Führungszeugniss einträge der DB?

... komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Hallo diefrage1,

das Verkehrsunternehmen stellt bei der Bundespolizei eine Anzeige / einen Strafantrag.

Die Bundespolizei leitet nun ein Strafverfahren nach den beiden folgenden Rechtsgrundlagen ein:


§ 263 StGB - Betrug 

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 

(2) Der Versuch ist strafbar.


§ 265a StGB - Erschleichen von Leistungen 

(1) Wer die Leistung eines Automaten oder eines öffentlichen Zwecken dienenden Telekommunikationsnetzes, die Beförderung durch ein Verkehrsmittel oder den Zutritt zu einer Veranstaltung oder einer Einrichtung in der Absicht erschleicht, das Entgelt nicht zu entrichten, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist. 

(2) Der Versuch ist strafbar. 

(3) Die §§ 247 und 248a gelten entsprechend.


Im Rahmen des Strafverfahrens wirst Du dann von der Bundespolizei eine Vorladung zur Vernehmung als Beschuldigter in einem Strafverfahren erhalten. Da Du noch nicht volljährig bist, werden auch Deine Eltern eine Vorladung erhalten.

In der Vernehmung ( zu der Du übrigens nicht hinmusst) kannst Du Dich noch einmal zur Sache äußern.

Nach Abschluss der Ermittlungen geht die Ermittlungsakte an die Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann, ob

  • sie das Verfahren wegen Geringfügigkeit (nur wahrscheinlich, wenn es Deine erste Tat ist) gem. § 153 StPO einstellt oder
  • sie das Verfahren gegen Auflagen gem. § 153a StPO einstellt oder
  • sie eine Hauptverhandlung für nötig hält, in der Du Dich vor einem Richter verantworten musst, der am Ende der Verhandlung das Urteil spricht.

Was das Urteil angeht, so kannst Du nicht zu den im den §§ 263 und 265a StGB angeführten Geldstrafen oder Freiheitsstrafen verurteilt werden, sondern mit 15 ist bei Dir das Jugendstrafrecht anzuwenden, was für die Tat eine Erziehungsmaßregel vorsieht.

In der Regel wird die Erziehungsmaßregel in Form von Sozialstunden verhängt, die in einer sozialen Einrichtung wie beispielsweise einem Altenheim abgeleistet werden müssen.

Diese Verurteilung taucht später nicht im Führungszeugnis auf, denn dort werden nur Verurteilungen von:

  • einer Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen oder
  • Freiheitsstrafen von mehr als 3 Monaten eingetragen

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von diefrage1
04.11.2015, 19:00

Ich bin zuvor noch nie polizeilich aufgefallen. Wie hoch ist die warscheinlichkeit dass das Verfahren eingestellt wird?

Danke für die hilfreiche Information hat mir sehr geholfen :)

0

Was möchtest Du wissen?