FÜK- Thema bitteee helfen :)

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3 Antworten

KONKRET

  • Gute sachliche Informationen zum Thema bietet diese Seite von Anne-Marie Rey, die sich seit sehr vielen Jahren engagiert für die Selbstbestimmung der Frau und das Recht auf Abtreibung in der Schweiz einsetzt. Hier stimmen die wissenschaftlichen und medizinischen Fakten und hier wird nicht verurteilt, sondern aufgeklärt: http://www.svss-uspda.ch/de/facts/embryo.htm
  • Persönlich empfinde ich den Titel "Fluch oder Segen durch die Wissenschaft" als irreführend. Erstens ist Medizin schon mal keine Naturwissenschaft. Zweitens geht es bei Wissenschaft und vor allem bei dem erreichten Wissen um das Verstehen der Welt und das ist zunächst einmal immer gut. Wie man Wissen anwendet, welche Entscheidungen Menschen treffen, wie sie Handeln, welche Moralvorstellungen sie dabei beachten, das ist es, was Fluch oder Segen bringt. Man darf die Verantwortung nicht abschieben auf die Wissenschaft, es bleibt menschliches Handeln und Entscheiden.
  • Persönlich emfpinde ich den Ausdruck "Abtreibung" auch als stark negativ konnotiert, also als abwertend und verurteilend. Der neutrale Ausdruck wäre Schwangerschaftsabbruch und so sollte es auch in einem Vortrag verwendet werden, wenn nicht eine Vorverurteilung, eine Parteilichkeit gewünscht ist.
  • Wichtig ist, dass der Vortrag die Kontroverse um Selbstbestimmung der Frau über ihren eigenen Körper, also eines der wichtigsten und elementarsten Grundrechte, das die Menschheit kennt, und das Lebensrecht des Embryos miteinander abwägt. Das sind die beiden Grundpositionen, die beide ehrlich und umfassend erläutert werden sollte.

KONTROVERSE

  • Meines Erachtens ist ein Kernpunkt der gesellschaftlichen und gesetzlichen Kontroverse zum Schwangerschaftsabbruch die Frage, inwiefern für alle dieselbe Moral zu gelten hat und inwiefern man Bürgern eine bestimmte Moral vorschreiben darf. Als Vertreter der pro-choice-Fraktion setze ich dabei auf Toleranz und Pluralität.
  • Wenn jemand sagt, er könne aus moralischen Gründen nicht abtreiben und er hielte Abbrüche für verwerflich und falsch, so ist das seine freie Wahl und gewiss muss er das Recht haben, nicht an Schwangerschaftsabbrüchen beteiligt zu sein. Ich würde niemals versuchen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, sondern seine Entscheidung und seine Moral tolerieren.
  • Wenn jemand umgekehrt sagt, er könne Schwangerschaftsabbrüche mit seinem Gewissen vereinbaren, so ist auch das seine freie Wahl und gewiss sollte er das Recht haben, Schwangerschaftsabbrüche durchführen zu lassen. Ich würde auch hier niemals versuchen, seine moralische Einschätzung bezüglich Abtreibung zu verurteilen, sondern seine Moral tolerieren.
  • Die Kontroverse hier bei GuteFrage.net, aber auch generell in der Gesellschaft, entsteht vorallem dadurch, dass Abtreibungsgegner partout wollen, dass ihre Ablehnung der Maßstab für alle wird. Umgekehrt fordert aber kein pro-choice-Befürworter, dass jemand abtreibt, der dies nicht will, ja nicht einmal, dass der andere Abtreibung für legitim hält. Die pro-choice-Fraktion möchte nur für sich selbst das Recht haben, nach der eigenen Moral zu entscheiden, andere sollen davon gar nicht betroffen sein.
  • Gerade wenn moralische Ansichten, wie die kategorische Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen, vorrangig auf religiösen Überzeugungen basieren, ist es für mich persönlich nicht akzeptabel, dass Bürger, die eben nicht jene religiöse Überzeugung teilen, ihr Handeln ebenfalls nach den moralischen Maßstäben der religiös motivierten Gegener der Abtreibung richten müssen. Soll doch bitte jeder nach seiner Facon selig werden, aber nicht nach verordneter Moral und Religion.
  • Ich bin fest überzeugt, dass diese Frage des moralischen Maßstabs im Zentrum der Kontroverse liegt. Persönlich bin ich daher der Meinung, dass man bei Fragen nach Schwangerschaftsabbrüchen einerseits stets mit nüchternen Fakten antworten sollte und andererseits betonen sollte, dass die moralische Komponente eine rein persönliche Meinung ist.

Komisches Thema. Was ist damit gemeint "Fluch und Segen durch die Wissenschaft" im Zusammenhang mit dem Thema Abtreibung?

Mir kommt so spontan folgendes in den Sinn dazu: Im Zusammenhang mit Abtreibung hat eigentlich die Wissenschaft ausschliesslich Segen gebracht: Schwangerschaftsabbrüche können immer frühzeitiger, mit immer weniger Risiko durchgeführt werden. Stichworte:

Einführung der Curettage (wann? vermutlich 19. Jh.), Verbesserungen in der Anästhesie, Antibiotika, Einführung der Saugmethode (hat ab den 1970er Jahren die Curettage ersetzt), medikamentöse Methode ab 1988, Erfindung des Nachweises genetischer Fehlbildungen durch Frühtest im Blut (Praena-Test: frühere Feststellung als mit Amniozentese, kein Risiko für Schwangerschaft).

Ausserdem hat die Wissenschaft (Geschichtsforschung, Soziologie, Gesundheitsforschung, rechtswissenschaftliche Forschung etc) herausgefunden, dass es Abtreibung schon immer gab, dass Gesetze kaum einen Einfluss haben auf die Zahl der Abtreibungen (was unter Verbotsgesetzen illegal passiert, wird nach der Legalisierung legal, mit weniger Risiken durchgeführt), dass hingegen Verhütung und Aufklärung die Zahl senkt - usw. usf.

Ich finde die Antwort von Kajjo klasse. Man sollte anderen nicht die eigene Meinung aufdrängen. Wenn jemand dagegen ist muss man das absolut respektieren. Er oder sie ist dann wegen der eigenen Moral zu diesem Ergebnis gekommen und das verdient Respekt. Umgekehrt aber auch. Wenn sich jemand dazu entschließt muss man das auch akzeptieren. Ich bin dafür dass die Eltern bzw die Frau dies entscheiden muss ohne das andere ihr was vorschreiben.

Die Wissenschaft hat die Abbrüche verbessert. Wenn es einen Eingriff gibt solltever doch möglichst schonend für die Frau sein.

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