Fütterung für Freizeitpferde - Offenstall und Rübenschnitzel - Verträgt sich das?

4 Antworten

Rübenschnitzel kommen mir definitiv nicht ins Pferd, so lange es Zähne hat. Nicht mal dann, wenn es zu dünn ist. Selbst, wenn die "zuckerfrei" sind, haben sie noch viel zu viele Kohlehydrate, um die Darmverdauung und damit die Gewinnung von Nähr- und Mineralstoffen aus dem Grundfutter am Laufen zu halten, d.h. sie unterstützen Mangelernährung, die schließlich kein Pferd braucht.

Ich gebe: Heu rund um die Uhr, wo das nicht möglich wäre, würden meine Pferde schlicht und ergreifend nicht leben. Kraftfutter, wenn sie welches brauchen nur Hafer im ganzen Korn und bei der Auswahl des Stalls habe ich drauf geachtet, dass es dort einen Kraftfutterdosierer gibt, sodass sie keine halbe Schaufel auf einmal fressen müssen oder ähnlich, wofür ihr Verdauungssystem einfach nicht taugt. Dann gebe ich noch ein hochwertiges Mineralfutter dazu, keinen solchen anorganischen Billigkram und was bei dem jetzt mal nicht ausreicht, ergänze ich mit "Hausmitteln" - Hagebutten lindern Arthrosebeschwerden, Sonnenblumenkerne gleichen Zinkmangel aus (der übrigens, was die meisten Tierärzte nicht wissen, im Blutbild nicht sichtbar wird), etc.

Müsli, Mash, Rübenschnitzel, Gerste, Luzerne, Karotten, Äpfel und wie sie alle heißen, bekommt mein Pferd nicht und ich empfinde es als unverschämt von anderen Pferdebesitzern, wenn die Futterreste ihrer Pferde am Putzplatz zurücklassen und ich muss meinem verbieten, deren Kram zu futtern, nur weil ich gerne ein gesundes Pferd hätte und die zu faul sind, Putzplätze gereinigt zu hinterlassen.

Zuckerrübenschnitzel ist kein Pferdefutter, sondern ein Kuhmastfutter.

Deinen Pferden reicht Heu, Stroh, Gras und Mifu vollkommen aus. Sollte viel Leistung verlangt werden - über 2 Stunden täglich - dann kannst du entsprechend etwas Hafer im ganzen Korn verfüttern.

Alles andere ist übertriebene Liebesmüh.

Wenn deine Pferde rund um die Uhr Heu zur Verfügung haben, dann musst du gar nichts dazufüttern. Pferde brauchen kein Kraftfutter, und du kannst nach dem Reiten auch intensiv mit ihnen kuscheln, um dich "beliebt" zu machen.

Eingeweichte Rübenschnitzel füttert man, wenn die Pferde zu dünn sind. MEINE vier mögen keine Rübenschnitzel, brauchen die ganze Nacht, ehe sie die aufgefressen haben. Ich habe sie gelegentlich im Winter gefüttert, wenn halt keine Weide mehr da ist.

Bei diesen heißen Temperaturen die Schnitzel einweichen macht auch, dass Insekten kommen. Außerdem verderben sehr schnell.

Wie lange du sie einweichen musst, sollte auf der Tüte stehen. Ich habe meine immer über Nacht ziehen lassen.

Mineralfutter kannst du einmal kurmäßig geben. Meine bekommen das ab Februar und dann solange, bis der Eimer aufgebraucht ist. Das reicht für das Jahr. Du brauchst noch einen Leckstein.

Ansonsten gib ihnen gelegentlich (!) eine Möhre oder Mal eine Scheibe Brot oder Mal einen Apfel. Das  reicht.

Alle anderen Fütterungsfragen klärst du mit deinem Tierarzt. Der hat die Pferde gesehen, sieht ihren Fütterungszustand und erkennt Mangelerscheinungen. Bevor du Mineralfutter fütterst, würde ich eine Blutuntersuchung machen lassen, ob Mineralien überaupt fehlen.

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