Gab es in Physik Theorien die widerlegt wurden obwohl sie lange Zeit "gelebt" haben?

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6 Antworten

Mir fällt als erste ein: das "absulute Unten" und die "absolute Ruhe" von Aristoteles. Jeder Gegenstand strebt danach von Natur aus, möglichst weit nach unten zu fallen/rollen und dort zur Ruhe zu kommen.

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Kommentar von Gege3210
01.03.2017, 16:02

Tscha,
Newton kann aufhören, gute Äpfel zu verdallen. Wir haben jetzt schon genug Apfelmus ;-)

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Ich würde da etwa auf die komplizierten Epizykeltheorien verweisen, mit welchen die Astronomen seit dem Altertum (Apollonios, Ptolemäus) versuchten, die Bewegungen der Planeten zu beschreiben. Erst Kepler gelang es um 1600, eine mathematisch viel befriedigendere Beschreibung dieser Vorgänge zu liefern. 

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Kommentar von Gege3210
01.03.2017, 11:50

Hihi,
ich weiss nicht mehr wer es war, der anhand einer beobachteten, jedoch scheinbar ziemlich verrückten Panetenlaufbahn (war das Mars ?), geschlossen hatte, dass die Erde wie auch dieser Planet sich um die Sonne drehen muss. Anders war die Beobachtung nicht erklärbar :
Von der Erde aus gesehen verlangsamte anscheinend der Planet seinen Lauf, blieb stehen, lief etwas rückwarts, blieb wieder stehen und fing seine normale Vorwärtsbeweg wieder an.
Jedoch, wenn man zugibt, dass beide sich um die Sonne drehen, kommen die Umlaufbahnen wieder in Ordnung, ohne unbedingt göttlichen Eingriff noch Apokalypse in Anspruch ziehen zu müssen.

Meine schulische Ausbildung ist schon ziemlich lange her...

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Kommentar von PWolff
01.03.2017, 13:04

Seit der Aufstellung des Fourier-Theorems kann man die Ellipsenbahnen in Epizyklen "entwickeln". Damit sind die beiden Theorien äquivalent. (Vorausgesetzt, man lässt abzählbar-unendlich viele Epizyklen zu.)

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Andererseits gab es auch Theorien, welche lange Zeit verworfen wurden und dann wieder aus der Versenkung kamen.
Zum Beispiel hatte Einsteins Relativität lange Zeit die Planck'sche Quantentheorie auf die Seite verdrängt. Seit einiger Zeit werden sie gleichwertig und zusammen gesehen :-) .
Lange Zeit war auch Streit darum, ob zum Beispiel Licht Strahlung oder Partikel seien. Seit langer Zeit ist das gelöst...

Auch war mal eingewisser Nicolaus Kopernikus, dann ein Galileo Galilei ("Und sie dreht sich doch !"), die das lange gültige Ptolemäsche Weltbild widerlegt haben.

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Ja, selbstverständlich passiert das.
Oft sogar.

Eine Theorie gilt solange als 'gültig', solange sie nicht widerlegt wurde.

Das zum Beispiel ist der erste Google-Treffer:
https://www.welt.de/wissenschaft/article13182137/Forscher-widerlegen-Theorien-zur-Physik-des-Zweirads.html

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Kommentar von rumar
01.03.2017, 09:27

Hallo Paskavittu:

Danke für den interessanten Link. Man muss dazu aber vielleicht noch sagen, dass es sich dabei (glücklicherweise ?) nicht um den Sturz einer wichtigen (grundlegenden) Theorie der Physik handelt. Es geht eher darum, dass man bei der theoretischen Untersuchung der Mechanik eines anscheinend "einfachen" Apparats wie eines Fahrrads einen wichtigen Aspekt nicht richtig eingeordnet hatte. Jedenfalls reizt mich aber jetzt der Link dazu, mich mal näher mit dem Thema "Mechanik des Fahrrads" zu beschäftigen.

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Kommentar von PWolff
01.03.2017, 13:13

Hab den Text mal überflogen. Das Photo scheint nicht dazu zu passen - das sind ziemlich offensichtlich Kunstfahrräder, die hier als Einrad verwedet werden.

Nach meiner Erfahrung verhält sich ein angestoßenes und losgelassenes Fahrrad ziemlich ähnlich wie ein einzelnes Rad: Es fährt einen großen Kreisbogen, der mit zunehmendem Energieverlust immer enger wird, bis der Lenker (oder beim Einzelrad die Nabe) den Boden berührt.

Um die Kreiselkräfte auszugleichen, braucht man Kreisel, die mit Rahmen bz. Lenker fest verbunden sind und den entgegengesetzt gleichen Drehimpuls haben wie das betreffende Rad. Davon steht aber nichts im Text.

Bei populärwissenschaftlichen Texten in Schriftwerken, die sich an eine wissenschaftlich ungebildete Masse wenden und von wissenschaftlich ungebildeten Journalisten verfasst wurden, bin ich immer sehr skeptisch. Ohne Quellenangabe (bitte von Wissenschaftlern verfasste Werke, nicht dass ein Journalsit vom anderen abschreibt) sind solche Texte bestenfalls Unterhaltung für mich.

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Bekannt ist auch die widerlegte Äthertheorie: https://de.wikipedia.org/wiki/Lorentzsche_%C3%84thertheorie

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Kommentar von rumar
01.03.2017, 09:55

@SirKermit:

Jene "Äthertheorie", welche z.B. durch Experimente von Michelson/Morley widerlegt wurde, stammt nicht von Lorentz.

Dieser versuchte vielmehr, die Mängel der früheren Idee eines "Äthers" durch neue Betrachtungsweisen zu eliminieren. Vielleicht ist es also gar nicht ganz dienlich, überhaupt von einer "Lorentzschen Äthertheorie" zu sprechen.

Ferner:  die Lorentzsche Elektrodynamik ist gar nicht im eigentlichen Sinne "widerlegt". Seine Formeln (Lorentztransformation) werden auch heute noch erfolgreich verwendet. Lorentz' Arbeiten waren auch für Einstein eine wichtige Grundlage für seine eigene, weitergehende Sicht der Dinge in der Relativitätstheorie. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Lorentzsche\_Äthertheorie#Historische\_Entwicklung

https://en.wikipedia.org/wiki/Relativity\_priority\_dispute

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Kommentar von SlowPhil
01.03.2017, 11:54

Genau die ist nicht widerlegt, im Gegensatz zu der von Huygens und Anderen.

Sie verwendet nämlich genau dieselben Transformationsgleichungen wie die SRT, nämlich die Lorentz-Transformationen. Der Unterschied zwischen den beiden ist rein interpretatorisch, und der Grund, warum sich die LÄT nicht durchsetzen konnte, ist der, dass sie eine Annahme macht, die man zu einer konsistenten Weltbeschreibung nicht unbedingt braucht, s. auch Occams Razor.

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so ziemlich alle.

das ist in der wissenschaft das normalste ueberhaupt.

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