Für immer bestraft (Psychose)?

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9 Antworten

Hallo,

Werde ich jetzt für diesen einen Fehler in der Jugend ein Leben lang gestraft sein? Was meint ihr? 

Ich sehe da mehrere Aspekte, vor allem glaube ich, dass der Konsum von THC auch nur eine Psychose auslösen oder "anstossen" kann, wenn eine gewisse Anlage dazu da ist.

Damit will ich sagen, dass du so einen Schub, wenn du ihn durchlebst, nicht als Strafe ansehen solltest. Es kann gut sein, dass dir das auch passiert wäre, wenn du nicht gekifft hättest.

Du hast wahrscheinlich von den Studien gehört, die eine Korrelation zwischen Cannabiskonsum und dem Ausbruch eines psychotischen Schubes feststellen. Aber was genau bedeutet das?

Man kann das auf zwei verschiedene Arten interpretieren.

Es gibt Psychiater, die der Ansicht sind, dass nicht der Cannabiskonsum die Psychose auslöst, sondern dass Menschen, die eine Anlage zur Psychose haben oder schon unter den ersten Symptomen leiden, ohne dass ihnen das bewusst ist, zu Cannabis greifen, und zwar aus einem Bedürfnis der Selbstmedikation heraus, damit man sich besser fühlt.

Verstehst du den Unterschied der beiden Sichtweisen?

(Als Beispiel: Depressive konsumieren öfter und mehr Alkohol als Nichtdepressive. Kann man deswegen sagen, dass Alkohol die Depression auslöst, oder greift der Depressive deshalb zu Alkohol, weil er sich dadurch kurzzeitig besser fühlt?

Also ist es müssig zu bedauern, in der Jugend "gesündigt" zu haben. Nicht einmal die  Spezialisten sind sich bei dem Thema einig. Ich würde auf diesen Gedanken keine Energie mehr verschwenden.

Dann finde ich, dass du deine Situation und deine vergangenen Schübe sehr gut einordnen und einschätzen kannst. Das ist ein gutes "Standbein" in der Realität. Auch mit einer gesunden Lebensweise wie Sport, ausreichend Schlaf usw. hast du dir etwas Gutes getan.

Der nächste Parameter ist, wie du es selbst einschätzt, der Stress, und damit liegst du wahrscheinlich richtig.

Jeder reagiert auf Stress anders. Dein Gehirn ist eventuell noch nicht stabil genug, um beliebigen Stress "einfach so" wegstecken zu können. Von daher würde ich mich bemühen, die Lebensführung so zu gestalten, dass du zumindest vermeidbaren Stress vermeidest.

Dass du Angst vor einem weiteren Schub hast, ist verständlich. Trotzdem wäre es gut, wenn du es hinkriegst, nicht in einen Teufelskreis "Angst vor der Angst" zu geraten. Damit hebst du nur das Stresslevel.

Ich würde versuchen, alles zu tun, dass du dich gut fühlst und dich nicht mit Schuldgefühlen fertigmachst. Du bist auch derjenige, der am besten einschätzen kann, wie es dir geht und welches Stresslevel noch ok ist und welches nicht.

Vielleicht kann dir dein Psychiater bei grösserem Stress mit einem Beruhigungsmittel helfen. Wenn du eine Stress-Spitze mit einem Beruhigungsmittel kappen kannst (also eine zeitlich beschränkte Einnahme) und du ansonsten gesund lebst, warum nicht? Zumindest kannst du deinen Doc fragen, was er davon hält.

Dann noch eine Anregung: falls dein Studium zu sehr in Stress ausarten sollte, kannst du es vielleicht anders arrangieren, zum Beispiel so, dass du dir etwas mehr Zeit dafür lässt.

Was für konkrete Möglichkeiten es da gibt, weiss ich jetzt nicht. Erkundige dich mal bei deiner Uni. Viellieicht geht da auch was mit einem ärztlichen Attest. Ich weiss jedenfalls, dass Leute ein Masterstudium im Halbzeitmodus gemacht haben (Fernstudium).

Viele Grüsse


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Auch wenn es bitter ist, ich vermute dass dies zumindest noch für eine lange Zeit mit Deinen psychischen On und Offs so weitergehen wird. Vielleicht kann Dein Körper sich langfristig noch weiter regenerieren.

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ich habe gehört das es nicht sein muss - jetzt kommt Aber du musst Lernen mit Stress umzugehen - ich weiß das es nicht einfach wird - sonnst kommst du von den immer wieder in den sog - ich weiß das hört sich blöd an - es liegt viel an die und wie du mit Stress umgehen kannst - aber wie geschrieben wir sind keine Ärzte --

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es war zwar wirklich ein fehler, das ist wahr, da cannabis bei so frühem konsum in der ganzen chemie des gehirns viel schaden anrichten kann, aber ...also bei allen fällen, die ich kenne, ist es so, dass letztendlich die psychose schon lange geschlummert hat und dann eben durch die drogen, die pubertät, den ganzen zusammenhang und noch einige andere ungünstige faktoren, ausgelöst wurde und wird. ich will damit sagen, dass dies nicht ausschließlich deinem fehlerhaften, sündigen verhalten in der jugend zuzuschreiben ist, dass es jetzt so gekommen ist, dass sich psychotische muster verfestigt haben. nein. ganz klares nein.

es war zwar nicht günstig mit dem kiffen, ja, das war womöglich auch der entscheidende auslöser, hätte aber auch ein anderer sein können. ja, ganz gewiss sogar. es hätte auch sein können, dass die psychose ganz ohne drogen oder alkoholkonsum ausgebrochen wäre, alleine durch stress und pubertät bedingt. verstehst du? .. die rahmenbedingen, die zu einem ausbruch führen, sind vielfältig und nie nur einer sache zuzuschreiben. wenn sie dir das in den kliniken erzählt haben, dann stimmt es so nicht.

und ja, du hast da eine schwachstelle und musst immer darauf achten und insgesamt ein achtsames leben führen, so dass du gut mitbekommst wo genau die auslösenden faktoren für dich liegen, so dass du gegensteuern kannst. achtsamkeit und viel entspannung sind wichtig für dich. das gut zu üben, wird einen großteil deiner kraft fordern und es wird sich lohnen. dadurch lernst du dich selbst besser kennen und kommst irgendwann aus der opferrolle raus, ein solch 'anderes' leben macht einen auch stark und empfindsam. annehmen ist das zauberwort..

alles GUTE dir!

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Diese Frage wird dir niemand wirklich beantworten können. Versuche, keine Angst davor zu haben, sondern erkenne die Psychose als Teil deines Lebens an. Dadurch vermeidest du, dass du immer noch mehr Angst davor bekommst und die Psychose immer öfter hervorrufst. Wenn du versuchst, positiv zu bleiben und dir bewusst schöne Erlebnisse in Erinnerung rufst, kannst du sie vielleicht eindämmen.

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Psychose, posttraumatische Belastungstörung ?
Schizophrenie oder Überforderungssyndrom mit Ich-Störung ...
- Deine Schilderungen erinnern mich an eigene Erfahrungen - 

Wie auch immer die "Erkrankung" das Phänomen benannt wird - 
mir hat u.A. das Buch "Spiriturelle Krisen" (Stanislav Grof) geholfen, eine andere Sichtweise und Ansatz zu verfolgen ... 

Psychopharmaka waren für mich nie eine Ziel führende Option  - 
stattdessen - Tiefenentspannung - Yoga - Meditation - Trance ..
..... Persönlichkeitsentwicklung ... 

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Erstmal: Du scheinst wie von einem ganz sicheren Faktum davon auszugehen, dass Deine jetzigen Psychose-Schübe von dem damaligen Konsum kamen.

Das würde ich so aber nicht. Sachlogisch würde das voraussetzen, dass die Droge damals anatomische Strukturen bei Dir, vermutlich am ehesten im Nervensystem, verändert hätte.

Dass insbesondere THC oder andere im Hanf enthaltene Stoffe das jedenfalls **dauerhaft** täten, wäre mir neu. Und ich bin kein Anhänger dieser - oder anderer - Drogen, der deswegen alles ignorierte, was ihm dazu Negatives unter die Augen und Ohren käme, wie das die Fans sehr gut können.

Vielleicht hat der Konsum damals die Psychose nur aktiviert, zu der vorher schon eine Veranlagung bestand. Vielleicht bestand sogar noch nicht einmal ein Zusammenhang? Sondern sie trat auch damals nur zufällig nach Eintritt äusser Bedingungen auf?

Du warst in Behandlung bei Psychiatern und sie haben Dir etwas über den Ursprung der Psychose erzählt? Oder ihr habt darüber gar nicht geredet? Mach Dir erstmal deutlich, was das Fachgebiet Psychiatrie in der Medizin ist: der Lumpensammler für all das, für das es (noch?) keine medizinisch beweisbare Erklärung gibt!

Alles, was die Medizin erklären und behandeln kann, wird der Psychiatrie weggenommen und an andere Fachgebiete abgegeben (i.d.R. die Neurologie). Die Psychiater befassen sich nur mit dem wissenschaftlich nicht Erklär- und somit nicht Behandelbaren. Entsprechend hast Du es bei ihnen mit Mutmassungen zu tun, die nicht nach üblichen Standards bewiesen sind und so sehen dann auch die Behandlungen aus.

Du weisst womöglich gar nicht, womit Du es bei den Neuroleptika, die Du verschrieben bekommst, zu tun hast? Dass die ca. 20 bis 25 (!) Jahre Lebenserwartung reduzieren? Das ist, mit Verlaub gesagt, weit jenseits der schlimmsten Folgen Deiner vorherigen Droge.

Nach meiner Erfahrung haben für den Umgang, gerade mit den Geisteszuständen, die man in die Schublade "psychotisch" steckt, Selbsthilfegruppen und Erfahrene bessere Umgänge entwickelt als die Psychiatrie.

Die können zunächst enttäuschend aussehen, da sie ausdrücklich **nicht** versprechen: "ich kann dir das weg machen".

Vielleicht gehen sie in die Richtung: man muss hinnehmen, dass das so ist.

Ärzte können das von ihrem Selbstbild so gut wie nicht, bzw. damit gar nicht umgehen. Sie haben ein eigenes Fachgebiet geschaffen, in dem es eigentlich auch kein besonders medizinisches Fachwissen gibt, sondern vor allem die Arbeit an sich selbst zum psychischen oder philosophischen Umgang mit dem Thema eigener Hilflosigkeit. Es heisst: Palliativmedizin.

Betroffene von unheilbaren Krankheiten oder Behinderungen jedoch müssen auf eigene Art lernen, mit der Unheilbarkeit ihres Zustandes umzugehen, ohne sich selbst an ein anderes Fachgebiet überweisen zu können.

Und das können dann Selbsthilfegruppen, wie gesagt, regelmässig besser. Die bringen es sogar zuwege, der scheinbaren Krankheit noch schöne oder interessante Seiten abzugewinnen!

Schau mal, was es dazu im Netz alles gibt. Wenn Du nix findest, melde Dich noch per PN.

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Es kann schon sein das sowas immer wieder kommt aber ich glaube es eher nicht, ich bin aber kein experte also weiß ich es nicht genau

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Kommentar von jasomoma
22.05.2017, 02:23

Geschwurbel - aber sicher gut gemeint.
"es kann schon sein, dass sowas immer wieder kommt"
Sowas ? 
wenn man keine Ahnung hat - einfach mal was sagen - warum nicht ;-)

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kann sein, muss aber nicht.

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