Funktionorientiertes Modell = Prozessorientieres Modell?

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3 Antworten

Also ... "Frakturieren" hört sich ziemlich brutal an, quasi jemandem die Knochen brechen ...

(Du meinst bestimmt Fakturieren)

Ich weiß leider nicht seit wann Du mit QM zu tun hast und ob Dir die alte Fassung bekannt ist (DIN EN ISO 9001:1994), als diese 20 QM-Elemente enthielt (bzw. 21, wenn zusätzliche interne QM-Elemente zu berücksichtigen waren) ...

Diese Element waren sehr stark funktionsorientiert geprägt, sodass der ganzheitliche Prozessablauf nicht definiert werden brauchte, quasi ein modularer Aufbau ...

Mit der großen Revison (DIN EN ISO 9001:2000) und der Umstellung auf das prozessorientierte Modell sollte bewirkt werden, dass eine ganzheitliche Betrachtung der Prozesse erfolgt ...

Ich persönlich fand die DIN EN ISI 9001:1994 besser geeignet die Prozesse in einer Organistaion abzubilden bzw. zu dokumentieren und die Verantwortlichen zuzuordnen ...

Vo daher kann ich Deien Verwirrung sehr gut verstehen, weile sich das auch in den Organistaionen die ich kenne wiederspiegelt und jeder jeden mitverantwortlich macht, wenn maöl etwas daneben gegangen ist. Sicherlich lässt sich soetwas über die Begriffe Verantwortungen und Befugnisse in den Stellenbeschreibungen regeln, was aber kaum eine Organisation zweckmäßig umzusetzen versteht (entsprechend meinen persönlichen Erfahrungen als QM-Berater) ...

Solltest Du mit meiner Antwort nicht weiter kommen, dann beschäftige Dich mal mit den Begriffen Mikroprozess und Makroprozess, wobei das Prozessmodel eindeutig den größten Makroprozess einer Organisation darstellt ...

Nachfolgend noch etwas für das allgemeine Verständnis ...


Funktionsorientierte Ablauforganisation aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Wechseln zu:

In der funktionsorientierten Ablauforganisation herrscht das Prinzip der Arbeitsteilung.

Eine Gesamtaufgabe, beispielsweise das Bearbeiten einer Eingangsrechnung, wird in Teilaufgaben zur Zeit- und Kostenoptimierung sowie zur Rationalisierung des Gesamtablaufs aufgeteilt.

Die Nachteile einer solchen funktionsorientierten Ablaufsorganisation liegen bei ...

  • einer hohen Spezialisierung

  • einer abteilungsübergreifenden Bearbeitung

  • einem hohen Koordinationsaufwand

  • der Zeitverzögerung durch Transport und Kommunikation zwischen den beteiligten Abteilungen/Mitarbeitern

  • der Unwissenheit der Mitarbeiter über andere Teilaufgaben als der Ihren

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Kommentar von micholee
03.10.2011, 13:58

hey vielen vielen Dank für die Antwort. Ich überlege mir derzeit, ob solch ein prozessorientierter Ansatz überhaupt bei sehr kleinen Agenturen oder Familienbetrieben Sinn macht? Wobei bei einem Funktionsorientiertem Ansatz die Nachteile auch nicht gerade zu vernachlässigen sind.

  1. Würden Sie eventuell eine Matrixorganisation empfehlen. Ich würde horizontal alle Aufgaben auflisten: Einkauf, Fakturieren (Sorry nicht Frakturieren :-) ) , Entwicklung, Lieferung, Marketing, Kundengewinnung usw. Anschließend würde ich vertikal die Produkte/Leistungen auflisten. In der Mitte würde ich dann die Mitarbeiter eintragen, die für ein Produkt oder Aufgabe stehen/verantwortlich sind.

  2. Unter einem Makroprozess sind ja Subprozesse, bzw. Mikroprozesse, die in viele Unterebenen haben könnten. Wo setzt man nun das höchste Makroprozess am Besten an, um dann in Mikroprozesse aufzuteilen. Bsp. bei einer Agentur, die Softwareentwicklung und auch Grafikdesign macht. Man könnte Produktorientiert also Software oder Design arbeiten, oder Funktionsorientiert. Oder eine Matrix, die ich wie in Frage 1 gestalten würde. Bei Prozessorientiert würde ich ja auch erst ein paar grobe Prozesse und deren Verantwortliche/Mitarbeiter definieren. Ein grober Prozess könnte ja sein. Bsp. 4 Maktroprozesse: Kundengewinnung/Auftragsbearbeitung, Produktion, Lieferung usw. (Würde für den Bereich Software als auch Design dann gelten)

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Kommentar von JoWaKu
03.10.2011, 17:23

Schade, dass man nur ein DH pro Antwort vergeben kann.

Diese hier hätte fünf verdient!

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Du kannst auch Prozessketten modellieren. Prozessmanagement soll helfen, nicht verwirren. Insofern ist die lange Antwort super. Ich persönlich finde Prozessketten fassbar, insbesondere bei der Schwachstellensuche: die Kette ist so stark wie ihr schwächtest Glied.

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Also Alex, nochmals vielen Dank für die hilfreiche Antwort. Da nun mit meinem Eintrag zwei Antworten auf das Thema vorhanden ist, kann ich deinen als hilfsreichste Antwort anklicken.

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