Für alle Freunde der Philosophie: Sind Feindbilder zwingend notwendig für das Überleben der Menschheit?

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9 Antworten

Danke...sehr gute Frage!


Vielleicht war die Unterscheidung in Freund und Feind tatsächlich irgendwann einmal notwendig oder hilfreich für das Überleben. Vielleicht hat das Feindbild im Kopf irgendwann einmal die Erkennung der Bedrohung durch andere Menschen erleichtert. Vielleicht ist dieses Feinderkennungssystem aber mittlerweile veraltet und passt nicht mehr zu einer globalisierten Welt?

Was nützen Feindbilder heute? In einer Welt, in der man oft noch nichtmal den eigenen Nachbarn wirklich kennt?

Ist nicht das Feindbild manchmal auch ein Versuch, den eigenen Ängsten oder Unzufriedenheiten eine Ursache zuzuschreiben, die mit der wirklichen Ursache eigentlich wenig zu tun hat?

Ich denke, wer ein Feindbild im Kopf hat, verschließt sich einem Teil der Realität. Es ist eine verkürzte Sicht. Nicht nur auf den anderen, sondern auch auf sich selbst. Wenn der andere der Böse ist, dann muss ich der Gute sein. Beides kann aber nur falsch sein, weil beides nur bei größter Undifferenziertheit und Ausblendung vieler Details Bestand haben kann. Schwarz und Weiß geht immer nur auf kosten der Grautöne.

Ich bin mehr oder weniger überzeugt davon, dass es keine Feinde gibt. Zumindest versuche ich die Welt so zu sehen. Feindbilder schneiden einen von der Empathie zu anderen Menschen ab, die aber notwendig ist, um Lösungen und Kompromisse zu finden. Notwendig, um überhaupt erst in Kontakt zu kommen. Ich versuche, Menschen mit Bedürfnissen zu sehen. Auch, wenn sie Dinge tun oder sagen, die für mich (auf den ersten Blick?) nicht nachvollziehbar sind.

Und was noch dazu kommt: Wenn ich eine Eigenschaft habe, die ich meinem Feindbild zuschreibe, werde ich versuchen, diese Eigenschaft bei mir selbst möglichst auszublenden. Das bedeutet, ich schneide auch mich selbst von meiner Empathie ab.

Daher würde ich sagen, dass Feindbilder eher hinderlich statt nützlich für das Überleben der Menschheit sind. Allerdings nur, wenn tatsächlich Frieden die Lösung sein sollte.

Was aber ist, wenn die Menschheit nur dann langfristig überleben kann, wenn sich immer wieder ganze Bevölkerungsteile gegenseitig ausrotten? Wenn das der einzige Weg sein sollte, das Bevölkerungswachstum einzudämmen
(was ich aber nicht denke/ hoffe), dann wären Feindbilder vielleicht sogar förderlich für das Überleben der Menschheit.

Denn Feindbilder erleichtern, rechtfertigen und ermöglichen es vielleicht erst sogar, jemanden bzw. viele andere umzubringen, wie man schon oft in der Geschichte und leider heute noch beobachten kann.

Ich bevorzuge allerdings die Annahme, dass man auch auf friedliche Weise das Überleben der Menschheit sichern kann. Ich hoffe niemand kann mir das Gegenteil beweisen.

Zu guter letzt noch ein Zitat, weiß leider nicht mehr von wem:

"Je weniger man über jemanden weiß, desto eher glaubt man, ihn zu kennen."




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Kommentar von NosUnumSumus
10.03.2016, 19:13

Danke für Deinen konstruktiven Beitrag!

Es gibt übrigens keine Überbevölkerung, dass wird uns von unseren Mainstream-Medien und der Politik nur vorgegaukelt.
Es gibt Städte wie Tokio, in denen lediglich alle auf einem Haufen sitzen, schaut man jedoch mal nach Kanada, dann lässt sich da viel mehr eine "Unterbevölkerung" erkennen.

Alles ist ungleich verteilt, das Geld, die Menschen und der Fokus der Politik.

Es ist nicht nötig, Menschen umzubringen, weil es vermeintlich zu viele gibt.
Die Erde stellt uns alle Ressourcen zur Verfügung, die wir benötigen.

(Erdöl wird von unserer Mutter Erde täglich "hergestellt". Nur die Öl-Lobbys können, wenn der Großteil der Bevölkerung davon Wind bekommt, ihre Preise nicht mehr entsprechend hochdrehen.)

Liebe GRÜßE! :-)

NosUnumSumus

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Kommentar von Ahzmandius
11.03.2016, 18:49

Feindbilder und Erkennung zwischen Freund und Feind ist etwas grundverschiedenes.

Feinbilder sind grundlegend verzerrt oder gänzlich unwahr. Feindbilder entstehen in der Regel aus Unwissen, Missverständnissen oder der Absicht die Person, Personengruppe oder eine ganze Nation etc. als "Böse" zu brandmarken.

Feindbilder dienen der Polarisation und Manipulation. Man erdenkt sich in der Regel die Feindbilder nicht selbst, sondern die Feindbilder sind ein gemeinsamer Nenner einer zusammenhängenden Gruppe, die entweder durch einzelne Personen geschaffen werden oder sich ohne einen lokalisierten Ursprung entwickeln.

Diese Feindbilder dienen entweder der Gruppe, sich nach außen zu stärken (ein gemeinsamer Feind stärkt im Allgemeinen den innerlichen Zusammenhang) oder es dient einer einzelnen Person oder Personengruppe, aus dieser Gesellschaft(vielleicht ist diese Person/Personengruppe sogar nicht einmal Teil dieser Gesellschaft), die restliche Gruppe zu beherrschen und zu lenken(manipulieren).

Die Erkennung zwischen Freund und Fein hat auch nicht mit "Gut" oder "Böse" zu tun- zumindest nicht primär.

Die Unterscheidung zwischen Freund und Feind lässt uns unterscheiden zwischen Menschen, die uns schaden oder uns helfen wollen.

Menschen, die diese Freund/Feinderkennung nicht haben  oder nicht anwenden wollen, werden früher oder später von Menschen, die ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen, ausgenutzt.

Es ist nicht schön, aber so ist die Welt- leider.

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Nein, Feindbilder sind nicht zwanghaft notwendig. Es ist nur so, dass wenn es den Menschen schlecht geht, dass sie EINEN SÜNDENBOCK SUCHEN FÜR IHR LEID! Wenn ihnen nicht's schlimme's widerfahren wäre, hätten sie folglich auch keinen Grund ein Feindbild zu kreieren!

Rolf Dobelli hat in die Kunst des Klaren denken's einmal beschrieben, dass Menschen nach "DEM EINEN GRUND" suchen.

Es hieß:"Wenn ein Apfel vom Baum fällt, was ist dann der Grund?

Ist es vielleicht der Wind, der Stängel schon ziemlich locker, weil ihn jemand rüttelt. Die Antwort ist, keine einzige dieser Aussagen ist richtig, und doch alle zusammen".

Es bedeutet einfach, es gibt nie DEN EINEN GRUND, sondern immer mehrere die glücklicherweise oder unglücklicherweise zusammenspielen und ein Ereignis kreieren.

Im Dritten Reich, suchte man auch nach dem Sündenbock. Und das waren (in den Augen der Nationalsozialisten) die Juden. Man unterstellte ihnen viel Schuld an der Entwicklung Deutschland's im Ersten Weltkrieg, und da wären wir beim nächsten Denkfehler der "Salienz" Effekt, sprich laut Rolf Dobelli "Vorurteile"!

LG Dhalwim ;) :D

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Keine einfache Frage, da jede Person Feinbilder, wenn auch unterbewusst, im Kopf verankert hat.

Menschen sind sogar, meiner Meinung nach, für Ihre eigene Orientierung darauf angewiesen, Feindbilder zu haben.

Denn wenn keine Feinde im Kopf existieren würden, woran könntest du dann erkennen wer ein Freund ist ? Es würde die Trennlinie fehlen zwischen Gut und Böse, zwischen falsch und richtig, usw.

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Kommentar von NosUnumSumus
04.03.2016, 00:24

Also wäre die einzige Möglichkeit, zusammen als Menschheit in Friede und Einheit zu leben, (damit meine ich nicht, frei von Kultur und Individualiät) wenn jeder Mensch erleuchtet wäre, da wir momentan unsere (aus dieser Sicht "vermeintliche") Identität nur durch Dualismus (ja/nein; gefällt mir/gefällt mir nicht; bin ich/bin ich nicht) bzw. Abgrenzung von der Umwelt beziehen?

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Es geht auch ohne Feindbilder, ist nur halt anstrengender und unangenehmer, weil man nicht alles, was schief geht auf jemand anderen abwälzen kann(es gehört einiges an Selbstreflexion, um ohne Feindbilder leben und denken zu können)

Friedlich und Feindbilder schließ sich, meiner Meinung nach aus;

Wenn man Feindbilder aufbaut, dann sind diese verzerrt oder ganz und gar unwahr. Schlussendlich werden Leute an ihre eigenen Lügen selbst glauben und den "Feind" wegen seiner Abscheulichkeit auslöschen wollen. 

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Feindbilder und Erkennung zwischen Freund und Feind ist etwas grundverschiedenes.

Feinbilder sind grundlegend verzerrt oder gänzlich unwahr. Feindbilder entstehen in der Regel aus Unwissen, Missverständnissen oder der Absicht die Person, Personengruppe oder eine ganze Nation etc. als "Böse" zu brandmarken.

Feindbilder dienen der Polarisation und Manipulation. Man erdenkt sich in der Regel die Feindbilder nicht selbst, sondern die Feindbilder sind ein gemeinsamer Nenner einer zusammenhängenden Gruppe, die entweder durch einzelne Personen geschaffen werden oder sich ohne einen lokalisierten Ursprung entwickeln.

Diese Feindbilder dienen entweder der Gruppe, sich nach außen zu stärken (ein gemeinsamer Feind stärkt im Allgemeinen den innerlichen Zusammenhang) oder es dient einer einzelnen Person oder Personengruppe, aus dieser Gesellschaft(vielleicht ist diese Person/Personengruppe sogar nicht einmal Teil dieser Gesellschaft), die restliche Gruppe zu beherrschen und zu lenken(manipulieren).

Die Erkennung zwischen Freund und Fein hat auch nicht mit "Gut" oder "Böse" zu tun- zumindest nicht primär.

Die Unterscheidung zwischen Freund und Feind lässt uns unterscheiden zwischen Menschen, die uns schaden oder uns helfen wollen.

Menschen, die diese Freund/Feinderkennung nicht haben oder nicht anwenden wollen, werden früher oder später von Menschen, die ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen, ausgenutzt.

Es ist nicht schön, aber so ist die Welt- leider.

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In gewisser Weise halten Feindbilder die Leute zusammen, aber es würde auch ohne gehen theoretisch, zumindest wenn es allen gut geht.

Wenn man die Geschichte der letzte Jahrtausende ansieht gab es immer Feindbilder aber im Mittelalter ging es auch allen beschi**en.

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Nein, definitiv nicht.

Denn, würde jeder vor seiner eigenen Tür kehren, hätten wir eine sehr, sehr saubere Welt. 

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Philosophie = beschreibende wissenschaft.

beschreibend ist kein feidlbid möglich? beindbild ist eine festlegung oder ein vorurteil oder eine schublade?

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In gewissem Sinn ja

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