Gab es eine weltanschauliche Differenz zwischen Luther und Müntzer?

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4 Antworten

Müntzer war viel radikaler als Luther, wozu auch gehörte, dass er die Feudalherrn attackierte, während Luther sich mit ihnen versöhnte, sofern sie nicht streng katholisch waren.

Müntzer hatte ein radikal antifeudalistisches Programm, waährend Luther lediglich den Feudalismus reformieren wollte.

Luther ging es in erster Linie um die Religion und nicht um die Gesellschaft. Er trennte zwischen dem Reich Gottes und dem Reich der Welt (siehe auch: Zwei-Reiche-Lehre) und lehnte die Verwendung der Bibel für politische Zwecke strikt ab. Er wollte das Christentum reformieren aber keine soziale Revolution.

Thomas Müntzer, als Lutherschüler, fand in der Bibel Impulse für die soziale Revolution. Er glaubte, es sei Gottes Wille, die Lage der Elenden direkt zu ändern und die politischen Verhältnisse dem kommenden Reich Gottes anzugleichen, um so auch die Ungebildeten zum Empfang des Evangeliums bereit zu machen.

Als sich abzeichnete, dass die Bauern mehr als eine Verheißung im Jenseits wollten, als sich abzeichnete, dass sie wider die "gottgewollte" Ordnung aufbegehrten, um auch im Diesseits ein besseres Leben zu haben, wandte sich Luther ab und verfasste seine berüchtigte Schrift "Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern".

Müntzer war weitaus radikaler in seinen handlungen als Luther.. Während luther sich von gewalt und kriegerischen auseinandersetzungen deutlich distanzierte, forderte müntzer zum bewaffneten wiederstand auf.. was letzenendes auch im bauernaufstand endete.. 

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