Führt gesundes Wirtschaftswachstum zur Inflation oder zu einer Deflation?

Das Ergebnis basiert auf 16 Abstimmungen

Inflation 🛒 75%
Deflation 🐖 25%

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Deflation 🐖

Inflation ist durch Ausweitung der Geldmenge künstlich erzeugtes Wirtschaftswachstum zb bei Lebensmitteln, da haben 250g Butter früher 0,50€ gekostet und heute 2€.

Deflation ist das Ergebnis von permanenten Verbesserungsprozessen wo mit immer weniger Aufwand immer mehr erzeugt werden kann und die Qualität entweder gleich bleibt oder immer weiter zunimmt. Zum Beispiel im Technikbereich, wo man früher 200€ für 3 GB Festplatten ausgeben hat, bekommt man heute schon 1.000-2.000 GB für 200€.

Inflation 🛒

Optimal wäre eine Infaltion von logischerweise 0%. Da die Wirtschaft jedoch immer am schwanken ist und eine Deflation sehr schlecht für die Wirtschaft ist und diese unbedinkt vermieden werden muss, ist eine Inflation von 2% das Optimalziel.

Wachstum bedeutet ja, dass auch die Mitarbeiter am Wachstum beteiligt sein wollen (also mehr Lohn fordern), Folglich werden die produzierten waren teurer. Man kann sie ja nicht wie vor 150 Jahren üblich einfach an die "Kolonialvölker" verschicken.

Also ist eine gewisse Inflation vorprogrammiert (und wünschenswert). Die EZB hat ja auch jahrelang darauf gedrängt wenigsten 2 % Inflationsziel einzuhalten.

Weder noch.

Zur Inflation führt ganz genau eine einzige Sache: Die Erhöhung der Geldmenge. Das geschieht in der Euro-Zone beispielsweise dadurch, dass die EZB Staatsanleihen von desolaten Staaten wie Italien kauft. Das Geld, dass für diese Einkäufe genutzt wird, wird zu diesem Zweck "gedruckt". So kommt immer mehr Geld in Umlauf. Folglich verliert es an Wert und der Preis für Produkte muss steigen.

Inflation kann auch durch Lohnerhöhungen wie zur Zeit, Preisanstieg von Importgütern insb. Rohstoffe Wie zur Zeit, oder auch Steuer- und Subventionspolitik entstehen! Auch zu DM-Zeiten gab es Inflation!

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@Gungrasshopper
Inflation kann auch durch Lohnerhöhungen wie zur Zeit, Preisanstieg von Importgütern insb. Rohstoffe Wie zur Zeit, oder auch Steuer- und Subventionspolitik entstehen!

Das sind dann temporär Phänomen oder Preisverschiebungen. Über Jahrzehnte hinweg kann sich eine allgemeine Inflation nur dann in allen Bereichen halten, wenn das Geld an Wert verliert. Und das ist genau dann der Fall, wenn mehr Geld im Umlauf ist.

Lohnerhöhungen hingegen führen zu mehr Konsum und einer schnelllebigeren Wirtschaft. Das kann teilweise mir Preisanstiegen verbunden sein. Dafür sinken dann andere Preise.

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@JanyoOoO

In den letzten Jahren hat die EZB die Geldmenge massiv erhöht, ohne dass es eine Inflation gab, zeitweise sogar Deflation. Die derzeitige Inflation entstand erst durch die Preissteigerung der Energieexporte und Lieferverzögerungen durch Corona (Rückgang des Angebots).

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@Gungrasshopper
In den letzten Jahren hat die EZB die Geldmenge massiv erhöht, ohne dass es eine Inflation gab, zeitweise sogar Deflation. Die derzeitige Inflation entstand erst durch die Preissteigerung der Energieexporte und Lieferverzögerungen durch Corona (Rückgang des Angebots).

Es dauert ganz einfach einige Jahre bis Jahrzehnte, bis der Markt auf die Ausweitung der Geldmenge reagiert. Das künstlich geschaffene Geld landet zunächst durch die Anleihenkäufe bei den Staaten. Dieses müssen dieses Geld anschließend auch erst noch z.B. in Form von Subventionen investieren, damit das Geld in Umlauf kommt. Zwischen den Zeitpunkt, an dem das Geld "auf dem Konto" eine Landes ankommt und dem Zeitpunkt, an dem es also Subventionen bei einem Unternehmen landet, können Jahre oder sogar Jahrzehnte liegen. Solange tut sich erstmal gar nichts.

Anschließend müssen die anderen Marktteilnehmern auch erst einmal auf die großere Geldmenge reagieren. Das dauert. Anschließend muss dir Teuerung erst entlang der gesamte Lieferkette weitergegeben werden. Das dauert.

Meiner Meinung nach bekommen wir erst in einigen Monaten oder Jahren wirklich zu spüren, wie stark die EZB die Geldmenge ausgedehnt hat. Die Inflation hat noch lange nicht ihren Höchststand erreicht und die erhöhte Geldmenge ist noch lange nicht eingepreist.

Die derzeitige Inflation entstand erst durch die Preissteigerung der Energieexporte und Lieferverzögerungen durch Corona (Rückgang des Angebots).

Das ist eine Halbwahrheit. Die Änderungen auf dem Energiemarkt ist sichtbar. Allerdings gibt es beispielsweise bei den Halbleitern aktuell einen Einbruch der Nachfrage (bei mehr als 50% der Herstellern). Gleiches Angebot + verringerte Nachfrage = geringerer Preis? In der Theorie ja, in der Praxis nein. Daran erkennt man beispielsweise gut, dass der Hauptgrund der Teuerung die erhöhte Geldmenge ist.

Angebote und Nachfrage helfen hier nicht mehr zur Erklärung weiter. Dieses Konzept gibt es in einer gesunden Marktwirtschaft. Unsere Wirtschaft ist aber gänzlich zerstört.

Im Übrigen ist Energie (Rohöl & Gas) sogar wesentlich günstiger geworden. Seit dem Ukraine-Konflikt ist der Preis für Rohöl im Keller. Und auch wenn der Westen das russische Öl nicht mehr direkt kauft, gelangt es dennoch über Umwege zu uns. Zu billigeren Preisen. Das da etwas dran ist, erkennt man auch an den gestiegenen Preisen der Energiekonzernen. Konzerne wie EON, Shell, BP, ... haben Rekordumsätze erzielen können. Das liegt daran, dass sie die Rohstoffe nicht teurer einkaufen müssen, die fertigen "Produkte" allerdings teurer verkaufen. Gerechtfertigt wird das durch die erhöhte Geldmenge.

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@Gungrasshopper
In den letzten Jahren hat die EZB die Geldmenge massiv erhöht, ohne dass es eine Inflation gab

Gab es. Aufm Aktien und Immobilienmarkt.

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Eher umgekehrt:

Geldmengenausweitung führt zu Inflation, aber aus politischen Gründen sollte man sowas besser nicht zu laut sagen auch wenn es eindeutig nachweisbar ist (Einfach mal nach "WTF happens in 1971?" suchen und sich die verschiedenen Grafiken dazu ansehen), denn wenn die Staaten und die Menschen sauber haushalten müssten mit den Geld was sie einnehmen, dann müssten sie sich eingestehen, dass für viele Liebhaberprojekte (zb das überall ein *innen verwendet wird inklusive jahrelange Untersuchungen warum das so gut sein soll oder das Traumhaus auf dem Land) schlichtweg kein Geld da ist und sie erstmal sparen müssen um sich solche Projekte leisten zu können.

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@Solenostemon
Geldmengenausweitung führt zu Inflation, aber aus politischen Gründen sollte man sowas besser nicht zu laut sagen auch wenn es eindeutig nachweisbar ist

Meiner Meinung nach sollte man diesem Thema so viel Aufmerksamkeit zukommen lassen, wie nur irgendwie möglich.

Die Geldmengenausweitung ist nämlich der EINZIGE Grund für eine längerefristige Inflation.

Ganz egal, was bei uns in der Energiepolitik etc. schief läuft, die höhere Preise haben wir einzig und allein der EZB zu verdanken. Eine solide Währung braucht zwingend einen Goldstandard oder Vergleichbares.

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Bin da jetzt kein Experte, aber kann nicht auch eine erhöhte Umlaufgeschwindigkeit (schneller Kredit usw.) zur Inflation führen?

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Eine Zunahme der Produktion lässt das Preisniveau steigen, denn eine Zunahme der Produktion lässt die Beschäftigung steigen.

Die Beschäftigungszunahme lässt die Arbeitslosenquote sinken.

Bei sinkender Arbeislosenquote können höhere Nominallöhne durchgesetzt werden.

Höhere Lohnkosten sorgen für steigende Produktpreise.

Makroökonomie AS-AD Modell

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