Fürsorgepflicht durch den Arbeitgeber während eines Arbeitsunfalls

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1 Antwort

Ja, es gibt eine Fürsorgepflicht für Arbeitgeber. Sie wird als Nebenpflicht aus dem Arbeitsverhältnis bezeichnet. Der Arbeitgeber hat demnach für Arbeitsbedingungen zu sorgen, die Gefahr für Leib, Leben und Gesundheit seiner Mitarbeiter zu schützen.

In deinem Fall ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, vielmehr sollte sich dein Arbeitgeber den Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung gefallen lassen. Aber ob du ihm wirklich dafür zur Verantwortung ziehen kannst kann ich nicht beurteilen, da solltest du mal einen Anwalt fragen. Groß schätze ich deine Chancen allerdings nicht ein, vielleicht kannst du ihm ja auch so die Meinung sagen (über den Betriebsrat?).

Aber mal davon abgesehen hast du einen reinrassigen Arbeitsunfall erlitten. Insolchen Fällen rufst du einfach einen Notarzt an (ein Telefon hattest du ja anscheinend) und lässt dich von einem Krankenwagen ins nächste Krankenhaus bringen. Die Kosten trägt die BG, Eigenanteile musst du dafür nicht entrichten oder bekommst sie später von der BG zurückerstattet. Die Sicherung des Eigentums deines Arbeitgebers ist da nachrangig, wenn es deinem Chef zu doof ist dir zuzuhören muss er auch damit leben wenn sein Werkzeug herumliegt und sein Firmenauto ein paar Stunden offen auf der Baustelle steht.

Aus gegebenen Anlass rate ich dir den Arbeistunfall der BG selbst zu melden, dafür zahlt dein Arbeitgeber schließlich Beiträge. Für Elektrobetriebe wird dies die Berufsgenossenschaft Energie Textil ElektroMedienerzeugnisse (BG ETEM) sein.

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