G36 mehr schlecht als recht?

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Die Frage lässt sich so nicht beantworten. Es kommt immer auf den Einsatzzweck an, wofür eine Waffe entwickelt wurde und ob der tägliche Einsatz mit der Vorüberlegung übereinstimmt. Das ist heute nicht mehr der Fall. Das Problem gibt es aber bei der gesamten NATO, welche alle das selbe Kaliber verwenden. Die Patrone .223 Remington oder 5,56 x 45 NATO, wurde für Kriege wie den Vietnamkrieg entwickelt, genau dort kam das Kaliber zum ersten Mal zum Einsatz. Dort schoss man nur auf „kurze“ Distanz, im Urwald auch nicht anders möglich. Man dachte durch die höhere Geschwindigkeit würde es überragende ballistische Leistungen abliefern.

So hält sich bis heute das Gerücht bei der Bundeswehr, dass ein Streifschuss tödlich sei, aufgrund des „Eiweißschocks“. Kam auch hier in einer Antwort vor, als jemand das G11 mit dem speziellen Kaliber beschrieben hat. Aber allein weil es kein Standardkaliber der NATO war und die Technik zudem nicht ausgereift, konnte sich das G11 nie durchsetzen.

Also es gibt keinen Eiweißschock und ein „Streifschuss“ ist nicht tödlich, auch nicht durch die hohe Rasanz des Geschosses. Es mag richtig sein, dass ein Schuss auf den Arm unter ungünstigen Umständen der Arm abgerissen wird. Aber ein Streifschuss, der nur knapp unter der Haut durchgeht ist nicht tödlich. Auch sind kleine Geschosse nicht windstabiler. Auf kurze Distanz mag der Drift durch Wind sich nicht so bemerklich machen, aber auf einige hundert Meter sehr wohl. Schwere langsamere Geschosse verlieren nicht so schnell an Geschwindigkeit wie kleine schnelle. Ab 100 – 500 Meter haben die großen Kaliber die Nase wieder vorn, was Ziellwirkung, was barrikadebrechende Wirkung und was Windstabilität anbelangt.

Auf unter 100 Metern sind die kleinen, schnellen Kaliber den „alten“ größeren Kalibern überlegen. Aufgrund der höheren Geschwindigkeit und dem kleineren Querschnitt können sie potentiell besser Schutzwesten penetrieren. Weiterhin kommt es im Körper zu Strömungserscheinungen des Gewebes. So als wenn man mit einem Finger durch Kerzenrauch wischt, kann man solche Wirlbel auch im Gewebe beobachten. Durch die Verdrängung gibt es einen temporären Wundkanal, der Faustgroß ist und in diesem großen Querschnitt das Gewebe zerstört, auch wenn der bleibende Wundkanal deutlich kleiner ist. Weiterhin neigen schnelle Geschosse dazu sich im Zielkörper zu überschlagen und sich zu zerlegen, was noch mal eine deutliche Vergrößerung der Verletzung zur Folge hat.

Dann kann der Soldat mehr von der kleinen Munition herumschleppen als von den alten großen Kalibern. Alle dachten, es sei die perfekte Munition gefunden.

Aber auf größere Kampfentfernung, wie in Afghanistan (wo für man extra hitzebeständige Munition entwickeln musste) über 600 Meter, ist dieses Kaliber einer 7,62 hoffnungslos unterlegen. Selbst dünne Lehmwände kann es nicht mehr durchdringen. Getroffene, feindliche Kämpfer bleiben noch lange Kampftauglich und werden nicht gestoppt.

Das hat nichts mit dem G36 als solches zu tun. Das ein Gewehr schnell überhitzt ist normal. Für Dauerfeuer gibt es MGs, mit Wechselläufen, um die heiß geschossenen „in Ruhe“ abkühlen zu können.

Die Bundeswehr hat wegen der Probleme alte G3 Gewehre eilig aufgerüstet und nach Afghanistan gebracht, und auf Basis des HK 416 neue Gewere bestellt. Alle im Kaliber .308, also 7,62 NATO, welches auch auf weitere Entfernungen bis 1000 Meter ausreichende Mannstoppwirkung zeigt. Nach dem man übrigens aber tausende alte G3 Gewehre, durch die nicht ein Schuss gegangen ist, in die Schrottpresse geworfen hat. Aber Geld haben wir ja genug ;-)

Das G36 ist ein präzises, robustes und gutes Gewehr. Nur kommt es darauf an ob man realistische Erwartungen an das Gewehr hat oder nicht. Es wurde einfach überschätzt.

Hallo aus eigener Erfahrung: Als Resevisten schießen wir öfter damit. Beim ersten mal hatten wir fast neue Gewehre und die schossen "Fleck" d.h. das die Treffer lagen alle nah beieinander. In der letzten Zeit hatten wir gebrauchtere Gewehre und alle! streuten: Treffer links unten, Treffer rechts oben.....usw. Daher denke ich (allein meine Meinung!!) das die Visiereinrichtung einfach nicht ausgereift ist. Über das Kaliber ist ja schon geschrieben worden. Auch soll es sehr Staub- und Hitzeempfindch sein. Fazit: wenn ich mal in einen Einsatz müsste hätte ich lieber das gute alte G3.

Das liegt an zwei Faktoren die bei der Konstruktion wohn vernachlässigt wurden.

  1. Das G36 ist nicht für übermäßig hohe Temperaturen gedacht und der drei Schuss Betrieb ist da auch nicht nur zum Spaß dran. Denn das Ding wird irgend wann zu heiß, in unseren Gefilden ist das nicht schlimm aber damals hat sicher keine daran gedacht das es irgendwann mal in die Wüste muss. Und das amerikanische Swat Team da mal 3 Magazine innerhalb von zwei Minuten durch pusten möchten auch nicht.

  2. Die 5,56mm wurde konzipiert um einen Menschen zu stoppen, also unter normal Bedingungen. Dass man damit irgendwann mal gegen Gegner kämpfen muss, die so voll mit Opium sind, dass die nicht mal mehr mitbekommen, dass sie überhaupt getroffen wurden - konnte auch keiner ahnen.

Moin, 1.) ist falsch, das G36 hat im Gegensatz zum M16 in der Bw-Ausführung keine 3-Schuss-Begrenzung... mit Feuerstoß und Finger auf dem Abzug hast du ein Magazin in Sekundenschnelle verbraucht. Das Erhitzen ist ein generelles Problem bei der Konstruktion, der Schmelzwert einer Waffe liegt um die 1500 Grad Celsius. Da ist die Außentemperatur unwichtig. SWAT sind übrigens Polizeieinheiten...

2.) Das das ein wenig politisch unkorrekt ist muss ich wohl nicht ausführen? Das mit der Durchschlagskraft wirkt sich nicht nur durch die Mannstoppwirkung aus - allerdings ging man damals in der Tat von einem anderen Gefechtskonzept aus.

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