Fußboden hat sich gesenkt. Baufirma sagt kein Baumangel. Was tun?

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6 Antworten

So wie ich Dich verstanden habe wohnst Du in einem Mehrfamilienhaus, die einzelnen Wohneinheiten stehen aber im Eigentum der Bewohner. Richtig ?

Normalerweise sollte es in dieser Konstellation doch eine Eigentümergemeinschaft geben. Normalerweise sollten solche Sachen unmittelbar in einer solchen Versammlung vorgebracht werden, um erstens die anderen Eigentümer zu informieren und zweitens auf auf ein evtl. Problem zu sensibilisieren.
Weil wenn es Baumängel gibt, dann betreffen die garantiert alle Wohneinheiten und irgendwelche Bauarbeiten - nicht kosmetischer Natur - müssen dann auch von der Gemeinschaft angemahnt und u.U. auch bezahlt werden.

Natürlich kannst Du jetzt alleine einen SV bestellen. Aber wenn es großflächige Problem sind, dann sollte das ganze Haus begutachtet werden. Dass muss aber definitiv die Eigentümergemeinschaft machen (lassen). Wenn die jetzt einen anderen SV beauftragen, dann bleibst Du auf Deinen SV Kosten (vermutlich) erstmal sitzen.

Im übrigen:
Wenn sich tatsächlich die Geschossdecke senkt, dann hätte ich als Nachbar untendrunter tatsächlich etwas Angst, dass es da statische Problem gibt und mir - im wahrsten Sinne des Wortes - die Decke auf den Kopf fällt.

Klar kann es Senkungen geben, aber normalerweise sollte sich irgenwann ein statischer Zustand einstellen. Bei dauernder Bewegung - so wie Du das beschreibst - würde ich mir tatsächlich Sorgen über die Statik machen.

Hast Du beim Kauf der Wohnung irgendwelche Unterlagen zu Bausubstanz bekommen / gesehen, oder - mehr oder weniger - blind gekauft ?

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Kommentar von Xango
09.09.2016, 11:33

Vielen Dank für die Erinnerung an den SV der Eigentümergemeinschaft! Tatsächlich gibt es da einen, der schon mal das gesamte Gemeinschaftseigentum durchgegangen ist und eine Mängelliste erstellte. Das hatte ich total vergessen, aber habe nun prompt den Vorstand angeschrieben und gefragt, ob man den nicht auch mal zu mir schicken könnte.

Unterlagen gab es damals schon reichlich, aber wahnsinnig chaotisch, weil im Zuge der Renovierung mehrere Firmen abgesprungen sind und ersetzt wurden. Selbst bei der Elektrik wundert sich der Fachmann immer wieder warum sogar verschiedene Einheiten am selben Strang sind. Das war durch den Erhalt der Unterlagen leider nicht absehbar, aber ein Stück weit habe ich wohl blind gekauft, ja. Mea culpa, aber zumindest wurde laut den Unterlagen lediglich der Keller im "Ist-Zustand" gekauft. Da kam auch prompt nach einem Jahr der erste Schimmelbefall. Der Rest sollte, eine richtige Einschätzung der Lage vorausgesetzt, durch die Gewährleistung gedeckt sein.

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Es sieht ganz so aus, als ob unter Eurem Fußboden eine starke Trittschall- und Wärmedämmung verlegt wurde. Das macht man vor allem wenn eine Fußbodenheizung verlegt wird.

Diese Dämmung senkt sich nach einer gewissen Zeit und das ist dann tatsächlich normal. Das Problem behebt man normalerweise dadurch, dass man die Randleisten weiter nach unten versetzt und die darüber liegende Wand wieder nachstreicht, wo es nötig ist.

Insofern hat der Gutachter recht und die Maßnahme der Baufirma ist doch auch in Ordnung.

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Kommentar von Xango
09.09.2016, 10:38

Fußbodenheizung haben wir keine, aber da die Decken bei der Renovierung alle abgesenkt wurden, bin ich auch von einer starken Dämmung ausgegangen. Leider weiß keiner so richtig, was da verbaut wurde.

Die Randleisten wollen sie nicht runtersetzen, sondern die Lücke mit kleinen Holzstückchen sozusagen kitten. Er meinte auch, dass es höchstwahrscheinlich nach 2 Jahren wieder eine Absenkung geben wird. Da macht dann wohl erst die Versetzung der Leisten Sinn? Oder soll ich einfach darauf bestehen, das sofort zu machen? Reine Geschmacksfrage?

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Sparen Sie sich die vertane Ausgabe für einen Gutchter, der Ihnen gefällig zu Diensten sein soll. - Den wird die Gegenseite in gleiocher Weise in Frage stellen, wie Sie dies mit deren Gutachter gemacht haben.

Strengen Sei ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren an. Der vom Gericht zu bestellende Gutachter wird im Termin vortragen und der Richter sich bei der Beburteilung des geschilderten Sachverhaltes in seinem Urteil stützen.

Anschließend haben Sie dann einstweilige  Klarheit hinsichtlich evtl. Baupfusches, sowseit die Gegenseite nicht in Revison gegen das Urteil gehen kann.

Übrigens ordnet das Gericht lediglich Ansprüche zu! - Geld bekommen Sie nur vom Verurteilten, falls da was zu holen ist!?!


Es könnte billiger sein, die schwundbedingt aufgetretene Lücke unter der Fußleiste mit einer zusätzlichen Fußleiste preiswert und  hübsch zugleich zu kaschieren!?!

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Kommentar von Xango
09.09.2016, 11:20

Vielen Dank für die sachliche Aufklärung! Stimme Ihnen auch zu, hinsichtlich der vergebenen Müh. Die Fußleiste so zu beheben, würde die Baufirma auch machen wollen, aber ich habe eben Bedenken zur Statik. Vor allem weil keiner im Haus wirklich weiss was da gebaut wurde. Insofern tendiere ich ich zum Verfahren, aber das will gut überlegt sein und am liebsten wäre es mir natürlich auch, wenn die Sache für alle Beteiligten möglichst unkompliziert abgeschlossen wird. Ich bleibe dran. Danke nochmal. 

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1. Meines Wissens greift die Rechtsschutzversicherung nie bei Baumängeln

2. Wenn das Gebäude in den letzten Jahrzehnten gebaut wurde, dann muss es auf der zuständigen Baugenehmigungsbehörde Pläne zur Statik geben.

3. Mein Bauchgefühl sagt, es ist eher eine Estrich/ Dämmungs/ Bewegungs/ Setzungsgeschichte. - Hochwertige neue Sockelleisten - da gibt es auch Möglichkeiten diese auf dem Boden und nicht an der Wand zu befestigen- haben sich bei meinen Projekten im Sanierungsbereich bewährt.

Beste Grüße von einer Architektin

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Als Eigentümer der Wohnung haben Sie die Sanierung im Auftrag gegeben?

Welche Gewährleistungsfristen wurden im Werksvertrag VOB/BGB vereinbart?

Möglicherweise ist bereits eine Verjährung der Ansprüche aufgetreten.

Ansonsten an die Baufirma eine schriftliche Mängelanzeige mit genauer Fristsetzung zu Behebung des Mangels zustellen. (4 Wochen sind gut)

In der Mängelmeldung bereits androhen, dass nach Ablauf der Frist kostenpflichtige Ersatzvornahmen durchgeführt werden.

Dann erst mal abwarten was dann passiert, ...

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Kommentar von Xango
09.09.2016, 11:25

Nein, die Baufirma hat damals das gesamte Gebäude gekauft, renoviert und dann nach und nach verkauft. Ich habe eine fertig sanierte Wohnung gekauft und habe noch gute 2 Jahre Gewährleistung übrig.

Die Behebung per se habe ich im Prinzip schon angefordert, daher auch der Besuch heute, und die Baufirma will dies auch umsetzen. Nur bin ich mir bei der Einschätzung der Situation nicht sicher, ob das auch in meinem Interesse lief. Die Baufirma wird auf ihre Variante bestehen, daher mein Gedanke besser nochmal von zweiter Stelle eine Beurteilung zu bekommen. Zumal es, wie ein anderer User schon meinte, die gesamte Eigentümergemeinschaft betreffen könnte.

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Mieter oder Eigentümer...???? Für Dich als Mieter ist der Vermieter zuständig, für Dich als Eigentümer wäre ein Bausachverständiger sinnvoll ihn einzuschalten!

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Kommentar von Xango
09.09.2016, 10:15

Eigentümer! Sorry, vergaß ich zu erwähnen.

Also Du meinst die Sorgen sind gerechtfertigt und der wird mich nicht ganz so schnell abwürgen, wie der Besuch heute?

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