Für die Arbeit mit privatem Auto fahren und Unfall gebaut

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Chefin hätte ihr ein Fahrzeug stellen müssen und die Chefin ist für den Schaden verantwortlich zu machen. Vermutlich zu verklagen. Ein Rechtsanwalt wird sich hier auskennen und das mit Freuden machen. Dann wird vermutlich allerdings die Kündigung kommen. Ich weiß das zufällig, weil ich Inhaberin einer Physio Praxis war! Und der Steuerberater und die Berater der Selbstständigkeit uns GENAU vor diesem Fall gewarnt haben. Macht ein Mitarbeiter mit seinem Privatwagen einen Unfall während der Arbeit, ist der Chef DRAN: Viel Glück! Und so schnell kann sich kein Chef rausreden, auch wenn sie es möchten. Jeder Anwalt kennt das.

Das ist IMHO schlicht unzutreffend :-O Aber wenn man das denn gerne hören möchte :-(

Selbst wenn man unterstellt, dass die Nutzung des Privatfahrzeugs ausdrücklich gebilligt wurde ("dann müssen sie eben ihren Wagen nehmen, wenn alle Firmenfahrzeuge vergeben sind") und eine Km-Pauschale vergütet wurde, haftete der AG nicht für Schäden am Eigentum seines Mitarbeiters.

Die Verantwortlichkeit des Schadens (unersetzter Totalverlust) ist grundsätzlich nicht dem betrieblichen Betätigungsbereich, sondern dem persönlichen Lebensbereich der Halterin zuzuordnen. Diese bestimme allein über die Versicherungsschutz ihres Privatfahrzeugs. Der Arbeitgeber müsse davon ausgehen können, dass der vom Arbeitnehmer im Einzellfall für Betriebsfahrten verwendete eigene Pkw zugelassen, verkehrstauglich und ausreichend versichert ist.

Mit anderen Worten: wer privat ein Schadensereignis unversichert lässt, kann vom AG nicht verlangen, dass er das trägt :-)

Umgekehrt gilt das gleiche: Spart der AG bei der Kasko seiner Firmenfahrzeuge, haftet der AN auch nicht für dessen Schaden.

Der AG haftet allenfalls für Schäden an fremdem Eigentum und Sachen, die sein Angestellter verursacht hat.

Und der AN kann den Nutzungsausfall geltend machen.

G imager761

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Meines Wissens leider nicht. Das Einkommenssteuerrecht sieht für die dienstliche Nutzung des Privatwagens eine gesonderte Ansetzung als Werbungskosten vor, die das zu versteuernde Einkommen senken und so zu einer individuellen, anteiligen Rückzahlung bereits geleisteter Lohn- bzw. Einkommenssteuer führt. Auch die KfZ-Versicherungsbeiträge (Sonderausgaben) sowie der Verpflegungsmehraufwand gehören dazu. Sie muss eine Einkommenssteuererklärung beim FA abgeben! Dafür haftet man dann selbst - für alles (!!) - denke nur an die Rechtsfolgen !! - ausser für Unfall-Verletzungen, da hier auch die Unfallversicherung des Arbeitgebers eingeschaltet werden muss, die dann auch noch Probleme machen könnte. Also muss man selber für eine gure Privatversicherung sorgen und zahlen......

Die realen Kosten der Fahrerei hekommt sie aber nie raus!!

Insgesamt nicht besonders günstige Arbeitsverhältnisse.........

Hallo peppymouse!

Ich mache es kurz: Lest Euch bitte folgendes Urteil durch (BAG v. 28. 10. 2010 - 8 AZR 647/09) und entscheidet dann selbst, wie Deine Freundin vorgehen möchte/kann. Allerdings: Wenn überhaupt, so wird sie sicher nicht mehr als den tatsächlich entstandenen Schaden (Wiederbeschaffungswert abzgl. Zeitwert + ggf. Gutachterkosten + Nutzungsausfall + ggf. Erhöhungsanteil der Versicherungsprämie) vom AG beanspruchen können. Andererseits wäre dies nun die beste Gelegenheit, das Thema Dienstwagen ernsthaft mit dem AG zu diskutieren!

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