Für wie determiniert haltet ihr euren Lebensweg?

3 Antworten

Ich bin Kompatibilistin, das heißt, ich denke, es ist alles vorherbestimmt, aber das ändert nichts an meinem Freiheitsempfinden. Also selbst wenn irgendein fieses Schicksal entschieden hätte, dass ich ein Verlierer sein soll, kann ich das nicht wissen, sondern genauso gut annehmen, dass ein Problem für mich das Sprungbrett zur nächsten Stufe ist und mich erst recht reinhängen. Im Konkreten führt das dann meistens dazu, dass sich meine Situation verbessert, daher werde ich diese Schiene weiter fahren, denn wenn ich dann irgendwann mit einem Schlag alles verlieren soll, ändert sich daran nichts dadurch, dass ich mir die ganze Zeit Sorgen mache. Im Gegenteil: ich werde bis dahin gelernt haben, damit umzugehen. "Verlierer sein" ist sowieso Interpretationssache und liegt damit in meiner Hand. 

Was die zweite Frage angeht: jein. Es braucht einen gewissen Einsatz und Mut zur Veränderung, um das Leben in die richtige Richtung zu befördern. Ständiges sich-selbst-in-Gefahr-bringen ohne Sinn und Verstand gehört nicht dazu. Es ist wichtig, regelmäßig seine Grenzen auszudehnen, es ist aber auch wichtig, sich dabei nicht in Ausreden zu flüchten und sich z.B. für total mutig zu halten, bloß weil man Extremsport macht, obwohl man es nicht mal wagt, seiner Freundin zu sagen, dass man Angst hat, sich fester zu binden (nur ein Beispiel, es gibt so viele Varianten).

In keinster Weise ist ein Lebensweg irgendwie determiniert (=bestimmt). Sowas gibt es nur u.a. in viel zu überbewerteten Horrorfilmen wie "Final Destination".

Dass bereits etwas vom sogenannten Schicksal gesteuert wird, glauben leider viel zu viele. Aber überlegt Euch doch mal, was das bedeuten würde: Man hätte doch dann überhaupt keine e c h t e Freiheit. Aber genau die ist es, welche unser Leben so faszinierend manigfaltig macht. Unendlich viele Dinge, die uns in den Kopf kommen, können möglich werden oder auch nicht, an unendlich vielen verschiedenen Plätzen, in unendlich vielen Zeitmomenten. Alles kann uns passieren oder gelingen. Dies hängt alles vom reinen Zufall und uns selber ab. Unsere Zukunft ist noch nicht geschrieben. Also geben wir uns ein bisschen Mühe und machen was draus :)

Ob es Risiken braucht um das Leben in Schwung zu bringen ? Da würde ich mal ein vorsichtiges "Es kann" geben. Alles was das Leben irgendwie abwechselt, ist willkommen und erhöht die Variationsbreite des Lebens. Da gehören genau wie Phasen des Pechs auch riskante Unternehmungen zu.


"determiniert" finde ich geil!

Bezüglich meines Lebens glaube ich weder an Determination noch an Karma. Bei einem verurteilten Verbrecher verhält sich das mit der Determination natürlich anders, klarerweise.

Und selbstverständlich ist das ganze Leben insgesamt ein Risiko, das zwangsläufig mit dem Tod endet. Dazu braucht man nix in Schwung bringen, sterben tut man auf jeden Fall.


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