Gab es in Rom "Zwerge" als Gladiatoren?

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Es hat Zwerge als Gladiatoren gegeben, offenbar aber eher als außergewöhnliches Spektakel. Kaiser Domitian hat Zwerge in Gefechten als Gladiatoren auftreten lassen.

Hinweise auf eine bestimmte Gladiatorengattung (z. B. Netzkämpfer [retiarius] habe ich nicht gefunden.

antike Quellen: Statius, Silvae 1, 6, 51 – 64 (ordo pumilorum = Abteilung der Zwerge [Nominativ Singular: pumilus]; scheint den Kampf als Belustigung zu verstehen); Cassius Dio 67, 8, 2 – 4 (νάνους = Akkusativ Plural zu νᾶνος = Zwerg); eine Anspielung könnte Martial, Epigramm 14, 213 sein

Karl-Wilhelm Weeber, Panem et circenses : Massenunterhaltung als Politik im antiken Rom. Erweiterte Neuauflage. Mainz am Rhein : von Zabern, 1999 (Zaberns Bildbände zur Archäologie ; Band 15), S. 33:
„Domitian war einer der Herrscher, die dem Publikum eine Reihe von »Spezialitäten« boten. Er ließ eine Schlacht nachspielen, bei der sich der Kampf auf zwei Ebenen abspielte: Reiterei und Fußsoldaten: Seine Erfindung scheinen auch nächtliche munera gewesen zu sein, bei denen die Rüstungen und Schwerter im Licht zahlreicher Fackeln hell blitzten. Auch ließ er Frauen in der Frauen in der Arena auftreten. Weil das aber an sich nichts Originelles mehr war, kam er auf eine neue Kombination: Die Frauen mußten gegen Zwerge kämpfen.“

Alexander Demandt , Das Privatleben der römischen Kaiser, 1. Auflage (in der Beck'schen Reihe). München : Beck, 2007 (Beck'sche Reihe ; 1746), S. 181:
„Sein Bruder und Nachfolger Domitian schätzte ebenso Schaukämpfe aller Art, darunter wieder Wettspiele nach griechischem Vorbild. Statius und Martial beschreiben, daß die Römer durch Gefechte von Frauen und Zwergen, durch Speisungen, ausgefallene Dressurakte und nächtliche Theaterbeleuchtung überrascht wurden.“

ein Aufsatz, der auch Informationen bieten könnte:

Ingomar Weiler, Hic audax subit ordo pumilorum (Statius, Silvae 1, 6, 57): Überlegungen zu Zwergen und Behinderten in der antiken Unterhaltungskultur. In. Grazer Beiträge : Zeitschrift für die klassische Altertumswissenschaft 21 (1995), S. 121-145

Das ist durchaus vorstellbar, allerdings nicht genau in dieser Form. Die haben alles in die Arena aufeinander los gehen lassen was Spaß macht. Die Gladiatoren waren aber professionelle Kämpfer, auf die hat man besonders gut aufgepasst und die hatten die beste medizinische Versorgung die möglich war. Daher dürften die "kuriositäten" die die da verheizt haben keine echten Gladiatoren gewesen sein.

Aber Zwerge sind doch selten und waren doch bestimmt teuer.., Ich meine von wegen Verheizen

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@arabella70

Die haben exotische Tiere rund um die halbe Welt verschifft um die in der Arena zu verheizen. Warum nicht auch kleine Menschen?

Zwerge sind alles andere als wertvoll. Früher zählte bei Menschen nur die Arbeitskraft. Sklaven mussten groß und stark sein um Arbeit zu verrichten. Ein Zwerg kann keinen bedeutenden Beitrag zur Gesellschaft leisten sofern er nicht reich geboren wurde. Der einzige Wert den Krüppel, Zwerge und anders Mißgebildete hatten war der Unterhaltungswert.

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Wohl eher zur Belustigung, als ernst zunehmender Kämpfer bestimmt nicht.

Also im "Venuswurf" von Tanja Kinkel kämpfte ein "Zwerg" als Netzkämpfer gegen normal große G.

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