Gab es bestimmte Berufsgruppen, die nicht an die Front mussten? Oder gab es genug gesundheitlich angeschlagene Männer, die nicht als Soldat taugten?

4 Antworten

Es werden im Krieg vor allem Männer einberufen. Bestimmmte Anzahl. Soviel we gebraucht werden. Wer nicht einberufen wurde geht auch seiner Beschäftigung we in Friedenszeiten weter nach.

Bei der Einberufung gab es natürlich feste Kriterien: Alter, Gesundheit, Beruf.

Als die menschlichen Ressurcen durch Verluste zuneige gingen musste die Alterbegrenzung immer mehr ausgeweitet werden. Zu Anfang hat natürlich keiner Jünglinge und Greise einberufen.

Natürlich hat auch keiner Schwerkranke oder Krüppel rekrutert. Wozu? Auch daänderten sich die Kriterien mit wachsenden VErlusten, aber unwesentlich. Wer ein Bein hat, kann eben nicht viel ausrichten an der Front.

Bestimmte Berufsgruppen waren ganz ausgenommen von der Einberufung. Oft wurde auch in Einzelfällen entschieden. Meist wegen kriegswichtiger Beschäftigung.

http://www.geschichtsforum.de/thema/einberufung-zur-wehrmacht-im-2-weltkrieg.16669/

http://www.forum-der-wehrmacht.de/index.php/Thread/11435-Einberufung-Wehrpflicht/?pageNo=3

Ich bin in der Zeit aufgewachsen und war Soldat.

Soweit ich mich erinnere, war bis Kriegsanfang die Regel, Mannschaftsdienstgrade bis 45, Unteroffiziersdienstgrade bis 60 und Offiziere noch darüber hinaus.  Anfangs ging es überwiegend um Soldaten aus dem 1. Weltkrieg.

Mir ist ein Fall in Erinnerung, dass ein ein Soldat einen Stellungsbefehl erhielt, der im 1. Weltkrieg bei den Pionieren war. Er war über 45. Da Pioniere fehlten, wurde er zum Unteroffizier befördert und bekam einen Stellungsbefehl.

Im Verlauf des Krieges gingen Hitler die Soldaten aus. Da wurden auch ältere Männer zum Volkssturm eingezogen und die Rekruten wurden immer jünger.

Es gab aber auch, Männer, die  "UK" ,unabkömmlich waren, z.B. in der Rüstungsindustrie. Die Arbeitsplätze der Männer wurden durch Frauen ersetzt, die Dienstverpflichtet wurden.

Schließlich wurden noch Polen eingezogen, die einen deutschen Großelternteil hatten. 

Gab es bestimmte Berufsgruppen, die UK waren: Ärzte, Lehrer, Pfarrer, Richter, Polizei, ...?

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@anonymos987654

Da habe ich einige Zweifel.

Wo kamen die vielen Ärzte her, die beim Militär waren? Wer hat dort die Kranken und Verwundeten versorgt? 

Lehrer wurden eingezogen. Da mussten die anderen Lehrer mehr Unterrichtsstunden übernehmen.

Pfarrer kann ich nicht sagen. Es gab aber Militärseelsorger.

Richter? Bekannt war der Marinerichter, Filbinger, der noch nach Kriegsende Urteile gefällt hat.

Polizei? Es gab die Militärpolizei, die sogenannten Kettenhunde, weil sie ein Schild an einer Kette um den Hals trugen. Ob sie reguläre Polizisten waren, die eingezogen worden sind?

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Das Wehrtauglichkeitsalter betrug im Normalfall 18-45. So wurde auch mein Opa, der noch im 1. WK gedient hatte, 1943 im Alter von 45 Jahren entlassen. Anschließend mußte er zum Volkssturm.

Die Unabkömmlich-Stellung (UK-Stellung) war weniger auf ganze Berufsgruppen bezogen sondern auf den konkreten Einzelfall.

Den Arbeitskräftebedarf glich man mit etlichen Millionen Zwangsarbeitern aus:

https://de.wikipedia.org/wiki/NS-Zwangsarbeit

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