Für was sind Zink Kapseln?

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Zink - ein Spurenelement mit vielen Aufgaben

Die gesamten Zinkvorräte unseres Körpers passen auf einen Teelöffel.Trotz dieser kleinen Menge würde es kein Leben ohne Zink geben. Erst in den 60er und 70er Jahren erkannte man die lebensnotwendige Bedeutung von Zink für das Wachstum. Zusammenhänge bei hormonellen Vorgängen und die Bedeutung für das Immunsystem wurden wissenschaftlich erforscht. Das Spurenelement findet sich vorallem in Organen und Körperflüssigkeiten. Besonders viel Zink enthalten Muskeln, Knochen, innere Organe, Sper ma, Blut, Haut, Haare und Insulin. Zink ist in über 200 Enzymen enthalten. Enzyme sind vorallem für das Starten und Stoppen der Stoffwechselvorgänge verantwortlich: Sie bringen die Prozesse zum Laufen und schützen vor überschiessenden Reaktionen. Der tägliche Zinkbedarf eines gesunden Erwachsenen beträgt laut DGE 12-15 mg. Schwangere und Stillende benötigen wesentlich mehr! Schwangeere ab 4. Monat 20 mg, Stillende 25 mg!

Aufgaben von Zink

Wachstum und Zellerneuerung Bei der Zellteilung ist Zink von besonderer Bedeutung, denn es ist in vielen Metallo-enzymen enthalten, die für dir Übertragung von Erbinformation bei der Zellteilung benötigt werden. Besonders schnell wachsende Gewebe sind auf eine ausreichende Zinkzufuhr angewiesen. Die höchste Zellteilungsrate findet man beim heranwachsenden Fötus in der Schwangerschaft, beim Wachstum im Kindesalter, beim Wachstum von Haut-und Haarzellen, auch Schleimhautzellen teilen sich rasch. Zur Wundheilung benötigt der Körper ebenfalls verstärkt Zink.

Hormone Zink spielt eine wesentliche Rolle im Hormonstoffwechsel. Zum Bau des Hormons Insulin wird Zink benötigt. Außerdem ist Zink mitverantwortlich für die Entwicklung von Spermien und der befruchtungsfähigen Eier im weiblichen Zyklus.

Immunsystem Zink greift direkt und indirekt in das Immunsystem ein: Zink ist an der Bildung verschiedener Abwehrzellen des Körpers beteiligt, wie beispielsweise den Leukozyten (weiße Blutkörperchen), die im Rückenmark gebildet werden. Leukozyten greifen feindliche Zellen im Körper an.Leukozyten können sich zu T-Lymphozyten spezialisieren. Für diese Umwandlung ist die Anwesenheit eines Zinkabhängigen Hormons (Thymulin) notwendig. T-Lymphozyten vernichten in den Körper eingedrungene Keime. Zink wirkt abr auch direkt antimikrobiell, besonders auf Viren.

Zellschutz Zink ist Bestandteil wichtiger zellschützender Enzyme. Durch Smog, Ozon und Chemikalien entstehen sogenannte freie Radikale, das sind aggressive Stoffe, die vor allem Zellwände angreifen können. Zink hilft diese aggressiven Radikale abzufangen bzw. unschädlich zu machen.

Wahrnehmung Zink hat Einfluß auf die Funktion der Sinnesorgane. Sehen, Riechen, Schmecken und Hören sind unter anderem von einer guten Zinkversorgung abhängig.

Zink aus unserer Nahrung

Allgemeines Zink wird im Körper nicht lange gespeichert, deshalb ist eine regelmäßige Zufuhr extrem wichtig. Zinkreich sind vorallem tierische Nahrungsmittel: Muskelfleisch und Innereien, ganz besonders Zinkreich sind Austern. Getreide enthält ebenfalls Zink, Obst und Gemüse sind zinkarm. Hinzu kommt, dass Zink aus Fleisch und Wurst besser aufgenommen wird, als aus pflanzlicher Kost.

Phytinsäure - Phytat Getreide (bes. Vollkorngetreide) ist zinkreich, es enthält allerdings in hoher Konzentration einen Stoff, der Phytinsäure genannt wird. Im Dündarm, dort wo Zink aufgenommen wird bildet Phytinsäure schwer lösliche Zink-Phytatverbindungen, welche für den Körper nicht mehr verwertbar sind. Daher sollte das Verhältnis Phytinsäure zu Zink in einem Lebensmittel nicht größer als 15:1 sein. Vollkornprodukte liegen bei einem Verhältnis von 33:1 weit darüber. Frischkornmüsli enthält ebenfalls viel Phytinsäure. Problematisch ist auch die zeitgleiche Zufuhr von Calcium oder Phosphat, da diese Stoffe die Zinkverwertung ebenfalls beeinträchtigen. Fast Food ist in der Regel phosphatreich und Coca Cola wird mit Hilfe von Phosphorsäure hergestellt.

Positiv für die Zinkaufnahme Die organischen Substanzen Vitamin C und tierisches Eiweiß wirken sich positiv aus. Ein Glas Orangensaft zum Vollkornbrot oder ein Aufstrich aus magerer Wursterhöhen die Ausnutzbarkeit Zink. Anorganisches Zink nimmt der Körper schlechter aus als Zink, das an organische Substanzen gebunden ist. Unser Körper resorbiert übrigens nur etwa ein Drittel des in der Nahrung enthaltenen Zinks.

Wer braucht mehr Zink?

Schwangerschaft und Stillzeit Eine Studie ergab einen direkten Zusammenhang zwischen dem mütterlichen Zinkstatus und dem Geburtsgewicht des Kindes.:Frauen, die ein untergewichtiges aby gebaren, wiesen einen niedrigeren Zinkspiegel auf als Mütter, die ein normalgewichtiges Kind zur Welt brachten. Die extrem hohe Zellteilungsrate des ungeborenen Kindes bedingt den hohen Zinkbedarf in der Schwangerschaft. Muttermilch enthält Zink in gut verwertbarar Form: an Aminosäuren gebunden.Kinder, die gestillt werden erhalten deshalb die idealen Voraussetzungen zum Wachen und Gedeihen. Leider geht die gute Zinkversorgung oft auf Kosten der Mutter. Haarausfall und Hautentzündungen könen die Folge sein.

Sportler, Schwerarbeiter, Saunagänger Körperliche Aktivitäten sind üblicherweise mit hohen Zinkverlusten über die Schweißbildung verbunden. Intensive sportliche Betätigung (z.B. dreimal die Woche) erfordert eine vermehrte Zufuhr des Spurenelementes, da Zink am Kohlenhydratstoffwechsel (Energiebereitstellung) beteiligt ist. Auch der Schweißverlust bei Saunagängern macht sich durch erhöhten Bedarf bemerkbar.

Genußmittel Zum Abau von Alkohol benötigt der Körper vermehrt Zink. Zinkatome leiten die Alkoholentgiftung ein und stabilisieren das alkoholabbauende Enzym Alkoholdehydrogenase. Gleichzeitig erhöht Alkohol die Ausscheidung von Zink über die Niere. Auch Tabakkonsum erhöht den Zinkbedarf: Durch Zigarettengenuß bilden sich "freie Radikale". Zu deren Neutralisation benötigt der Körper das zinkhaltige Enzym Superoxiodase.

Einseitige Diäten Bei Schlankheitskuren besteht wegen der geringen Nahrungszufuhr die Gefahr zu wenig Zink aufzunehmen. Außerdem verursachen solche Diäten eine erhöhte Zinkausscheidung.

Vegetarische Ernährungsformen Ovo-lacto-vegetabile Kos ist eine Ernährungsweise ohne Fleisch und Fisch aber mit Eiern und Milch. Lactovegetarier verzichten auf Fleisch, Fisch und Eier. Veganer leben ausschließlich von pflanzlicher Kost. Hier besteht immer die Gefahr eines Eiweiß und Mineralstoffmangels.

Erkrankung innerer Organe Häufig haben kranke Menschen einen erhöhten Zinkbedarf. Diabetiker brauchen aufgrund ihrer Stoffwechsellage mehr Zink. Menschen mit einer Störung im Magen-Darm Trakt nehmen weniger Zink aus dem Darm auf als Gesunde. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulzerosa gehören dazu.

Operationen, Verletzungen Wunden und Verbrennungen sind ein klassischer Fall für einen erhöhten Zinkbedarf. Über das Wundsekret verliert der Körper Zink, gleichzeitig wird zur Wundheilung und Neubildung von Gewebe sehr viel Zink benötigt. Bei Operationen, die mit viel Gewebeverlust einhergehen, benötigt der Körper ebenfalls Zink zur Regeneration.

Medikamente als Zinkräuber Die Einnahme bestimmter Medikamente kan zu Zinkverlusten über den Urin führen. Vorsicht geboten ist bei Abführmitteln, Entwässerungstabletten, Präparaten zur Senkung der Blutfette, Mitteln zur Neutralisation der Magensäure, cortisonhaltigen Medikamenten und der Antibabypille.

Kinder und Jugendliche Bei Kindern und Jugendlichen ist die optimale Zinkversorgung ganz besonders wichtig. Durch den ständigen Aufbau von Gewebe ist der Bedarf im Verhältnis zur Energiezufuhr hoch. Bereits ein Fünfjähriger benötigt täglich 10 mg Zink.

Zinkmangel

Kritisch wird es vor allem, wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen. Zum Beispiel Kinder, die vegetarisch ernährt werden; sportlich aktive Jugendliche, die ihre Ernährung vernachlässigen; intensiver Sport beim Abnehmen; fleischlose Diäten. Ernährungsmediziner haben festgestellt, dass auch eine an der Grenze liegende Versorgung mit dem Spurenelement Zink zu Gesundheitsstörungen führen kann. Man spricht von einem latenten Zinkmangel. Er äußert sich als leichter Haarausfall, schlechter Wundheilung und höherer Infektanfälligkeit. Bei unerfülltem Kinderwunsch sollte man ebenfalls an einen Zinkmangel denken. Zinkdefizit kan bei Männern die Ursache für eine zu geringe Spermienzahl sein und bei Frauen für eine unzureichende Eireifung. Auch Schleimhäute, Wachstum und Nervensystem können von einem Zinkmangel betroffen sein. Die Folge sind Schleimhautentzündungen, verzögertes Wachstum, Stimmungstiefs oder Störungen in Geruchs- und Geschmackssinn.

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