bereits geschrieben haben, war der Sammelort dabei natürlich immer im Freien (Sportplatz).

Gab es denn in den Zeiten des Kalten Krieges/kurz danach an hessischen Schulen keine Übungen, wie man sich in bestimmten Fällen (Luftangriff, Atomangriff etc.) zu verhalten hatte? Unabhängig davon ,ob dies auch praktisch mit den Schülern geübt worden ist.

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@JCN90

Seit 1971 war ich im Schuldienst, zuerst in Rheinland-Pfalz, dann in Hessen, aber davon ist mir in beiden Ländern nichts bekannt. Ich bin 1956 eingeschult worden, mein Mann sogar 1952, aber auch als Schüler haben wir so etwas nicht erlebt. Es gab mal eine Übersicht über die Sirenen-Warnsignale, aber ob wir die in der Schule bekamen oder ob die Haushalte damit versorgt wurden, weiß ich nicht mehr. An meinem Elternhaus (Baujahr 1886) war bis zum Neu-Streichen in den 70er-Jahren noch der weiße Pfeil aus dem 2. Weltkrieg, der unseren Keller als Luftschutzkeller auswies. ;-)

Hieran erinnere ich mich noch, auch dass unsere Schulen eigene Sirenen hatten: "Bis zum Ende des Kalten Krieges wurden die Sirenen zweimal jährlich bei einem Probealarm getestet. Dieser fand jeweils an einem Mittwoch im März und September gegen 10 Uhr statt. Dabei wurde zuerst ein einminütiger Dauerton, danach Luftalarm oder ABC-Alarm und schließlich noch einmal ein Dauerton ausgelöst."

http://de.wikipedia.org/wiki/Zivilschutzsignale

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Ich bin zwar während des Kalten Krieges aufgewachsen, aber wir haben nie Luftschutzübungen gemacht. Auch hat man sich damals um Brandschutz einen Dreck geschert. Wenn der Keller mit Brandschutztüren versorgt ist und darüber hinaus mit Frischluft von Außen versorgt ist, dann wird das wohl stimmen. Bei den kilometerlangen Tunnels im Gebirge oder unter der Elbe ist das auch nicht anders. Es wird wohl wahr sein.

Das kann doch gut sein, dass die dort Fliegeralarm geübt haben. Ich habe in meiner Schulzeit (selber Jahrgang) sowas nicht machen müssen.

Allerdings habe ich im Keller in dem Mietshaus, wo ich meine erste Wohnung hatte,.. einen Zettel von 1985 gefunden , wo Sirencodes für Fliegeralarm und Co. und der nächste Bunker drauf stand. Das war schon komisch.

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