Gab es gemäß der sunnitischen Auffassung eine Entscheidungsfreiheit in den Handlungsabläufen des Korans, obgleich dieser unerschaffen sein soll?

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1 Antwort

Der Koran ist unerschaffen und eine Eigenschaft Allahs.Der große Gelehrten Nur al-Dīn al-Sabūni (rahimahullah) berichtet, hierzu folgendes: „Allah (subahanahu wa taʿala) spricht mit einer Anfangslosen und Ewigen Rede. Die Rede ist mit Seinem Wesen eins und er kann weder getrennt von dem sein noch kann es verschwinden. So wie die Rede von Allaj ohne Buchstaben und Tönen besteht, so ist es nicht möglich, dass diese sich in Teile und Komponenten entfernt. Die Muʿtazīla brachten die Theorie, dass Allah nicht in der Ewigkeit der Sprecher ist sondern Er für Sich eine Rede erschuf und aus diese Sprach, wie auch meinen sie, dass seine Rede ein Geschehnis ist und keine Verbindung mit dem Wesen hat. Die Ahlū al-Sunna sagen... all diese sind Anzeichen einer Unperfektion und Schwäche. Allah ist weit erhaben darüber. Es ist so, dass wenn Allah vorher mit der Eigenschaft des Redens nicht in der Ewigkeit gewesen ist sondern erst nach hinein, dann würde dies eine Veränderung hervorrufen. Die Veränderung hingegen, ist eine Schöpfung, etwas für die Geschöpfe. - Warum sollte Adam nicht seinen eigenen Willen gehabt haben? Dies steht in keinem Widerspruch zur unerschaffenheit des Korans.- Alles wurde von Allah erschaffen außer er selbst.

Mutakallimun 19.05.2017, 21:30


Die Rede ist mit Seinem Wesen eins und er kann weder getrennt von dem sein noch kann es verschwinden.


Gemäß dieser Ansichten soll der Koran mit Allahs Wesen eins sein. Demnach sind auch die Inhalte bzw. die in ihm offenbarten Geschehnisse und Geschichten mit Allah eins. Unabhängig der Frage, ob der Quran ein Wesensattribut Allahs sein sollte, müsste der Inhalt des Qurans - eingeschlossen Adam und seine vermeintlicher Wille - ein Wesen Allahs, Teil Allahs oder Allah selbst sein.



Es ist so, dass wenn Allah vorher mit der Eigenschaft des Redens nicht in der Ewigkeit gewesen ist sondern erst nach hinein, dann würde dies eine Veränderung hervorrufen. Die Veränderung hingegen, ist eine Schöpfung, etwas für die Geschöpfe



Wenn der Quran und dessen Inhalte mit Allah eins sind, dürfte keiner diese Inhalte Schwäche aufweisen, weil sie keine Schöpfung sondern Allah sind.



Warum sollte Adam nicht seinen eigenen Willen gehabt haben?



Die Frage irritiert mich. Wenn der Koran eins mit Allah sein sollte, ist in Allah Einigkeit etwas, was nicht ihm eigen ist?

Wer hat das, was in Allah ist, aber nicht Allah eigen oder durch ihm hervorgerufen worden ist, erschaffen?

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