"Fuß in der Tür" - Hausfriedensbruch - Strafmaß?

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3 Antworten

Hier der § 123 des StGB ( "Hausfriedensbruch" ), reduziert auf die für den geschilderten Sachverhalt relevanten Teile:

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§ 123 Hausfriedensbruch

(1) Wer in die Wohnung eines anderen (...) widerrechtlich eindringt, oder wer, wenn er ohne Befugnis darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt.

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Grundsätzlich genügt der Fuß in der Tür für die Erfüllung des Tatbestandsmerkmals "eindringen".

Allerdings: das Eindringen muss auch "widerrechtlich" geschehen. Dazu aber muss es vorher ausdrücklich verboten worden sein.

Es mag zwar unhöflich sein, den Fuß in die Tür zu stellen, aber im Recht sind Höflichkeitsregeln unerheblich.

Und da es nicht grundsätzlich gesetzlich verboten ist, in das Haus eines anderen einzudringen ( sofern man dabei nicht die Tatbestandsmerkmale des Einbruches erfüllt ), begeht derjenige, der ein fremdes Haus betritt, indem er z.B. eine nicht abgeschlossene Tür öffnet und hineingeht, noch keine Straftat, sofern ihm das Betreten des Hauses nicht vorher ausdrücklich verboten worden war.

Gleiches gilt für den in die Tür gestellten Fuß.

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Sofern also deinem Vater das Betreten des Hauses nicht schon vorher ausdrücklich verboten worden war, kann sein Fuß in der Tür nur aufgrund der Vorschriften des zweiten Teils des zitierten Paragrafen zum Hausfriedensbruch werden, nämlich dann, wenn dein Vater unmißverständlich aufgefordert wurde, seinen Fuß zurückzuziehen, das Haus zu verlassen o.ä. und er den Fuß dennoch nicht zurückgezogen hat.

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Wenn sich die Sache so zugetragen hat, dann kann dein Vater mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr ( wenig wahrscheinlich ) oder mit Geldstrafe ( das ist in der Regel zu erwarten, falls es zu einer Verurteilung kommt ) bestraft werden.

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Kommentar von iwwaw
26.04.2011, 14:13

vielen Dank für die Antworten!

Mein Vater musste nicht ins Gefängnis und auch keine Geldstrafe bezahlen. Ist komplett freigesprochen worden.

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Der Tatbestand des Hausfriedensbruchs ist hier erfüllt, da schon der Fuß ausreicht, um in das Besitztum eines anderen widerrechtlich einzudringen. Was bei der Anzeige rumkommt, ist eine ganz andere Sache. Man kann wohl davon ausgehen, daß das Verfahren eingestellt wird. Da das ein klassischer Fall für einen Täter-Opfer-Ausgleich (klärendes Gespräch, Entschuldigung) ist, würde ich mal drauf tippen, daß eine Verfahrenseinstellung nach erfolgtem TOA erfolgt.

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Kommentar von JotEs
06.10.2010, 14:37

Die Widerrechtlichkeit ist erst gegeben, wenn dem Täter das Betreten des Hauses vorher ausdrücklich verboten worden war ( entweder persönlich, oder auch allgemein, etwa durch ein unübersehbar aufgestelltes Schild ).

Andernfalls ist das Eindringen bzw. der in die Tür gestellte Fuß nicht widerrechtlich.

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Hausfriedensbruch ist das.Frag bei einem rechtanwalt nach 1 Gespräch ist frei In der Regel wenn dein Vater vorher nichts angestellt hat wird das Eingestellt

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