Beginnt der Weg zur Erkenntnis immer mit dem Glauben?

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14 Antworten

Das ist zumindest bei den "Erkenntnissen" der Fall, die durch Deduktion (Übertragung der Theorie auf den Einzelfall) eine Theorie auf die Empirie (den speziellen Einzelfall bzw. die "Stichprobe") beziehen, also den Einzelfall vorherzusagen versuchen. Dabei handelt es sich um einen Kreislauf:

- Induktion (durch viele Einzelfälle mit der Erfahrung, dass Bier im Kühlschrank ist, eine Theorie bilden)

- Theorie ("Im Kühlschrank ist oft Bier")

- Deduktion (im Einzelfall dann vermuten, dass jetzt ein Bier im Kühlschrank ist)

- Empirie (den Kühlschrank aufmachen und überprüfen, ob Bier jetzt ein im Kühlschrank ist, also die Theorie bestätigen oder nicht bestätigen)

- dadurch dann wieder durch Induktion auf die Theorie rückschließen und immer so weiter...

https://de.wikipedia.org/wiki/Deduktion

Das Wort "Glauben" passt hier aber nicht ganz, es ist eher eine Vermutung.

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"Glaube" ist ein sehr religiös geprägtes Wort. Verwendest du stattdessen "Annahme" oder "Vermutung", bleibst du neutraler.

Es gibt meistens zuerst eine Annahme, die man überprüft. 
Es geht aber theoretisch auch andersherum. Es ist möglich, dass man durch Zufall etwas entdeckt, ohne danach gesucht zu haben.
In deinem Beispiel würde das bedeuten, dass du einfach mal in den Kühlschrank schaust, um zu schauen, ob du etwas Konsumierbares darin findest und dich dann freust, dass du ein Bier entdeckst. Dann versuchst du rückblickend heraus zu finden, wie das Bier in den Kühlschrank gelangt sein konnte.

Manchmal hat man die Erkenntnis vor der Begründung, manchmal führen Begründungen zu einer Erkenntnis.

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Manchmal laufe ich irgendwo dagegen. Ich glaube vorher gar nichts, weder, dass da was ist, noch dass da nichts ist, sondern ich denke einfach nicht nach beim Laufen. Aber dann laufe ich dagegen und merke am Geräusch und ggf. Schmerzen, dass da etwas war.

Abstrahiert gesagt: Eine Erkenntnis kann auch kommen, ohne dass man vorher Fragen oder Annahmen zu dem Thema hatten und kann folglich auch ohne Glauben/Nichtglauben kommen, einfach durch etwas, was dir passiert.

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Ich meine, daß Erkenntnis nichts weiter ist als ein so sehr gefestigter Glauben, daß Menschen Geglaubtes für etwas Absolutes halten.

Mathematik hält man für Erkenntnis. Aber was wäre wohl, wenn niemand mehr glaubt, daß 1 + 1 = 2 ist? Realität ist aber, daß Menschen fest daran glauben, daß 1 + 1 = 2 ist.

Um echte Erkenntnis haben zu können, benötigt man Gewißheit über die Dinge. Doch als Menschen können wir uns noch nicht einmal darüber gewiß sein, ob alles das, was wir mit unserem "Wachbewußtsein" wahrnehmen, wirklich das ist, wofür wir es halten, oder ob alles nur eine besondere Art des Träumens ist.

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Nein, kann man nicht.

Glaube ist eine Überzeugung die nicht auf Tatsachen und Fakten, sondern auf einem Gefühl beruht.

Wenn du bereits überzeugt bist, kannst du nicht zur Erkenntnis gelangen, weil du bereits von etwas ausgehst, egal wie sich die Wirklichkeit verhält.

Um bei deinem Beispiel mit dem Bier zu bleiben:

Nehmen wir an 2 Personen sitzen vorm Fernseher und einer will Bier. Der Gläubige sagt, es sei Bier im Kühlschrank. Der andere geht und findet einen leeren Kühlschrank vor. Der Gläubige ist überzeugt davon dass da Bier sein muss, steht aber nicht auf um nachzusehen, weil er ja überzeugt davon ist.

Viel eher als Glauben, ist es die Vermutung welche den Weg zur Erkenntnis einleitet. Wenn du nur etwas vermutest, jedoch nicht davon überzeugt bist, suchst du nach Antworten und kannst so die Wahrheit, die Erkenntnis finden.

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Kommentar von mulano
30.10.2016, 19:33

Wenn du bereits überzeugt bist, kannst du nicht zur Erkenntnis gelangen,
weil du bereits von etwas ausgehst, egal wie sich die Wirklichkeit
verhält.

Glaube kann man mit Vermutung gleichsetzen, die Frage ist wo biginnt dann das Wissen. Glaubst du oder weisst du das Wasser bei 0°C friert.

Aber um zu deiner Aussage zurückzukommen. Zweifel ist ein wichtiger Faktor um Erkenntnis zu gelangen.

„Zweifel führen zur Entdeckung der Wahrheit.“
(Aristoteles)

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Kommentar von Franz1957
31.10.2016, 11:39

Der Gläubige ist überzeugt davon dass da Bier sein muss, steht aber nicht auf um nachzusehen, weil er ja überzeugt davon ist.

Diesen Menschen interessiert das Bier also gar nicht. Seine Überzeugung hat keine praktischen Konsequenzen. Wieso sollen wir überhaupt glauben, daß er an das Bier im Kühlschrank glaubt?

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Der Weg zur Erkenntnis ist der Zweifel. Du darfst nicht glauben, was du nicht nachgeprüft hast, also erst mal zweifeln, vor allem an allem, wenn was nicht plausibel erscheint.
Also: Du weißt nicht, ob Bier im Kühlschrank ist. Es ist dann besser, daran zu zweifeln als daran zu glauben. Falls du nachsiehst, und es gibt kein Bier darin, dann wirst du nicht so enttäuscht sein, als wenn du daran geglaubt hättest.

Die Methode für Optimisten - Pessimisten glauben.

Du darfst nur nicht verzweifeln, falls du kein Bier mehr findest - auch Wein ist ein ordentliches Getränk.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

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Ich denke, dass du den Begriff "Glauben" falsch interpretierst.

Wenn du denkst, im Kühlschrank müsste noch Bier sein, dann setzt du dies voraus, weil du gestern drei Flaschen hineingestellt und nicht mehr genau weißt, ob du sie schon ausgetrunken hast.
Für diesen Zweifel benutzt du das Wort "glauben". Angebracht wäre das Wort "denken", was aus Wissen resultiert und umgekehrt.

Ich würde mich nicht so darüber auslassen, wenn du in deiner Frage zwischen Wissen und Glauben keinen Zusammenhang hergestellt hättest, was das Bier im Kühlschrank betrifft.:)

Richtig wäre dieser Ausdruck "Glauben" dann, wenn du wüsstest, dass du kein Bier hineingestellt hast und trotzdem glauben würdest, du hättest, weil es dein Wunsch ist.
Letzteres wäre unrealistisch und definiert den Glauben als solchen, der er ist: Eine Vorstellung über das unbewiesene Vorhandensein eines erwünschten Zustandes.

Das Verb "glauben" wird im Deutschen für "Ich erinnere mich dunkel" oder "ich vermute", "mir scheint, ich hätte ..." usw. angewandt, hat aber mit "glauben" im Sinne von "wünschen" oder "Unbewiesenes als Tatsache" anzunehmen, nichts zu tun.

Somit schließen Glauben und Wissen, das aus Erkenntnissen wächst, einander aus.

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In gewisser weise ja. Um eine Erkenntnis zu erlangen, muss immer zuerst eine These aufgestellt werden. Und diese ist nun mal in jedem Fall gedanklich, also glaubt man es.

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du hast die größte Erkenntniss erlangt wenn du gemerkt hast dass das meisste in der Bibel und der dort abgeleitete "Glaube" schlicht falsch ist.
Dies ist aber bei allen Religionen so da die Texte von Menschen erstellt und festgelegt wurden.

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Kommentar von mulano
30.10.2016, 18:53

Dies ist aber bei allen Religionen so da die Texte von Menschen erstellt und festgelegt wurden.

Das die Bibel von Menschen geschrieben wurde bestreitet ja auch niemand.

"Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit,
daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt." (2. Timotheus 3, 16-17)

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Kommentar von TimoSalvatore
30.10.2016, 21:04

Vielleicht gibt's ja auch zwei davon. Der eine ist so, der andere anders. 😂

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Also den Buddhismus kannst Du auch völlig ohne Glauben angehen. Etwas Vertrauen braucht man z.B. um mit der Meditations-Praxis voran zu kommen. Aber etwas blind glauben braucht man nicht.

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Das Problem ist, der Kühlschrank ist eine Wundertüte. Du bekommst nur das zu sehen, woran du glaubst.

Du sagst "ich glaube im Kühlschrank ist noch Bier" und weil du an das Bier glaubst, siehst du, wenn du ihn öffnest: Bier!

Egal was sonst noch drin ist, du siehst nur das Bier, obwohl da noch tausend andere Sachen drin sind.

Deswegen gibt es auch keine objektive Wahrheit, und deswegen kann man über Glauben auch nicht streiten. Denn jeder sieht nur das, was er auch sehen will.

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Kommentar von laidiesfuck9000
30.10.2016, 19:02

Ich will einen Sportwagen vor meiner Haustür sehen, aber ich muss trotzdem jeden Morgen mit dem fahrrad fahren..

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Kommentar von mulano
30.10.2016, 19:03

Siehst du das Bier im Kühlschrank oder hast du es noch nicht entdeckt? ;)

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schlussfolgern das der Weg zum Wissen über den Glauben führt

Du hast ja selbst genau das Gegenteil festgestellt:

Wenn ich den Kühlschrank öffne und nachsehe, dann weiss ich

Über Verifikation und Falsifikation wird Wissen geschaffen.

Es führt also nur das wissenschaftliche Erkenntnisprinzip zur Erkenntnis. Glaube führt nur in die Irre.

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Wissen entsteht aus Sehen.


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so ist es!

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